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Kleinspielfeld statt Stadion

Nach dem Bau der neuen Kita in der Plaisir ist kein Platz mehr für einen großen Sportplatz – Schulen genügt abgespeckte Version

Um den wachsenden Betreuungsbedarf in Backnang auch künftig decken zu können, baut die Stadt neben der Sporthalle Katharinenplaisir eine neue sechsgruppige Kita. Die Pläne für einen großen Sportplatz, der an dieser Stelle einmal geplant war, sind damit vom Tisch. Sportflächen sieht zwar auch der neue Bebauungsplan vor, allerdings fallen diese nun wesentlich kleiner aus.

Der Bau der sechsgruppigen Kindertagesstätte neben der Sporthalle ist bereits beschlossen, ob und wann auch die neuen Sportanlagen in der Plaisir gebaut werden, ist dagegen noch offen. Karte: Stadt Backnang/Bearbeitung: J. Bauer

Der Bau der sechsgruppigen Kindertagesstätte neben der Sporthalle ist bereits beschlossen, ob und wann auch die neuen Sportanlagen in der Plaisir gebaut werden, ist dagegen noch offen. Karte: Stadt Backnang/Bearbeitung: J. Bauer

Von Kornelius Fritz

BACKNANG. Bereits im März hatte der Gemeinderat den Bau der neuen Tagesstätte einstimmig beschlossen (wir berichteten). Mit einer Änderung des Bebauungsplans wurden nun auch die baurechtlichen Voraussetzungen dafür geschaffen. Die Stadt reagiert damit auf die steigende Kinderzahl: Bis 2021 rechnet man im Rathaus mit dem Zuzug von mehr als 500 Kindern unter sechs Jahren. Die neue Kita, die 2020 in Betrieb gehen soll, ist dann mit 120 Plätzen die größte in ganz Backnang. Geplant sind insgesamt sechs Gruppen, darunter drei im Ganztagsbetrieb und eine Krippengruppe für unter Dreijährige. Die Tagesstätte soll einen besonderen Schwerpunkt im Bereich Sport haben. Die Stadt will dafür mit der TSG Backnang 1846 kooperieren.

Ein anderes Projekt ist damit allerdings gestorben: Als das Gebiet Katharinenplaisir vor mehr als 15 Jahren neu entwickelt wurde, hatten die Planer dort auch einen großen Sportplatz mit Fußballfeld und einer 400-Meter-Bahn vorgesehen. Dieser war bis jetzt im Bebauungsplan eingezeichnet, und zwar an der Stelle, wo jetzt die Kita entstehen soll. Allerdings wurde er nie realisiert – „aus vielerlei Gründen“, wie Baudezernent Stefan Setzer sagt. Neben den hohen Kosten spielte auch eine Rolle, dass die Flächen, auf denen der Sportplatz geplant war, zum Teil in Privatbesitz sind. Außerdem war der Bedarf dann wohl doch nicht so dringend. Bevor sie das Projekt mit dem neuen Bebauungsplan nun endgültig beerdigte, hat die Verwaltung aber noch einmal eine Umfrage bei den Sportvereinen und den umliegenden Schulen gemacht. Dabei, so Setzer, habe man die Rückmeldung erhalten: „Wir brauchen den Sportplatz nicht.“ Jedenfalls nicht in dieser Größe.

Sportflächen unter freiem Himmel werden allerdings sehr wohl benötigt: Die Schulen – neben der Plaisirschule liegen auch die Gemeinschaftsschule und das Gymnasium in der Taus in der näheren Umgebung – wünschen sich für den Sportunterricht ein Kleinspielfeld, eine Kugelstoß- und eine Weitsprunganlage sowie eine 100-Meter-Laufbahn. Die Stadt hat diese Wünsche in den neuen Bebauungsplan aufgenommen: Die Sportanlagen sollen östlich der Tagesstätte Richtung Zeller Weg entstehen. Der Eingriff in die Streuobstwiesen falle dadurch geringer aus als bei der früheren Planung, erklärt der Leiter des Stadtplanungsamts, Tobias Großmann.

Er spricht von einem „runden Gesamtpaket“, zu dem auch eine Erweiterung des Parkplatzes um 46 Stellplätze gehört, denn auf dem bestehenden Parkplatz könnte es eng werden, wenn die neue Kita in Betrieb geht. Der Gemeinderat segnete den neuen Bebauungsplan jetzt ohne größere Diskussion einstimmig ab, was allerdings nur bedeutet, dass die Sportanlagen dort gebaut werden können. Ob sie tatsächlich gebaut werden und wenn ja, wann, steht in den Sternen.

In der mittelfristigen Finanzplanung bis 2022, die Kämmerer Alexander Zipf jetzt im Gemeinderat präsentierte, taucht das Projekt jedenfalls nicht auf. Und auch um die abgespeckte Variante zu realisieren, müsste die Stadt erst noch Grundstücke kaufen. OB Frank Nopper will deshalb keine allzu großen Erwartungen wecken: „Von einer Realisierung sind wir noch meilenweit entfernt.“

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Erstellt:
29. September 2018, 06:00 Uhr

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