Großerlach vor den Kommunalwahlen

In Großerlach stehen nur noch zwei Listen für den Gemeinderat zur Wahl. Mit neuem Bürgermeister und neuem Schwung hoffen die Großerlacher viele Langzeitprojekte zu einem erfolgreichen Abschluss zu bekommen.

Die Sanierung der alten Häuser in der Ortsmitte Großerlachs wird schon vorangetrieben, für die Lärmbelastung wird weiterhin nach Lösungen gesucht. Foto: Alexander Becher

© Alexander Becher

Die Sanierung der alten Häuser in der Ortsmitte Großerlachs wird schon vorangetrieben, für die Lärmbelastung wird weiterhin nach Lösungen gesucht. Foto: Alexander Becher

Von Carolin Aichholz

GROßerlach. Aktuell finden bereits personelle Umbrüche statt. Nach 20 Jahren im Amt wurde Altbürgermeister Christoph Jäger im vergangenen Monat aus seinem Amt verabschiedet, sein Nachfolger Kevin Dispan leitete am gestrigen Donnerstag erstmals die Gemeinderatssitzung. Auf den neuen Schultes und die gewählten Volksvertreter kommen vor allem langfristige Projekte zu. Die Sanierung der Ortsmitte wurde bereits vom aktuellen Gemeinderat beschlossen und auf den Weg gebracht, die Umsetzung steht nun bevor. Laut Dispan das „Herzstück“ der Gemeinde, auf der Sanierung der alten Gebäude liege nun das Hauptaugenmerk. Ein Ereignis, auf das er sich sehr freut, ist das 50-Jahr-Jubiläum der Gemeinde Großerlach, das in diesem Jahr gefeiert wird. „Da ist ein großes Fest geplant, mit vielen Vereinen. Zum Glück haben wir ein reges Vereinsleben und alle arbeiten gut und gerne zusammen.“

Errichtung einer zentralen Kläranlage ist vorstellbar

Mit der Überarbeitung des Abwasserkonzepts muss der künftige Gemeinderat eine wegweisende Entscheidung treffen. „Wir nutzen drei Kläranlagen, die alle ein gewisses Alter erreicht haben und an ihre Kapazitätsgrenze stoßen“, erklärt Dispan. „Nun müssen wir uns Gedanken machen, welche Lösung am sinnvollsten ist.“ Er kann sich die Stilllegung der alten Anlagen und die Errichtung einer zentralen Kläranlage gut vorstellen. Ein Dauerthema in Großerlach ist der Verkehrslärm im Sommer. Hauptsächlich Motorradfahrer missbrauchen die „idyllische Straße“ gerne als Raserstrecke. Auch hier sei man hinterher, Lösungen dafür zu finden. Da auch dieses Thema viele Bewohner der Gemeinde betrifft, sieht er darin wenig Konfliktpotenzial und erhofft sich eine gute Zusammenarbeit mit dem neuen Gemeinderat. „Einige Rätinnen und Räte kandidieren wieder, manche hören auf und machen Platz für andere. Ich sehe das als Chance“, sagt Dispan. „Wir können sowohl mit Erfahrung als auch mit frischem Wind und neuen Sichtweisen diese Themen angehen.“ Überhaupt gehe es im Gemeinderat stets darum, das Beste für Großerlach zu finden, davon ist Dispan überzeugt. „Und es geht niemandem um seine persönlichen Befindlichkeiten. Ich wünsche mir als Vertreter der Verwaltung, mit dem Gemeinderat Hand in Hand zusammenarbeiten zu können.“ Auch auf kritische Diskussionen freut sich Kevin Dispan. „Nur so können wir etwas bewegen, ein Gemeinderat braucht keine Jasager.“

Nicht mehr kandidieren wird Renate Holch-Weber von der Unabhängigen Wählerliste. Auch von Hans Wohlfarth, Rainer Dietrich und Klaus Kugler von der Freien Wählervereinigung muss Abschied genommen werden. Von den bislang fraktionslosen Gemeinderäten der Unabhängigen Liste wechselt Verena Laaber zur Liste der FWV. Fabian Noller stellt sich nicht mehr für den Gemeinderat zur Wahl.

Ziele und Kandidaten der FWV

Mit Verena Laaber konnte bereits eine amtierende Gemeinderätin für die FWV angeworben werden. Andreas Haag stellt sich ebenfalls erneut zur Wahl. „Die restlichen Kandidaten sind motivierte Newcomer und werden frischen Wind in den Gemeinderat bringen“, sagt Markus Mürbe, der ebenfalls zum ersten Mal zur Wahl steht. Neben dem leidigen, aber stets präsenten Thema Verkehrslärm, vor allem wegen der Motorradfahrer im Sommer, haben sich die Kandidatinnen und Kandidaten auch weitere Verbesserungen der Lebensverhältnisse der Großerlacher auf die Fahnen geschrieben. „Wir wollen die Schulen und Kinderbetreuungsangebote weiter stärken“, sagt Markus Mürbe. Auch das in Großerlach sehr rege Vereinsleben soll unterstützt und ehrenamtliches Engagement noch mehr wertgeschätzt werden. „Das ist in unserer Gemeinde schon sehr stark vertreten, verdient es aber, noch mehr gefördert zu werden“, findet Mürbe.

