Große Namen und Premieren

Gruschtelkammer präsentiert neues Programm mit Künstlern wie Konstantin Wecker, Mirja Boes und Hans-Joachim Heist

Die Gruschtelkammer-Besucher können sich auf ein Programm mit hochrangigen Künstlern freuen. Kleinkunstbühnenvorsitzender Charley Graf präsentierte jetzt das Programm für die Saison 2018/2019. Mit dabei Hochkaräter wie Hans-Joachim Heist als Gernot Hassknecht und Konstantin Wecker.

Konstantin Wecker tritt in der Auenwaldhalle auf. Er kommt mit seinem langjährigen musikalischen Begleiter Jo Barnickel. Foto: Roland Pohl

© Roland. Pohl

Konstantin Wecker tritt in der Auenwaldhalle auf. Er kommt mit seinem langjährigen musikalischen Begleiter Jo Barnickel. Foto: Roland Pohl

Von Ingrid Knack

AUENWALD. „So viele neue Namen hat es noch nie gegeben, seit die Gruschtelkammer existiert“, sagt Charley Graf, Vorsitzender des Fördervereins Kleinkunstbühne, die am 30. Januar 2016 ihr 25-Jähriges gefeiert hat. Erstmals nach Oberbrüden kommen in der Saison 2018/2019 Fatih Çevikkollu, Markus Maria Profitlich, Hans-Joachim Heist, Mirja Boes, Marianne Schätzle und Konstantin Wecker.

Start ist am 26. September. Heinrich Del Core hat’s dann „Ganz arg wichtig“ und spricht in bester Kabarett- und Comedy-Manier über alltägliche Kuriositäten. Der Italo-Schwabe ist zum dritten Mal in der Gruschtelkammer. Als der Künstler Gruschtelkammer-Premiere hatte, kannten ihn noch nicht allzu viele. Heute spielt er auf großen Bühnen. Dass er nach Auenwald kommt, liegt daran, dass Charley Graf und seine Frau Petra persönliche Kontakte in die Szene pflegen. Wenn ein Charley Graf beim Management anruft, kann es zwar sein, dass er schon mal eine Abfuhr bekommt. Spricht er aber mit dem Künstler direkt, der seine Wurzeln nicht vergessen hat und auch die besondere Atmosphäre in der Gruschtelkammer schätzt, liegt die Zusage umgehend auf dem Tisch. So geschehen in diesem Fall. Allerdings läuft es mit dem Engagement der Künstler meist andersrum. Selbst die ganz Großen der Szene bewerben sich um einen Auftritt in der Sängerhalle. Das liegt zum einen an der urigen Location, zum anderen an der guten Betreuung der Künstler und dem kompetenten Kabarettpublikum.

Am 9. Oktober geht’s weiter mit Markus Maria Profitlich und seinem brandneuen Soloprogramm „Schwer verrückt“. „Nachdem nun schon fast alle Schwergewichte der Comedy-Szene zu Gast in der Gruschtelkammer waren, ist es jetzt gelungen, einen weiteren Topstar nach Auenwald zu holen“, erklärt Graf. Auf die Frage „Wie verrückt muss man selber sein, um den galoppierenden Wahnsinn um sich herum zu überstehen?“, gibt der Comedian, der durch „Die Wochenshow“ bekannt wurde, schräge Antworten.

Mit „Fatih Morgana“ nimmt Fatih Çevikkollu das Publikum am 17. Oktober mit ins Fathiland. „Ein türkischstämmiger Kölner, der politisches Kabarett macht“, sagt Graf. „Sein sechstes Soloprogramm widmet Fatih Çevikkollu dem Schein und dem Sein. Den Nachrichten und den Fake-News. Den Nullen und den Einsen. Rückt die ganze Welt nach rechts? Werden wir islamisiert? Was macht die Digitalisierung mit uns? Çevikkollu ruft in die Kammern hinein und sticht die Nadel in die Blasen“, heißt es in der Ankündigung. In der von RTL in den Jahren 1999 bis 2006 produzierten Comedy-Serie „Alles Atze“ spielte er den Murat neben Atze Schröder. Ende 2005 ging er erstmals mit „Fatihland“ solo auf Tour und holte sich damit den Prix Pantheon 2006. In der Laudatio der Jury heißt es: „Mit Fatih Çevikkollu zeichnet die Jury einen jungen Komiker aus, für den Integration Kabarettistensache ist. Er schafft mit Liebe und Selbstironie einen urkomischen Brückenschlag zwischen seinen beiden Kulturen: der deutschen und der türkischen. Seine Sicht der Dinge bringt die Zuschauer nicht nur zum Lachen, sie wirkt auch in deren Köpfen weit über den Abend hinaus.“

Wie es aussieht, wenn Gernot Hassknecht persönlich wird, wissen wir von der „heute-show“, die freitags im ZDF ausgestrahlt wird. Er poltert los, dass alles zu spät ist, und man sorgt sich fast um die Gesundheit von Hans-Joachim Heist, der Deutschlands beliebtesten Choleriker mimt. Am 14. November zeigt er in der Sängerhalle sein zweites Soloprogramm „Gernot Hassknecht – Jetzt wird’s persönlich“. Und zwar in Kooperation mit dem ZDF.

