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Jede zweite Abschiebung gescheitert

Viele Migranten bei Abschiebetermin nicht auffindbar

Berlin /AFP - Die Mehrheit der Abschiebungen aus Deutschland ist im vergangenen Jahr gescheitert. Von den 57 035 vorgesehenen Rückführungen kamen 30 921 nicht zustande, wie ein Ministeriumssprecher am Sonntag sagte. Das entspricht einem Anteil von gut 54 Prozent. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) nannte die Quote nicht akzeptabel und kündigte Gegenmaßnahmen an.

Das vergangene Jahr sei das erste gewesen, in dem die Zahl der gescheiterten Abschiebungen die der gelungenen überstieg, sagte der Ministeriumssprecher. Demnach waren 2017 rund 25 673 Abschiebungen abgewickelt worden, während 22 802 Rückführungsversuche scheiterten. 2018 wurden mehr als 27 000 zur Abschiebung vorgesehene Ausländer von den Bundesländern nicht wie geplant an die Bundespolizei übergeben, wie Seehofer der „Bild am Sonntag“ sagte. Die Bundespolizei führt Abschiebungen durch. Gründe für die abgesagten Übergaben waren laut Seehofer etwa, dass die Betroffenen „nicht auffindbar“ waren oder „nicht über die erforderlichen Reisedokumente verfügten“.

Daneben gebe es auch Menschen, „die ihre Rückführung am Flughafen verhindern“, sagte der Minister. Laut der „Bild am Sonntag“ wurden im vergangenen Jahr 3220 Rückführungen nach der Übergabe an die Bundespolizei und kurz vor der Abreise abgebrochen. Der häufigste Grund dafür sei „aktiv passiver Widerstand“ der Abzuschiebenden gewesen.

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Erstellt:
26. Februar 2019, 10:25 Uhr

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