Linksabbieger legen wichtige B-14-Kreuzung lahm

Viele Autofahrer nehmen wegen der Sperrung des Zubringers die Umleitung über Strümpfelbach. Die sanierten Passagen des Zubringers sind nur noch „für Anlieger frei“.

Die Linksabbieger in Strümpfelbach finden auf der Abbiegespur keinen Platz und blockieren daher nach hinten hinaus die B14. Die Blechlawine staut sich bis zur Einmündung der Sulzbacher Straße in Backnang und während der Rushhour sogar bis zum Wasserturm.Foto: privat

Die Linksabbieger in Strümpfelbach finden auf der Abbiegespur keinen Platz und blockieren daher nach hinten hinaus die B14. Die Blechlawine staut sich bis zur Einmündung der Sulzbacher Straße in Backnang und während der Rushhour sogar bis zum Wasserturm.Foto: privat

Von Matthias Nothstein

Backnang/Aspach. Jeder konnte sich ausrechnen, dass die Verkehrsprobleme beim dritten Abschnitt der Sanierung des Autobahnzubringers zwischen Backnang und Mundelsheim die größten sind. Dann nämlich, wenn die Strecke Backnang/Großaspach für den gesamten Verkehr gesperrt wird. Dass es aber so dick kommt, damit haben wohl nicht einmal die ärgsten Pessimisten gerechnet.

In Großaspach zum Beispiel wurde Bürgermeisterin Sabine Welte-Hauff schon in den frühen Morgenstunden darüber informiert, dass sich ein 40-Tonner in eine Wohnstraße verirrt habe und nun vor einer 90-Grad-Kurve stehe und nicht mehr weiterkomme. Und das war nur die Spitze des Eisbergs, im gesamten Ort reihte sich Fahrzeug an Fahrzeug. Sofort machte sich die Rathauschefin auf den Weg und sorgte mit Warnweste ausgestattet höchstselbst vor Ort dafür, dass das Chaos zumindest ein bisschen gemildert wurde, und das, obwohl sie eigentlich Urlaub hat. Mehrere Mitarbeiter des Rathauses lotsten die Lastwagenfahrer auf die richtigen Wege. Trotzdem krachte es am Abend. Ein Lastwagen landete in der Gartenstraße in einem Vorgarten. Die genaue Unfallursache und die Höhe des Sachschadens war bis Redaktionsschluss noch nicht bekannt.

Ampelschaltung noch nicht angepasst

Auch aus der anderen Richtung hatten die Verantwortlichen nicht alles bis zu Ende durchdacht. So wollten viele Verkehrsteilnehmer von Backnang über Strümpfelbach nach Großaspach kommen. An der Germania-Kreuzung in Strümpfelbach war jedoch die Ampelschaltung nicht an die neuen Erfordernisse angepasst worden. Mit der Konsequenz, dass Linksabbieger wie bisher nur zehn Sekunden grün haben. Das reicht im günstigsten Fall für sechs zackige Autofahrer, und wenn auch nur einer pennt, für vier. Und auch dann nimmt der letzte der genervten Fahrzeugführer die Kreuzung bei Dunkelgelb. Auf die nächste Grünphase muss dann wieder mehr als eine Minute gewartet werden. Weil aber auf der Aufstellfläche nur maximal zwölf Fahrzeuge Platz finden, ist die B14 in Fahrtrichtung Oppenweiler von all jenen Fahrzeugen blockiert, die darauf warten, links abbiegen zu dürfen.

Die Leiterin des Backnanger Rechts- und Ordnungsamts, Gisela Blumer, hatte sich schon im Vorfeld eine Änderung der Ampelschaltung gewünscht, sich aber bei den Verantwortlichen nicht durchsetzen können. Gestern erklärte sie, dass man auf Hochtouren daran arbeite, Optimierungen zu treffen. Dies auch in Bezug auf die Beschilderung. In diesem Fall sei nicht alles so wie ursprünglich besprochen ausgeführt worden. So parkten Fahrzeuge in Strümpfelbach in der Ludwigsburger Straße, die nach Großaspach führt, weil dort kein absolutes Halteverbot ausgeschildert war.

Neue Umleitung schon ab Hardtwaldkreuzung

Gisela Blumer und Sabine Welte-Hauff setzten sich gestern den gesamten Tag über für Optimierungen ein. Am Abend meldete Blumer dann eine weitere wesentliche Änderung. Ab sofort wird der Verkehr auf dem Autobahnzubringer an der Hardtwaldkreuzung komplett nach rechts in Richtung Kirchberg, Burgstall, Erbstetten, Backnang umgeleitet. Die ersten beiden bereits sanierten Abschnitte des Zubringers sind ab sofort nur noch „für Anlieger frei“. Blumer spricht eindeutige Worte: „Angesichts der vielen uneinsichtigen Umleitungsverweigerer blieb uns keine andere Lösung.“ Die Beschilderung wurde unmittelbar nach der Anordnung geändert.

Die Verantwortlichen hoffen, dass die Verkehrsteilnehmer aus dem Chaos die richtigen Lehren ziehen und das Gebiet weiträumig umfahren. Die Umleitung dauert im günstigsten Fall bis Monatsende, wenn die Witterung nicht mitspielt länger.

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Erstellt:
20. August 2021, 06:00 Uhr

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