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IBA-Wettbewerb mit internationaler Beteiligung

24 Büros aus der ganzen Welt entwickeln Ideen für das ehemalige Industriegelände im Backnanger Westen.

Das Plangebiet für den IBA-Wettbewerb.Foto: Stadtplanungsamt

© GrossmannTobias

Das Plangebiet für den IBA-Wettbewerb.Foto: Stadtplanungsamt

Von Kornelius Fritz

BACKNANG. Aus einer städtebaulichen Altlast soll ein Vorzeigequartier der Zukunft werden – und das in nur sieben Jahren. Rund 17 Hektar groß ist das ehemalige Industriegelände zwischen Friedrichstraße und Murrtalviadukt, das im Rahmen der Internationalen Bauausstellung (IBA) 2027 neu entwickelt werden soll. Mit einem städtebaulichen Wettbewerb geht die Stadt Backnang nun den ersten Schritt auf diesem Weg.

Das Interesse an dem Projekt ist groß: Mehr als 100 Planungsbüros aus aller Welt hatten sich beworben, mitmachen dürfen aber nur 18. Sie wurden in einem sogenannten Skizzenverfahren ausgewählt. Dafür mussten die Bewerber schon einmal erste Ideen für das Gebiet einreichen. Manche taten dies bereits in Form von konkreten Plänen, andere veranschaulichten ihre Zukunftsvisionen mit Zeichnungen, Collagen oder Comics. „Es gab eine große Bandbreite, aber viele Beiträge von erstaunlicher Qualität“, berichtet Tobias Großmann, Leiter des Stadtplanungsamts, der Mitglied der Jury war. Die wusste übrigens nicht, welcher Entwurf von welchem Büro stammt, die Auswahl erfolgte anonym.

Die 18 ausgewählten Planer kommen unter anderem aus Großbritannien, Frankreich, Kolumbien, Chile und den USA. „Es ist uns gelungen, vielversprechende Büros aus der ganzen Welt für die anstehende Planungsaufgabe in Backnang zu gewinnen“, freut sich IBA-Intendant Andreas Hofer. Durch das anonyme Verfahren hätten auch junge, weniger bekannte Büros eine Chance gehabt.

Ergänzt wird das Bewerberfeld um sechs renommierte Büros, unter anderem aus Kopenhagen, Rotterdam und Wien, die von den IBA-Machern direkt angesprochen wurden. Nicht mit dabei sein wird hingegen Helmut Jahn: Der Stararchitekt aus Chicago, der im Auftrag von Riva-Chef Hermann Püttmer vor zwei Jahren schon einmal einen umstrittenen Masterplan für das Quartier West entworfen hatte, hatte eine Einladung zum Wettbewerb erhalten, sagte jedoch ab. Die insgesamt 24 Teilnehmer des Wettbewerbs erhalten nun einen ausführlichen Auslobungstext, wenn der Gemeinderat diesen in seiner nächsten Sitzung abgesegnet hat. Zur Aufgabenstellung gehört auch, dass die Planer die Anregungen aus dem Bürgerdialog berücksichtigen sollen, an dem sich im vergangenen Jahr viele Backnanger beteiligt hatten.

Siegerentwürfe werden im Januar 2021 gekürt.

Die Teilnehmer haben dann bis zum 23. Oktober Zeit, um ihre Pläne einzureichen, bis 19. November müssen sie auch ein Modell des Quartiers liefern. Zuvor findet Mitte Juli aber noch ein Vor-Ort-Termin in Backnang statt, bei dem die Teilnehmer das Gelände besichtigen und Fragen stellen können. Für Bewerber die daran nicht teilnehmen können – etwa weil sie wegen Corona gar nicht nach Deutschland einreisen dürfen –, soll aber auch eine Möglichkeit gefunden werden, um sich aus der Ferne ein Bild von dem Gebiet zu machen, erklärt Tobias Großmann. Unter anderem will die Stadt den Bewerbern Drohnenaufnahmen von dem IBA-Gelände und seiner Umgebung zur Verfügung stellen.

Die Erwartungen an den Wettbewerb sind groß: „Mit der geballten Expertise und Kreativität der nun eingeladenen Büros bin ich mir sicher, dass wir einen mutigen, zukunftsfähigen und für Backnang gut passenden Entwurf bekommen“, sagt Baudezernent Stefan Setzer. Die Siegerentwürfe sollen im Januar 2021 gekürt werden, es ist ein Preisgeld von insgesamt 120000 Euro ausgesetzt.

Der Siegerentwurf soll laut Tobias Großmann als „roter Faden“ bei der Entwicklung des Quartiers dienen. Was aber nicht bedeutet, dass alles genau so umgesetzt wird wie im Masterplan vorgeschlagen. Klar ist, dass ein so großes Projekt ohnehin nur abschnittsweise und auch nicht von einem Architekturbüro alleine umgesetzt werden kann.

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Erstellt:
4. Juli 2020, 06:00 Uhr

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