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KSC wendet Insolvenz ab: Keine Gespräche mit Schäfer

dpa/lsw Karlsruhe. Kurz vor seiner Mitgliederversammlung wendet der Karlsruher SC eine Insolvenz ab. Auch dank der Finanzspritze einer Investorengruppe gelingt ein erster Schritt zur Sanierung. Aber Fragen bleiben. Auch die nach der möglichen Rückkehr von Winfried Schäfer.

Ein Hinweisschild zum Wildparkstadion. Foto: Uli Deck/dpa/Archivbild

Ein Hinweisschild zum Wildparkstadion. Foto: Uli Deck/dpa/Archivbild

Von Winfried Schäfer persönlich hat der Karlsruher SC bislang nichts gehört. Die Bereitschaft des Trainers zu einer Rückkehr zu seinem Ex-Club kenne man nur aus den Medien, sagte Vizepräsident Holger Siegmund-Schultze auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Fußball-Zweitligisten am Freitagabend. „Wenn Herr Schäfer sich bei uns in der Geschäftsstelle meldet, dann wird sicher irgendjemand mit ihm reden, aber das werden dann sicher nicht die beiden Vizepräsidenten sein“, sagte er. Der 70 Jahre alte Schäfer war auf der virtuellen Versammlung trotz seiner Verdienste um den KSC aber nur ein Randthema.

Denn kurz vor der Online-Schalte mit zwischenzeitlich 2263 zugeschalteten Mitgliedern hatte der Traditionsclub die drohende Insolvenz abgewendet. Gut eine Stunde vor dem Start der Veranstaltung teilten die Badener eine Verringerung ihres Schuldenstandes um rund 20 Millionen Euro mit. Die für die Mitgliederversammlung ursprünglich vorgesehene Abstimmung über eine Insolvenz in Eigenverwaltung war damit hinfällig.

Dieser Schritt glückte dank entsprechender Vergleichs- und Abgeltungsvereinbarungen mit den Hauptgläubigern Michael Kölmel und Günter Pilarsky sowie einer sechs Millionen Euro hohen Finanzspritze regionaler Investoren, wie es in der Mitteilung hieß. Damit wurde der Schuldenstand laut KSC-Angaben von über 30 auf rund zehn Millionen Euro reduziert.

Kölmel und Pilarsky hatten zuvor auf Forderungen in Millionenhöhe verzichtet, beide erhalten im Gegenzug KSC-Aktien. Das „Bündnis KSC“, ein Zusammenschluss neun regionaler Unternehmen und Unternehmer, zeichnet im Rahmen einer Kapitalerhöhung Aktien im Wert von sechs Millionen Euro. Diese Investition hatte das Bündnis an einen Rücktritt von KSC-Präsident Ingo Wellenreuther geknüpft, der sich tags zuvor zurückgezogen hatte. Einen Nachfolgekandidaten für Wellenreuther gibt es bislang nicht. Eine Neuwahl werde auf jeden Fall vor der Mitgliederversammlung im Herbst stattfinden.

Schäfer dagegen kann sich eine Rückkehr in sportlicher Verantwortung vorstellen. Er sei im Grundsatz „gesprächsbereit“, sagte er den „Badischen Neuesten Nachrichten“. Die Mannschaft brauche „einen Trainer sowie einen Sportdirektor, dem sie glauben, vertrauen und dem sie folgen“, wird Schäfer dort zitiert.

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Erstellt:
15. Mai 2020, 18:24 Uhr

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