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Israel liefert Staatsbürger nach Mord in Deutschland aus

dpa Jerusalem/Ulm. Mehr als zwei Jahre nach der Ermordung eines Mannes in Ulm während eines Einbruchs hat Israel einen der mutmaßlichen Täter nach Deutschland ausgeliefert. Dem Israeli würden unter anderem Mord, Raub, Einbruch und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen, teilte das Justizministerium in Jerusalem am Donnerstag mit. Dem Auslieferungsantrag nach hatte es um den Jahreswechsel 2017/2018 zwei Einbrüche gegeben, beim zweiten Einbruch sei einer der Wohnungseigentümer ums Leben gekommen. Israel hatte den Verdächtigen vor zwei Jahren festgenommen.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Ulm kam der mutmaßliche Täter am Mittwoch am Frankfurter Flughafen an und sollte noch am Donnerstag dem Haftrichter vorgeführt werden. Den bislang ungeprüften Angaben zufolge sei der Mann 33 Jahre alt und ursprünglich in Kirgistan geboren worden, sagte ein Sprecher der Behörde. „Das müssen wir aber noch klären.“

Dem Auslieferungsgesuch zufolge war der Israeli mit einem Komplizen in das Haus einer Frau (Jahrgang 1926) und ihres Sohnes eingebrochen, wie das israelische Justizministerium mitteilte. Während des Einbruchs sei der Sohn aufgewacht. Die Einbrecher hätten den Mann geschlagen, die Treppe hinuntergezerrt, gefesselt und seinen Mund mit Klebeband verschlossen. Die Männer hätten auch die Mutter angegriffen und verletzt. Sie hätten Geld und Schmuck gestohlen und seien verschwunden. Im Krankenhaus sei später der Tod des Sohnes aufgrund von Schlägen gegen den Kopf und durch Ersticken festgestellt worden.

Im September hatte das Landgericht Ulm bereits einen der mutmaßlichen Haupttäter zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann maßgeblich an dem tödlichen Angriff auf den 59 Jahre alten Bewohner des Reihenhauses auf dem Ulmer Eselsberg mitgewirkt hatte. Die Täter stahlen demnach Schmuck im Wert von etwa 10 000 Euro.

Laut der Mitteilung des Justizministeriums floh der Israeli gemeinsam mit seinem Komplizen nach der Tat nach Italien und kam von dort nach Israel.

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Erstellt:
27. Februar 2020, 16:28 Uhr

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