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Hilfe für Menschen vor oder auf der Zielgeraden

Paul Peter Engert hat neue Stiftung in Backnang gegründet – Der 66-Jährige möchte helfen, Relevantes zu regeln

Von Yvonne Weirauch

BACKNANG. Erst vor Kurzem ist eine Ära für Paul Peter Engert zu Ende gegangen: Nach 19 Jahren übergaben die drei Mitbegründer und Vorstände des Vereins Sternentraum, Renate Mildner, Paul Peter Engert und Christa Engert das Steuer in jüngere Hände. Paul Peter Engert ist einer derjenigen, der den Verein maßgeblich geprägt hat. Nun, nach der Abgabe des Amts, hat er sich für etwas ganz Neues entschieden: Er hat die Stiftung Zielgerade gegründet.

„Ich kann nicht still im Sessel sitzen“, sagt Engert lachend. Aus eigener Erfahrung habe er gemerkt, dass man beispielsweise die Themen Pflegefall oder Tod immer von sich schiebt, und „Dinge, die man eigentlich regeln sollte, immer vor sich herschiebt“. Eigentlich sei er ein Kopfmensch, aber im Verein Sternentraum und dem Kinder- und Jugendhospizdienst Sternentraum habe er sehr oft sein Herz entscheiden lassen: „Dies ist wichtig, um den betroffenen Familien Gutes zu tun“, sagt der 66-Jährige. Und dies möchte er nun mit seiner Stiftung, die keine Förderstiftung sein soll, fortsetzen – auch wenn das Engagement in einen etwas anderen Bereich verlagert ist. Engert: „Das Herzstück der Stiftungsarbeit sind die emotionalen Dinge, die wir viel zu oft und zu lange vor uns herschieben und uns unsere Zielgerade nicht genießen lassen. Was habe ich bisher versäumt? Was sollte ich noch in Ordnung bringen? Viele von uns stellen sich diese Fragen viel zu spät. Die Stiftung will mit ihrem Engagement mithelfen, Lösungen für diese Fragen zu finden.“ Und Ansprechpartner ist in dem Fall Paul Peter Engert, der die Stiftung sozusagen im eigenen Wohnhaus „verortet“ hat. „Der Kontakt sollte aber nicht darauf hinaus laufen, dass man einfach zu mir kommt und klingelt, sondern diejenigen, die meine Hilfe in Anspruch nehmen möchten, sollten sich per E-Mail mit mir in Verbindung setzen.“

Versäumtes nachholen, Ordnung schaffen, Familien unterstützen – mit diesen Stichworten ist knapp umrissen, worum es Engert mit der Stiftung geht, die er ganz alleine ins Leben gerufen hat, in die er 100000 Euro investiert hat und deren alleiniger Vorstand er ist: „Unsere Mitmenschen zu unterstützen, ihre emotionalen und rationalen Dinge zu erledigen, damit sie ihre Zielgerade genießen können.“ So beschreibt der Gründer das Angebot der neuen gemeinnützigen Stiftung. Wenn man „in der Mitte des Lebens angekommen ist, oder diese schon überschritten hat, dann ist es immer gut, wenn man vieles geregelt hat, um sein Leben noch genießen zu können“, sagt Engert. Seine Inspiration für sein Engagement, diese Stiftung zu gründen, erhielt der 66-Jährige durch das Buch „5 Dinge“ von Bronnie War. Darin beschreibt sie, was Sterbende am meisten bereuen, nicht getan oder versäumt zu haben. „Warum setzen wir uns nicht schon viel früher mit diesen Fragen auseinander? Nutzen wir jetzt die Zeit und die Kraft, das eine oder das andere wieder ins Lot zu bringen! Schaffen wir es, die emotionalen Spinnweben zu beseitigen? Regeln wir nun die praktischen Dinge, die wir uns längst vorgenommen haben? Dann können wir beruhigter in die Zukunft schauen.“ Diese Gedanken und Ideen möchte man mit der Stiftung Zielgerade verwirklichen. Das Ziel von Paul Peter Engert ist es, den Teil eines Lebensabschnitts eines Menschen zu begleiten – dann, wenn es nötig ist: „Mit Herzblut und Empathie möchte ich Hilfestellung leisten, ein Gesamtpaket bieten und Fachwissen und Netzwerke bereitstellen, um notwendige Entscheidungen treffen zu können.“ Netzwerke oder Institutionen werden beispielsweise Diakonien oder Pflegeheime sein, die auch die Flyer von Paul Peter Engert bereitlegen werden.

Aktueller denn je sei das Thema Organspende. Über Patientenverfügung und Vollmachten werde ebenfalls immer gesprochen, ebenso über Bankangelegenheiten, die man im Notfall abgesichert haben sollte: „Als gelernter Bankfachwirt bin ich mit der Gestaltung von Verträgen und Vollmachten vertraut. In besonderen Fragen werde ich sicher Hilfe von Spezialisten benötigen. Wichtig ist es, alle Wünsche und Entscheidungen des Betroffenen in einem ganz persönlichen Dokument zusammenzuführen“, erklärt Engert.

Wer ihm eine E-Mail schreibt, wird immer eine Antwort bekommen: „Voraussetzung für eine Hilfe ist ein persönliches Gespräch. Hier wird die Arbeit vorgestellt und individuell besprochen, welche Hilfen möglich sind. Erst nach diesem Gespräch entscheiden wir gemeinsam, ob wir einen Teil der Zielgeraden gemeinsam gehen.“ Nicht immer werde er eine Antwort haben, sagt Engert. Aber er versuche auf jeden Fall Kontakte zu vermitteln, wenn er nicht der hilfreiche Ansprechpartner sein sollte.

Hilfe für Menschen vor oder auf der Zielgeraden

© Yvonne Weirauch

„Ich möchte mit

Herzblut und Empathie

Hilfestellung leisten.“

Paul Peter Engert

Stiftungsgründer

Info
Kontakt über Homepage

Die Stiftung Zielgerade ist eine Verbrauchsstiftung des bürgerlichen Rechts und hat ihren Sitz in Backnang.

Weitere Infos im Internet unter der Adresse www.stiftung-zielgerade.de.

Direkter Kontakt: mail@stiftung-zielgerade.de.

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Erstellt:
8. April 2019, 06:00 Uhr

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