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Im Wahn Streit gesucht

33-Jähriger steht wegen Straftaten in Winnenden vor Gericht – Schuldfähigkeit fraglich

Von Bernd S. Winckler

WINNENDEN.Ein nach Meinung des Staatsanwalts gefährlicher 33-jähriger Mann sitzt seit gestern auf der Anklagebank einer Großen Strafkammer am Stuttgarter Landgericht. Gefährlich deshalb, weil er an einer schweren Psychose leidet. Für die in Winnenden verübten Taten, die ihm vorgeworfen werden, ist er daher eher nicht schuldfähig: räuberische Erpressung, Einbruchdiebstahl und Körperverletzungen gegen seine Mutter.

Insgesamt sieben strafrechtliche Vorfälle, verübt in der Zeit zwischen 7. April und 14. Juni dieses Jahres, hat der Staatsanwalt in seiner Anklage aufgelistet, die wegen der psychischen Krankheit des Beschuldigten nur als Antragsschrift bewertet wird – Taten, bei denen sogar seine eigene Mutter verletzt worden sei. In krankhaftem Wahnzustand habe er an jenem 7. April gegen 12 Uhr in der Unteren Marktstraße in Winnenden vor einem Döner-Bistro Streit mit Gästen bekommen, weil man ihm keine Zigaretten und keinen Kaffee geben wollte. Mit einem Stuhl habe er versucht, zuzuschlagen. Letztlich soll ein Mann durch einen Schlag auf das Ohr verletzt worden sein.

Eine gute Stunde später an diesem Tag soll der Angeklagte gewaltsam in die Winnender Wohnung seiner Mutter eingedrungen sein und bei ihr erneut Zigaretten und Geld gefordert haben. Dabei habe er der Mutter Schläge auf den Kopf verpasst, ihr die Handtasche weggenommen und daraus 250 Euro geraubt.

Zwei Tage danach habe er die Mutter erneut schwer durch Fausthiebe misshandelt, um weitere 15 Euro zu bekommen. Der Staatsanwalt geht davon aus, dass auch diese Körperverletzungen und räuberische Erpressungen im Zustand der Schuldunfähigkeit verübt wurden. Ebenso ein neuerlicher Einbruch in der Wohnung der Mutter am 11. Juni, wobei er in diesem Fall Gegenstände, darunter auch den Fernseher, im Wert von 300 Euro, entwendet haben soll und einen hohen Einbruchschaden hinterlassen haben soll.

Bei zwei weiteren Einbrüchen in die Wohnung der Mutter wurde er allerdings von einem Nachbarn erwischt. Am 14. Juni soll er einem Mann, der ihm Zigaretten verweigerte, durch Würgen am Hals Schmerzen zugefügt haben. Beim letzten Einbruch in die Wohnung der Mutter am 14. Juni wurde er von der Polizei festgenommen. Seitdem befindet sich der 33-Jährige in einer geschlossenen psychiatrischen Anstalt.

Er sei in seinem krankhaften Zustand eine Gefahr für die Allgemeinheit, sagt der Ankläger, der den Antrag an das Gericht stellt, ihn für immer in der Einrichtung unterzubringen. Es bestehe die Gefahr weiterer strafbarer Handlungen, bei denen Menschen zu Schaden kommen könnten. Die 17. Strafkammer muss darüber jetzt entscheiden.

Nur drei der vorgeworfenen Taten gibt der Beschuldigte jedoch zu. Die restlichen vier Vorwürfe – die Schläge gegen die Mutter, den Vorfall vor dem Döner-Bistro und einen Einbruch – streitet er ab. Er habe seine Mutter nicht geschlagen, sagt er. Die Mutter solle dies im Zeugenstand auch bestätigen. Einmal habe er zwar den Fernseher aus der Wohnung gestohlen, weil er diesen verkaufen wollte, um mit dem Geld nach Tschechien auszuwandern. Außerdem habe er immer wieder fremde Stimmen gehört und sich sehr schlecht gefühlt. Das Gericht hat einen psychiatrischen Gutachter eingeschaltet, um über die Krankheit des Angeklagten nähere Auskunft zu bekommen, ehe am 15. November per Urteil die Entscheidung verkündet wird.

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Erstellt:
19. Oktober 2018, 06:00 Uhr

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