Trotz Hitzlsperger-Hammer und Anton-Ausfall: VfB „unbeirrt“

dpa/lsw Stuttgart. Trainer Matarazzo bedauert den Abschied von Vorstandschef Hitzlsperger vom VfB Stuttgart. Von seinem Weg will er sich dadurch aber nicht abbringen lassen. Wie er ohne Abwehrchef Anton gegen Leverkusens Offensivpower bestehen will, ist noch nicht entschieden.

Stuttgarts Trainer Pellegrino Matarazzo steht vor dem Spiel im Stadion. Foto: Tom Weller/dpa/archivbild

Stuttgarts Trainer Pellegrino Matarazzo steht vor dem Spiel im Stadion. Foto: Tom Weller/dpa/archivbild

Pellegrino Matarazzo freute sich, als die erste sportliche Frage kam. Natürlich war der angekündigte Abschied von Vorstandschef und Sportvorstand Thomas Hitzlsperger auch bei der Pressekonferenz des VfB Stuttgart am Freitag noch das große Thema. Und natürlich ließ die Entscheidung des 39-Jährigen, seinen noch bis Herbst 2022 laufenden Vertrag beim Fußball-Bundesligisten nicht zu verlängern, Matarazzo nicht kalt. Dass sie Einfluss auf die Spieler und deren Vorbereitung auf die Partie gegen Bayer Leverkusen am Sonntag (15.30 Uhr/DAZN) haben könnte, glaubt der Trainer aber nicht.

Er habe sich bei seinem Wechsel zu den Schwaben im Dezember 2019 „nicht nur für den Verein entschieden, sondern auch für die Leute, mit denen ich zusammenarbeite“, betonte Matarazzo und beschrieb die Zusammenarbeit mit Hitzlsperger als „sehr gut, vertrauensvoll und kommunikativ“. Er sei „nicht happy“ über den Rückzug seines Chefs, werde ihn aber „natürlich akzeptieren“. Die Mannschaft, so Matarazzo, „arbeitet von meinem Gefühl her unbeirrt weiter. Unser Weg bleibt unser Weg - unabhängig davon, was oben passiert.“

Unruhe verspürt der Coach also nicht. Obgleich er weiß, dass sein Team zuletzt dreimal in Serie sieglos blieb und gegen Leverkusen am Sonntag eine extrem knifflige Aufgabe zu lösen hat. „Wenn sie Raum haben, sind sie brandgefährlich“, sagte Matarazzo über die Gäste, die an den ersten vier Spieltagen schon zwölf Tore erzielt haben. „Sie sind die konterstärkste Mannschaft der Liga.“ Die Werkself könne „einen Gegner auseinandernehmen, wenn man nicht kompakt verteidigt“.

Umso schmerzhafter dürfte es für die Stuttgarter sein, dass gerade jetzt Abwehrchef Waldemar Anton wegen einer Sperre fehlt. Atakan Karazor könnte ihn ersetzen und vom defensiven Mittelfeld nach hinten in die Dreierkette rücken. Allerdings ist noch offen, ob Orel Mangala nach seiner auskurierten Oberschenkelverletzung schon genug Kraft hat, um Karazor dann auf der Sechs zu vertreten. „Aus meiner Sicht kann er nur von Anfang an spielen, wenn er über 60 Minuten gehen kann“, sagte Matarazzo. Als weitere Alternativen für Antons Position im Abwehrzentrum nannte er Hiroki Ito und Konstantinos Mavropanos, der normalerweise auf der rechten Seite verteidigt.

Insgesamt habe sein Team „zwei Schritte nach vorne gemacht, was die Defensivarbeit angeht“, sagte der Trainer. Offensiv fehle es hier und da noch an der nötigen Ruhe und Präzision. Da seien noch „zu viele einfache Fehler dabei“, mahnte Matarazzo. Es gehe nun darum, das Abwehrverhalten noch „weiter zu verfeinern“, zugleich aber auch „unseren Offensivfußball nicht zu vernachlässigen“.

Verzichten muss der VfB bei dieser Suche nach der richtigen Balance weiter auf Philipp Förster (Infekt). Auch sein Offensivkollege Chris Führich (Schlüsselbeinbruch) wird gegen Leverkusen noch nicht dabei sein, könnte aber am darauffolgenden Wochenende in Bochum in den Kader rücken. Silas Katompa Mvumpa (Kreuzbandriss) erwartet Matarazzo nicht vor Mitte November zurück. Ob das Thema Hitzlsperger dann noch eines ist, hängt auch von den kommenden Ergebnissen auf dem Platz ab.

© dpa-infocom, dpa:210917-99-255102/3

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Erstellt:
17. September 2021, 12:17 Uhr

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