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Land baut Provenienzforschung mit Millionenbetrag aus

dpa/lsw Stuttgart. Baden-Württemberg will die Provenienzforschung ausbauen und weitere Arbeiten zur Herkunfts- und Erwerbsgeschichte von Kulturgütern in seinen Museen mit einem Millionenbetrag finanzieren. Außerdem werde die sogenannte Namibia-Initiative mit weiteren 2,25 Millionen Euro unterstützt, kündigte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) am Freitag in Stuttgart an. Im Rahmen der Initiative werden die Kolonialgeschichte aufgearbeitet und die Zusammenarbeit von Museen, Hochschulen und Archiven in den beiden Ländern unterstützt.

Theresia Bauer (Bündnis 90/Die Grünen), Wissenschaftsministerin in Baden-Württemberg. Foto: Tom Weller/dpa/Archivbild

Theresia Bauer (Bündnis 90/Die Grünen), Wissenschaftsministerin in Baden-Württemberg. Foto: Tom Weller/dpa/Archivbild

„Die Rückgabe von Hendrik Witboois Bibel und Peitsche in Namibia im Februar 2019 war für uns nicht Schlusskapitel der Aufarbeitung, sondern der Auftakt für eine Gesamtstrategie zum Umgang mit dem kolonialen Erbe“, sagte die Ministerin zum Auftakt einer zweitägigen Konferenz, auf der sich Experten über Konzepte für ethnologische Museen austauschen. „Baden-Württemberg kann und möchte bei der Aufarbeitung der Kolonialzeit und ihrer Folgen Vorreiter sein.“

Familienbibel und Peitsche des Nama-Anführers Hendrik Witbooi (1830-1905) waren 1893 von deutschen Truppen erbeutet worden. Beide Gegenstände kamen 1902 als Schenkung ins Stuttgarter Linden-Museum. Die Rückgabe war die erste sogenannte Restitution kolonialer Kulturgüter aus einem Museum in Baden-Württemberg.

Zahlreiche weitere Objekte in den ethnologischen Sammlungen seien unrechtmäßig oder zumindest auf ethisch bedenkliche Weise in die Museen gelangt, gab die Ministerin zu bedenken. „Wir müssen uns alle miteinander zu Recht mit der Kritik aus den Herkunftsgesellschaften auseinandersetzen, oft in Verbindung mit Rückgabeforderungen“, forderte Bauer weiter.

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Erstellt:
28. Februar 2020, 13:44 Uhr

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