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Luftverkehrsbranche setzt auf klimaneutralen Treibstoff

dpa Berlin/Frankfurt. Das Fliegen steht besonders in der Kritik von Klimaschützern. Nun hat der deutsche Branchenverband BDL verschiedene Vorschläge gebündelt. Schnelle Lösungen sind nicht dabei.

Ein Flugzeug im Landeanflug auf einen Flughafen. Foto: Robert Michael

Ein Flugzeug im Landeanflug auf einen Flughafen. Foto: Robert Michael

Auf dem Weg zum klimaneutralen Fliegen setzt die deutsche Luftverkehrsbranche langfristig auf die Entwicklung und massenhafte Produktion synthetischen Flugbenzins.

Das fossile Kerosin müsse durch regenerative Kraftstoffe ersetzt werden, damit die CO2-Emissionen des Luftverkehrs auf Null sinken könnten, heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Erklärung des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL). Dafür sei eine industriepolitische Initiative der EU und ihrer Mitgliedsstaaten notwendig.

So könnte beispielsweise überschüssige Windkraft mit dem „Power to Liquid“-Verfahren zur Kraftstoffproduktion eingesetzt werden. In der Erklärung zeigten sich die beteiligten Unternehmen bereit, sich an Pilotprojekten zu beteiligen, ohne einen konkreten Zeitplan zu benennen. Zuvor hatte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ darüber berichtet.

Der Branchenverband, in dem unter anderem die Flughäfen und die größeren Fluggesellschaften organisiert sind, verlangte zudem, die deutsche Luftverkehrssteuer für die Förderung der regenerativen Kraftstoffe einzusetzen. Bislang hatte sich der BDL stets für die Streichung der sogenannten Ticketsteuer eingesetzt, die dem Bund im vergangenen Jahr rund 1,2 Milliarden Euro eingebracht hat. Einzelne Manager wie der Lufthansa-Vorstandsvorsitzende Carsten Spohr oder der Frankfurter Flughafenchef Stefan Schulte hatten diese Position bereits in den vergangenen Monaten aufgegeben.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) begrüßte zwar die Zielsetzung des Verbandes, wies aber auf weitere schädliche Folgen des Flugverkehrs hin. Verkehrsexperte Arne Fellermann verlangte eine Ausweitung der bestehenden Luftverkehrsabgabe um eine Klimakomponente. Die erhöhten Einnahmen sollten zur Finanzierung klimafreundlicherer Alternativen wie der Bahn eingesetzt werden. Der tourismuspolitische Sprecher der Grünen, Markus Tressel, verlangte einen konkreten Zeitplan und belastbare CO2-Reduktionsziele.

Der BDL macht weitere Vorschläge: So sollen den Passagieren im Buchungsprozess leichter CO2-Kompensationszahlungen angeboten werden. Auch müsse der europäische Luftraum weiter vereinheitlicht werden, um klimaschädliche Umwege der Flugzeuge zu vermeiden. Man sei bereit, innerdeutsche Flugstrecken einzustellen, wenn mit einer gut ausgebauten Bahnanbindung sogenannter intermodaler Verkehr möglich werde. Die Fluggesellschaften investierten in neues, effizienteres Fluggerät und nähmen weiterhin an den internationalen Programmen zum Emissionshandel teil. Nationale Alleingänge etwa zur Einführung einer CO2-Bepreisung lehnt der BDL aber weiterhin ab.

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Erstellt:
2. August 2019, 15:51 Uhr

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