Kommentar: Das Grundproblem bleibt bestehen
Kommentar: Das Grundproblem bleibt bestehen
Von Tobias Heimbach
Wer in einer deutschen Groß- oder Universitätsstadt eine Wohnung mieten möchte, hat es schwer. Es gibt wenige Annoncen, die Preise sind hoch – und manchmal gibt es überzogene Angebote. Das Vorurteil vom gierigen Vermieter ist übertrieben, insbesondere bei Privatvermietern. Doch wie überall gibt es schwarze Schafe, die Gesetzeslücken ausnutzen.
Das betrifft etwa Kurzzeitvermietung und möbliertes Wohnen. Wenn ein Vermieter in eine Wohnung zwei Stühle vom Discounter, einen Tisch und ein altes Sofa stellt und mehr als 25 Euro pro Quadratmeter verlangt, widerspricht das dem Sinn der Mietpreisbremse. Dass Justizministerin Stefanie Hubig dem nun mit einem neu vorgelegten Gesetz einen Riegel vorschieben will, ist richtig.
Man darf allerdings nicht erwarten, dass dadurch plötzlich in begehrten Lagen die Mietpreise fallen. Denn das Grundproblem bleibt bestehen: In deutschen Städten wird zu wenig gebaut. Hohe Zinsen, gestiegene Baukosten und oftmals fehlende Grundstücke bremsen Bauherren.
Union und SPD wollen gegensteuern. So hat die Bundesregierung den „Bauturbo“ verabschiedet und auch die Fördermittel für den Wohnungsbau erhöht. Doch das dürfte zu wenig sein, der Markt kommt nicht in Schwung. Für die nächsten Jahre sagen Experten sogar voraus, dass die Zahl der fertiggestellten Wohnungen sinkt. Schnelle Besserung ist also nicht in Sicht.
