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Landtag gedenkt der Opfer des Nationalsozialismus

dpa/lsw Gomadingen. Mit einer zentralen Gedenkfeier in der Gedenkstätte Grafeneck hat der baden-württembergische Landtag an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert. In dem früheren Behindertenheim auf der Schwäbischen Alb waren im Zweiten Weltkrieg mehr als 10 500 Menschen umgebracht worden.

Ein Gedenkstein weist auf die Gedenkstätte Grafeneck hin. Foto: Marijan Murat/dpa

Ein Gedenkstein weist auf die Gedenkstätte Grafeneck hin. Foto: Marijan Murat/dpa

Erinnerung sei mehr als Gedenken an die Vergangenheit, sagte Landtagspräsidentin Muhterem Aras am Montag in der Nähe von Gomadingen (Landkreis Reutlingen). Erinnerung sei aktuell. „Kein Mensch darf Nützlichkeitserwägungen unterworfen werden - niemals mehr.“ Die Grünen-Politikerin lobte Grafeneck als Ort, der Gedenken und Leben vereine. Dort sei unter anderem eine inklusive Wohngruppe des Samariterstifts untergebracht. Dies sei ein „starkes Zeichen“, sagte Aras.

In Grafeneck ermordeten die Nationalsozialisten geistig behinderte und psychisch kranke Menschen, die sie als „unnütze Esser“, „Defektmenschen“ oder „seelenlose Menschenhülsen“ bezeichneten. Die Nazis sprachen von einem „Euthanasie“-Programm (griechisch: schöner Tod). Dem organisierten Massenmord an seelisch leidenden, körperlich oder geistig behinderten Menschen und chronisch Kranken fielen bis zum Kriegsende 1945 europaweit nach unterschiedlichen Expertenschätzungen 120 000 bis 250 000 Menschen zum Opfer.

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Erstellt:
27. Januar 2020, 16:59 Uhr

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