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Kinobetreiber planen den Neustart

Die Lichtspielhäuser in Backnang dürfen nach der coronabedingten Schließungsphase wieder den Betrieb aufnehmen, wenn auch mit Auflagen. Im Kino Universum ist es voraussichtlich ab Mitte des Monats so weit, im Traumpalast wohl erst Ende Juli.

Annegret (links) und Julia Eppler messen im Kino Universum aus, welche Plätze belegt werden können, damit die Abstandsregelung eingehalten wird. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Annegret (links) und Julia Eppler messen im Kino Universum aus, welche Plätze belegt werden können, damit die Abstandsregelung eingehalten wird. Foto: A. Becher

Von Bernhard Romanowski

BACKNANG. Große Leinwand, große Filme, große Gefühle: Was sich in den vergangenen Monaten coronabedingt auch in Backnang und Umgebung nur im Autokino erleben ließ, ist nun wieder in den Lichtspielhäusern gestattet. Allerdings gibt es hier ebenfalls Auflagen, unter denen das Kinoerlebnis stattfindet.

Im Universum Backnang der Familie Eppler laufen die Vorbereitungen für die Wiederaufnahme des Kinobetriebs an der Sulzbacher Straße 32 schon auf Hochtouren. Annegret Eppler zeigt sich zuversichtlich, dass sie dort ab 16. Juli Besucher einlassen und das neue Programm über die Leinwand flimmern kann. Erst einmal steht aber ein großer Plattformwechsel des EDV-Systems im Universum an, der ziemlich aufwendig ist. Auch das Kassensystem muss noch umgestellt werden, da bekanntlich bis Ende des Jahres eine reduzierte Mehrwertsteuer gilt. Ist es schwierig, derzeit eine Fachfirma dafür zu finden? „Der Kassen- und IT-Spezialist bin ich hier. Ich habe aber auch eine Anleitung unseres Anbieters“, sagt Annegret Eppler lachend und bringt damit den Umstand auf den Punkt, dass so ein Kino im Familienbetrieb eben auch vielfältige Aufgaben für die Beteiligten mit sich bringt.

„Wir werden die Anfangszeiten entzerren“, sagt sie mit Blick auf die Kontrolle des Besucherandrangs zum Ende des einen und Beginn des anderen Films. Es gilt dann auch ein Hygieneplan. Ein Punkt darin lautet, dass die Gäste im Haus einen Mundschutz tragen müssen, den sie am Platz aber dann wieder ablegen können. Im Kinosaal sind die Abstandsregeln umzusetzen. Epplers arbeiten derzeit noch an einem vernünftigen Konzept, wo in welcher Reihe die Leute sitzen dürfen und wie man Gruppen mit bis zu 20 Personen, die beisammensitzen dürfen, entsprechend unterbringt.

Viele Plätze müssen frei bleiben.

Auch aufgrund der beschränkten Anzahl von Personen, die gemeinsam an einer solchen Filmvorführung teilnehmen dürfen, werden viele Plätze also frei bleiben müssen. Für die Nachverfolgung einer möglichen Infektionskette sind die Daten der Besucher wichtig. Sie müssen sich also wie in gastronomischen Betrieben auch in eine Liste eintragen. „Da viele Leute ihre Tickets online kaufen, können sie sich im Zuge dessen schon von daheim aus eintragen“, erklärt Eppler. Bis Ende dieser Woche soll das Programm stehen und auf der Homepage des Kinos verfügbar sein. Dazu gehört der Film „Undine“ aus dem Arthouse-Bereich, mit dem Christian Petzold „das Märchen des Wasserwesens neu und in ganz eigener Bildsprache erzählt“, wie Eppler ankündigt. Auch der neue Tanzfilm „Into the Beat – Dein Herz tanzt“, in dem Ballett auf Breakdance trifft, wird im Universum gezeigt. Der Streifen „Takeover – Voll vertauscht“ gehört ebenfalls zum Programm – laut Eppler eine Verwechslungskomödie im Stile des „Doppelten Lottchen, aber mit den „Lochis“ Heiko und Roman Lochmann in den Hauptrollen.

Für die Kinder wird der Animationsfilm „Meine Freundin Conni“ von den Epplers angeboten. Auch der Disneyfilm „Onward – Keine halben Sachen“ wird im Universum-Kino gezeigt. Zudem ist wieder eine Sneakpreview geplant, also die Vorführung eines erst später offiziell erscheinenden Films, wie Eppler ankündigt. Einfach sei es indessen nicht, ein attraktives und vor allem aktuelles Programm für die Kinobesucher zusammenzustellen, da auch die Filmproduktionen und der Verleih national wie international mit Corona zu kämpfen hat und es viele Verzögerungen und Unwägbarkeiten gab und gibt.

Das betont auch Heinz Lochmann, der neun Filmtheater, darunter das Kino Traumpalast in der Eduard-Breuninger-Straße in Backnang, betreibt. „Wir machen sofort auf, sobald neue größere Filme da sind“, erklärt der Rudersberger. Ursprünglich sei Anfang Juli die Zielmarke für den Neubeginn gewesen. Aber da die Veröffentlichung etlicher US-amerikanischer Produktionen verschoben wurde, habe er umdisponieren müssen. Die Sachlage mache es schwierig, ein attraktives Programm für die Kinofreunde anzubieten. Außerdem befindet der Unternehmer: „Alle 14 Tage kommen neue Bestimmungen zu Lockerungen oder neue Hiobsbotschaften, und die Leute sind verunsichert, weil von einer zweiten Coronawelle die Rede ist.“

Lochmann hofft darauf, dass es ab Mitte des Monats möglicherweise mehr Planungssicherheit gibt, welche Bestimmungen nun definitiv zu befolgen sind. Schließlich müsse er einen zufriedenstellenden Hygieneplan vorhalten und seine Mitarbeiter entsprechend diesbezüglich schulen, um einen reibungslosen und ordnungsgemäßen Betrieb gewährleisten zu können. Denn: „Nicht zuletzt sollen sich die Gäste ja auch wohl und sicher fühlen bei uns.“

Nach derzeitigem Stand der Dinge geht Marius Lochmann, der Sohn von Heinz Lochmann und Betriebsleiter im Unternehmen, davon aus, den Traumpalast Anfang August wieder öffnen zu können. Gezeigt wird dann der actionreiche Science-Fiction-Film „Tenet“ von Christopher Nolan. „Und einige andere Filme, die kurz vor der Schließung wegen Corona noch aktuell waren“, so Lochmann junior.

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Erstellt:
6. Juli 2020, 06:00 Uhr

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