Mannheimer OB für mehr Differenzierung bei Corona-Maßnahmen

dpa/lsw Mannheim. Der Mannheimer Oberbürgermeister Peter Kurz hat sich für genauere Analysen ausgesprochen, in welchen Bereichen die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus hoch ist. „In der aktuellen Phase geht es um die Vermeidung von Begegnung und Mobilität. Das kann man bei ganz hohen Inzidenzen auch rechtfertigen“, sagte der SPD-Politiker dem „Mannheimer Morgen“ (Samstag). „Aber wenn ein Museum geöffnet hat, sind die Straßenbahnen deswegen nicht voller.“

Peter Kurz, Oberbürgermeister der Stadt Mannheim. Foto: Uwe Anspach/dpa/Archivbild

Peter Kurz, Oberbürgermeister der Stadt Mannheim. Foto: Uwe Anspach/dpa/Archivbild

„Auf Dauer müssen wir mehr differenzieren. Im Sinne von: Welche Bereiche sind riskant? Und da muss ich sagen, dass die Nichtdifferenzierung nicht überzeugend ist“, sagte der Rathauschef in der zweitgrößten Stadt Baden-Württembergs. Dass ein grundgesetzlich geschützter Bereich auf Dauer wegen der Pandemiebekämpfung geschlossen ist, könne man über solche Zeiträume nicht rechtfertigen.

„Bei den Ministerpräsidentenkonferenzen hätte man ja quasi alle drei Wochen die Gelegenheit, Kunst und Kultur ein Signal zu geben, dass man sie auch unter ihrem besonderen gesellschaftlichen und verfassungsrechtlichen Rang betrachtet“, sagte Kurz der Zeitung weiter. Das sei bislang genauso wenig ausgelotet worden wie die geringe Infektionswahrscheinlichkeit in vielen Sektoren der Kultur. „Das wäre überfällig und genau das nötige Signal, um zu zeigen, dass man diesen Fehler korrigieren will. Wobei uns die Pandemielage jetzt gar keine andere Wahl lässt, als Kontakte radikal zu reduzieren.“

© dpa-infocom, dpa:210327-99-993548/2

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Erstellt:
27. März 2021, 12:25 Uhr

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