Ehrenmitglied Pe Werner und Pianist Peter Grabinger sind

wieder mit von der Partie

Alte Bekannte sind Pe Werner, die 1992 die allererste Gruschtelkammer-Veranstaltung bestritt, und ihr Pianist Peter Grabinger. Ihr Weihnachtskabarett, das sie am 12. Dezember zum Besten geben, heißt „Ne Prise Zimt“. Charley Graf bezeichnet Pe Werner als das „Sahnehäubchen der Gruschtelkammer. Sie ist Ehrenmitglied des Fördervereins Kleinkunstbühne und nennt die Sängerhalle ihr zweites Zuhause“. Im Gepäck hat sie viele neue Lieder. Sowohl die Texte als auch die Kompositionen stammen von ihr. „Am liebsten macht sie diese Arbeit im Sommer auf der Sommerinsel Mallorca. Viele wissen gar nicht, dass sie eine hoch erfolgreiche Komponistin und Texterin ist. Fast alle ihre Songs seien selbst geschrieben. Aber auch für viele bekannte Künstlerinnen wie Mary Roos, Barbara Schöneberger, Mireille Mathieu und Katja Ebstein hat sie komponiert und getextet“, weiß Graf.

Mit Mirja Boes, die am 26. Januar 2019 in Auenwald auftritt, möchte der Kleinkunstverein die etwas jüngere Generation ansprechen. Die Frau ist mit allen Comedy-Wassern gewaschen. Zusammen mit der Band Honkey Donkeys präsentiert sie ihre Revue „Auf Wiedersehen! Hallo!“ Für so viele Künstler sei die Bühne in der Sängerhalle zu klein, erklärt Graf. Sicher ist die Besucherresonanz darüber hinaus groß. Deshalb ist die Location in diesem Fall die Auenwaldhalle.

Nachdem die Kächeles beispielsweise schon bei „Kabarett am See“ aufgetreten waren, präsentiert die Gruschtelkammer nun am 6. Februar 2019 ein abendfüllendes Programm mit den schwäbischen Kabarettisten. Die Besucher können sich auf „Floischkäs & Champagner!“ freuen. In ihrem zwölften Bühnenprogramm zelebrieren die Kächeles den Wahnsinn einer schwäbischen Ehe.

Wenn die Oberpfälzer Kabarettistin Lizzy Aumeier am 27. Februar 2019 zum fünften Mal in Auenwald auftritt, sagt sie: „Ja, ich will!“ Lizzy Aumeiers bizarre Gedankenwelt entführt die Besucher auf eine witzige und turbulente Reise, von der ersten Verliebtheit bis hin zum Witwentum. Obendrein gibt’s Musik, Lizzy Aumeier spielt Kontrabass, Svetlana Klimova Violine und Klavier.

Marianne Schätzle (6. März 2019) kennt man als Angela die Zweite. „Früher war nix to go“ heißt ihr Programm. Im ersten Teil begegnet uns nach den Worten Grafs wieder das Merkel-Double, den zweiten Teil bezeichnet er als „Lachprogramm“. Dabei geht es etwa darum, dass jeder alles gleichzeitig macht und dabei noch entspannt wirken sollte. Am 15. März 2019 zieht die Gruschtelkammer wieder in die Auenwaldhalle um: Der Münchner Liedermacher Konstantin Wecker und sein langjähriger Weggefährte Jo Barnickel sind zu Gast.

Für Charley Graf gehört das Programm 2018/2019 „sicher zum Besten und Vielfältigsten, was wir bis jetzt auf die Bühne gebracht haben. Dies zeigt umso mehr, wie anerkannt und beliebt die Gruschtelkammer bei den Künstlern ist. Alle kommen mit großer Freude nach Auenwald“, schreibt er im Programmheft.

Mit großer Freude wird auch jedes Jahr die neue Inszenierung der Gruschtelkammer-Theatergruppe erwartet. Premiere ist am 26. April 2019. Sechs Vorstellungen werden angekündigt. Welches schwäbische Lustspiel auf die Bühne gebracht wird, ist noch ein Geheimnis.

Weitere Infos über das Programm und Kartenreservierungen gibt es unter www.gruschtelkammer.de. Der Kartenverkauf hat soeben begonnen. Telefonische Bestellungen unter 07191/310180, ansonsten gibt es Karten in der Auenwald-Apotheke, Talstraße 4 in Auenwald.

Mimt den cholerischen Gernot Hassknecht: Hans-Joachim Heist. Foto: ZDF

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Mimt den cholerischen Gernot Hassknecht: Hans-Joachim Heist. Foto: ZDF

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Erstellt:
28. August 2018, 06:00 Uhr

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