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Gutachter prüft Abbiegeverbot auf B14

Luftreinhalteplan wird umgesetzt – Verkehrsführung auf der Maubacher Höhe bleibt umstritten

Links abbiegen könnte hier demnächst verboten sein. Die Stadt will so den Rückstau auf der B14 reduzieren. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Links abbiegen könnte hier demnächst verboten sein. Die Stadt will so den Rückstau auf der B14 reduzieren. Foto: A. Becher

Von Kornelius Fritz

BACKNANG. Sechs Maßnahmen stehen im Entwurf des Backnanger Luftreinhalteplans, den Regierungspräsident Wolfgang Reimer im April im Gemeinderat vorgestellt hatte (wir berichteten). Fünf davon sind weitgehend unstrittig, ein Vorschlag stößt allerdings auch auf Skepsis: Am Knotenpunkt Maubacher Höhe sollen Autofahrer künftig nicht mehr nach links abbiegen dürfen. Für Fahrzeuge aus Richtung Oppenweiler wäre so die direkte Zufahrt in die Maubacher Straße versperrt, Autofahrer, die von der „Spritnase“ kommen, könnten nicht mehr in die Kitzbüheler Straße Richtung Germannsweiler und Maubach abbiegen.

Die Stadtverwaltung will so den Rückstau auf der B14 reduzieren, denn die Erfahrung hat gezeigt: Staut sich der Verkehr auf der Bundesstraße bis zur „Spritnase“, biegen etliche Autofahrer in die Stuttgarter Straße ab, weil sie hoffen, durch die Stadt schneller ans Ziel zu kommen. Doch genau dieser unnötige Durchgangsverkehr ist mitverantwortlich für die hohe Verkehrsbelastung in der Innenstadt und für die nach wie vor über dem Grenzwert liegenden Stickoxidwerte in der Eugen-Adolff-Straße.

Durch das Linksabbiegeverbot könne man die Leistungsfähigkeit der B14 verbessern, glaubt Stefan Setzer: „Wir hätten in diesem Bereich dann zwei Geradeausspuren und würden außerdem eine Ampelphase gewinnen“, sagt der Backnanger Baudezernent. Er hofft, dass es dadurch weniger Rückstau gibt und künftig mehr Autofahrer auf der Bundesstraße bleiben. Armin Dobler hat daran allerdings Zweifel: „Das wird den Stau allenfalls um ein paar Meter verlagern. Ich glaube nicht, dass wir die Situation so entschärfen können“, sagt der SPD-Stadtrat. Er befürchtet viel mehr eine zusätzliche Verkehrsbelastung, weil etwa Lehrer und Eltern, die zu den Schulen auf der Maubacher Höhe wollen, künftig einen Umweg über die Industriestraße nehmen müssten.

Auch im Landratsamt ist man offenbar noch nicht restlos von der Wirksamkeit des Abbiegeverbots überzeugt. Die Straßenverkehrsbehörde hat deshalb einen externen Gutachter damit beauftragt, die Auswirkungen zu prüfen. Erst wenn das Ergebnis dieser Untersuchung vorliegt, wird entschieden, ob die Maßnahme Teil des Luftreinhalteplans bleibt oder nicht.

Tempo-40-Schilder werden in Kürze aufgestellt

Die fünf weiteren Maßnahmen sollen indes zügig umgesetzt werden, die erste schon in den kommenden Tagen: „Bis Ende Mai wollen wir die Schilder für Tempo 40 aufstellen“, kündigt Ordnungsamtsleiterin Gisela Blumer an. Die reduzierte Geschwindigkeit gilt zunächst im Bereich zwischen dem Kreisverkehr beim Lidl und dem Adenauerplatz, soll in den kommenden Jahren aber wie berichtet auf weitere Bereiche der Innenstadt ausgedehnt werden. Bereits bestellt sind laut Blumer auch die 40 neuen Fahrradboxen, die im Bereich des Bahnhofs aufgestellt werden sollen. Bis Ende September werden zudem drei alte Gebäude an der Eugen-Adolff-Straße abgebrochen. Die Stadt erhofft sich davon eine bessere Durchlüftung der viel befahrenen Straße. Bis Oktober soll auch noch ein Radschutzstreifen aufgezeichnet werden.

Die aufwendigste und teuerste Maßnahme ist aber das geplante digitale Verkehrslenkungs- und Parkleitsystem. Beides zusammen soll rund 4,3 Millionen Euro kosten, die Hälfte davon übernimmt der Bund. Die Förderbescheide sind laut Gisela Blumer eben eingetroffen. Bis die digitalen Wegweiser in Betrieb gehen, die den Verkehrsteilnehmern den jeweils schnellsten Weg an ihr Ziel beziehungsweise zum nächsten freien Parkplatz anzeigen, wird aber wohl noch rund ein Jahr vergehen. Das Millionenprojekt muss nämlich erst einmal vom neuen Gemeinderat beschlossen und anschließend europaweit ausgeschrieben werden.

Was im Luftreinhalteplan nicht auftaucht, ist ein Durchfahrtsverbot für Lastwagen. Ein solches sei zwar geprüft worden, eine Umsetzung wäre zum jetzigen Zeitpunkt allerdings schwierig geworden, erklärt Gisela Blumer: „Wir hätten den Effekt dieser Maßnahme nachweisen müssen, das wäre sehr zeitintensiv gewesen.“ Es sei aber durchaus möglich, dass man dieses Thema später noch einmal angehe, denn auch aus Gründen des Lärmschutzes wäre es aus Sicht der Stadtverwaltung nach wie vor wünschenswert, unnötigen Schwerlastverkehr aus der Stadt zu verbannen.

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Erstellt:
21. Mai 2019, 06:00 Uhr

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