Für die FWV kandidieren: Andreas Haag (1978), Bautechniker; Kevin Dietrich (1991), Diplom-Ingenieur Maschinenbau; Markus Mürbe (1984), Wirtschaftsinformatiker; Dirk Kölz (1968), Di-plom-Ingenieur Energie und Wärmetechnik; Bettina Oberlander (1968), Industriefachwirtin; Sonja Lenz (1991), Bäckermeisterin; Yves Grosjean (1981), Diplom-Ingenieur Maschinenbau; Verena Laaber (1982), IT-Administratorin; Nikolai Pommerer (1985), freiberuflicher Lichtplaner.

Ziele und Kandidaten der UWL

Weitere Themen

Zahlenmäßig ist die Unabhängige Wählerliste sehr gut aufgestellt. Auch mit Erfahrung kann die Liste punkten. „Von vier Gemeinderäten stellen sich drei wieder zur Wahl, das ist doch eine gute Quote“, findet Markus Zick. Ein großes Anliegen ist bei den Kandidatinnen und den Kandidaten ein harmonisches Miteinander. „Wir ziehen alle an einem Strang und in dieselbe Richtung, davon können viele andere kleine Gemeinden nur träumen“, schwärmt Markus Zick. Thematisch ähneln die Ziele und gesetzten Schwerpunkte sehr denen der FWV, die Sanierung und Verschönerung der Ortsmitte und das Abwasserkonzept wolle man mitgestalten. Mit drei Frauen, einem Bewerber mit Migrationshintergrund und einer Altersspanne der Kandidatinnen und Kandidaten, die von 26 bis zu 60 Jahren reicht, sieht er die Bevölkerung sehr gut repräsentiert. Zur Wiederwahl stellen sich neben Gemeinderat Markus Zick auch Simone Kurz und Eckart Fritz. Renate Holch-Weber tritt nicht mehr an.

Für die UWL kandidieren: Simone Kurz (1977), Polizeibeamtin; Nicole Feuchter (1992), Finanzbuchhalterin; Hanna Reichmann (1997), Ausbildungsleitung Verwaltung; Murat Barutcu (1975), Projektleiter erneuerbare Energien; Dennis Feil (1991), Leiter Rechnungswesen; Eckart Fritz (1964), Bankbetriebswirt; Michael John (1995), Vorarbeiter Gartenlandschaftsbau; Thomas Pfreundtner (1985), Servicetechniker; Tobias Reber (1985), Qualitätsingenieur; Stefan Wieland (1987), Werkstattleiter; Markus Zick (1979), Bauunternehmer; Michael Feiert (1968), technisch-kaufmännischer Angestellter.

Ziele und Kandidaten des Ortschaftsrats Grab

Die Ortschaft Grab wählt zusätzlich ihre sechs Ortschaftsräte. Der von ihnen gewählte Ortsvorsteher nimmt mit beratender Stimme an den Gemeinderatssitzungen teil. Fünf Kandidatinnen und zwei Kandidaten stehen auf einer Liste zur Wahl. Nicht zur Wahl steht der aktuell amtierende Ortsvorsteher Georg Holub, der sich nach 15 Jahren im Amt verabschiedet. Auch sein Stellvertreter Dietmar Wilhelm und Rat Dieter Haag stehen nicht mehr zur Wahl. Bodo Wuttig, Jörg-Theo Bühler und Monika Haiber kandidieren erneut. Neu auf der Liste sind Alexander Haag, Markus Pfreundtner, Tommy Röger und Silke Feick. Georg Holub ist sich sicher, dass die Kandidaten Grab weiterbringen möchten. „Sie gehen alle mit viel Enthusiasmus an die Sache ran und wollen vielleicht manche Dinge auch besser machen als wir“, sagt Georg Holub zuversichtlich.

Für den OR Grab kandidieren: Monika Haiber (1955) Industriekauffrau in Rente; Bodo Wuttig (1980) Abteilungsleiter; Jörg-Theo Bühler (1967), Diplom-Ingenieur; Alexander Haag (1972), Angestellter öffentlicher Dienst; Markus Pfreundtner (1977), Unternehmer; Tommy Röger (1981), kraftfahrzeugtechnischer Meister; Silke Feick (1974), Bankkauffrau.

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Erstellt:
17. Mai 2024, 06:00 Uhr

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