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Jugendämter im Südwesten nehmen weniger Kinder in Obhut

dpa/lsw Stuttgart. Die Jugendämter in Baden-Württemberg haben im vergangenen Jahr 4752 Kinder und Jugendliche in Obhut genommen. Das sind vier Prozent weniger als im Vorjahr, wie das Statistische Landesamt am Dienstag in Stuttgart mitteilte. Hauptgrund der niedrigeren Zahlen sei der Rückgang bei Hilfen wegen unbegleiteter Einreise aus dem Ausland. Deren Zahl sank um 29 Prozent auf 788.

In 3964 Fällen lagen andere Gründe als die unbegleitete Einreise vor. In 41 Prozent der Fälle ging das Eingreifen der Jugendämter auf die Überforderung der Eltern zurück. Zweithäufigster Anlass waren Anzeichen von Misshandlung (20 Prozent). Bei je 14 Prozent gab es Hinweise auf Beziehungsprobleme oder Vernachlässigung.

Mehr als jeder zweite der in Obhut genommene Minderjährigen war zwischen 14 und 18 Jahre alt (57 Prozent). 43 Prozent waren jünger.

Eine sogenannte Inobhutnahme ist möglich, wenn eine dringende Gefahr für ein Kind oder einen Jugendlichen besteht. In dem Fall sorgt das Jugendamt für eine vorläufige Unterbringung etwa in einer Einrichtung oder bei einer geeigneten Person.

Seit dem Jahr 2017 erfasst die Statistik sowohl reguläre als auch vorläufige Inobhutnahmen. Dadurch kann es zu Doppelzählungen kommen, wenn Kinder und Jugendliche etwa zunächst in vorläufige und im Anschluss noch einmal in reguläre Obhut genommen werden.

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Erstellt:
4. August 2020, 12:24 Uhr

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