Goldene Hochzeit: In der Bank haben sie das Glück gefunden

Am heutigen Donnerstag feiern Gerrit Wilhelm und Dagmar Keller aus Lippoldsweiler das Fest der goldenen Hochzeit. Besonders gern blicken sie auf gemeinsame Reisen nach Italien und Spanien zurück. Ihr Tipp für eine gute Ehe: sich aufeinander einstellen.

Gerrit und Dagmar Keller fühlen sich in ihrem Garten besonders wohl. Foto/Repro: Alexander Becher

© Alexander Becher

Gerrit und Dagmar Keller fühlen sich in ihrem Garten besonders wohl. Foto/Repro: Alexander Becher

Von Simone Schneider-Seebeck

Auenwald. Zufrieden sitzen Gerrit Wilhelm Keller und seine Frau Dagmar auf der Terrasse und lassen den Blick über ihr kleines Paradies schweifen. Der Garten ist ein Traum. Großzügige Rasenflächen, hohe buschige Hecken, üppig blühende Büsche und Sträucher, beschattet von ehrwürdig alten Bäumen. „Wir sind sehr gern hier“, verrät Dagmar Keller. Seit 22 Jahren lebt das Ehepaar hier in Lippoldsweiler in seinem Traumhaus. Kaum hatten sie die Immobilie damals betreten, war klar – das muss es sein und kein anderes. Der Garten hatte seinerzeit noch ganz anders ausgesehen. Nur Rasen, ein bisschen Hecke, einige Bäume. Mithilfe eines Landschaftsarchitekten wurde dann die traumhafte Oase geschaffen.

Ob die Kellers damals, vor 50 Jahren, schon geahnt hatten, in welcher Idylle sie einmal den Ruhestand genießen würden? Damals hatten die beiden Stuttgarter in einer Bank gearbeitet und sich dort kennen- und lieben gelernt. „Die Bank war groß genug und das Heiratsinstitut schlechthin“, erinnert sich Gerrit Keller schmunzelnd. Anfang und Mitte 20 waren die beiden damals gewesen. „Es hatte sich über die Zeit entwickelt“, so Keller.

Im schönen Monat Juni des Jahres 1973 gaben sie sich schließlich das Jawort, zunächst am 1. Juni auf dem Standesamt, einen Tag später in der Kirche. Die erste gemeinsame Wohnung bezogen sie in Winnenden-Schelmenholz, zwei Jahre später stand dann der Umzug in das Eigenheim in Allmersbach im Tal an.

Das Ehepaar ist glücklich mit dem Umzug nach Lippoldsweiler

Den Bauplatz hatte Gerrit Keller bereits vor der Hochzeit erworben. Überhaupt erwies sich der junge Ehemann stets als vorausschauend. Sein früherer Chef hatte ihm den Rat mitgegeben: „Wenn du nicht für dich planst, wer soll es dann tun?“ Daran hat er sich stets gehalten.

Nach der Geburt des Sohnes entschied Dagmar Keller, sich ganz um die Familie und den Haushalt zu kümmern. Und schließlich stand der Umzug nach Lippoldsweiler an. Mit dieser Entscheidung ist das Ehepaar sehr glücklich. Dagmar Keller schwärmt von der guten Nachbarschaft, die immer zusammenhält.

Das Ehepaar Keller im Jahr 1973.

© Alexander Becher

Das Ehepaar Keller im Jahr 1973.

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In seinem Beruf war Gerrit Keller sehr erfolgreich. Dabei hat er auch eine wichtige Erkenntnis gewonnen – man lebt nicht, um zu arbeiten, sondern man arbeitet, um zu leben. Deshalb hat er sich schließlich entschieden, sich ins Privatleben zurückzuziehen und die Früchte seiner Arbeit auch tatsächlich zu genießen.

Unter anderem gehörten dazu auch ausgedehnte Reisen. Bereits als kleiner Junge war er mit seiner Familie oft in Italien gewesen. „Das ist meine Wahlheimat von Kindesbeinen an“, sagt er. Und so blieb es nicht aus, dass es ihn immer wieder für einen längeren Aufenthalt dorthin zog. Ein langer Urlaub muss sein, denn „sonst hat Urlaub keinen Sinn“, ist er überzeugt. Zunächst allein, dann mit seiner Frau, später natürlich auch mit dem Sohn. Die Kellers bevorzugen keine bestimmte Region, sie waren schon überall und sprechen mittlerweile auch ein wenig Italienisch.

Ein weiteres Land, das die Familie gern bereist, ist Spanien. Das warme Klima im Süden tut ihnen gut. Mittlerweile sind sie nicht mehr so viel unterwegs, doch langweilig wird es Gerrit und Dagmar Keller keineswegs. Der große Garten erfordert einiges an Pflege und Zeit. Dazu lesen beide sehr gern. „Ich könnte da stundenlang sitzen bleiben“, sagt Dagmar Keller. Auch Handarbeiten hat sie immer gern gemacht.

Sich aufeinander einstellen gehört zu einer guten Ehe dazu

Sein „Winterhobby“ befindet sich im Keller. Auf 18 Quadratmetern hat Gerrit Keller in liebevoller Arbeit eine Berglandschaft gebaut, um seine Eisenbahnen fahren zu lassen. Unzählige Details sorgen für Verblüffung, man entdeckt stets etwas Neues.

Was eine gute Ehe für die Jubilare ausmacht? „Egoismus stört mich“, sagt Dagmar Keller sofort. „Wenn ich verheiratet bin, dann muss ich auch an meinen Partner denken.“ Gerrit Keller ergänzt: „Man muss sich aufeinander einstellen. Und zusammenpassen.“

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Erstellt:
1. Juni 2023, 06:00 Uhr

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