Mehr Langzeitarbeitslose als vor der Pandemie

Rems-Murr-Arbeitsmarkt im Dezember: Die Zahl der Arbeitslosen geht leicht zurück. Im Vergleich zu Vor-Pandemiezeiten ist sie aber gestiegen.

Mehr Langzeitarbeitslose als vor der Pandemie

Rems-Murr. Die Zahl der Arbeitslosen ist im Kreis in den vergangenen vier Wochen um 126 Personen leicht gesunken. Im letzten Monat des Jahres waren bei Arbeitsagentur und Jobcenter 8658 Personen arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote liegt wie im Vormonat bei 3,6 Prozent. „Der Jahresvergleich zeigt, dass der Arbeitsmarkt im Rems-Murr-Kreis robust ist. Letztes Jahr im Dezember waren noch knapp 2000 Menschen mehr arbeitslos gemeldet. Vor der Pandemie, im Dezember 2019, haben wir mit ungefähr 7900 Menschen noch gut 700 weniger betreut als dieses Jahr“, ordnet Christine Käferle, Vorsitzende der Agentur für Arbeit Waiblingen, die Zahlen ein.

In den vergangenen vier Wochen mussten sich 2118 Frauen und Männer neu oder erneut arbeitslos melden, darunter 736 nach Beendigung ihres Beschäftigungsverhältnisses. Dies waren 74 weniger als im Dezember des Vorjahres. Im gleichen Zeitraum konnten 2246 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden, 642 durch eine Arbeitsaufnahme (plus 167 im Vergleich zum Vorjahr).

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist seit Beginn der Pandemie angestiegen. Von den 8658 arbeitslos Gemeldeten sind im Dezember 3033 Männer und Frauen seit mehr als einem Jahr arbeitslos (zirka 35 Prozent). Im Vormonatsvergleich sind das 98 Langzeitarbeitslose weniger, aber 168 mehr als im Dezember 2020. Davon werden 585 Personen in der Agentur für Arbeit betreut, 2448 sind im Jobcenter gemeldet. „Die Dauer der Arbeitslosigkeit ist von vielen Faktoren abhängig, unter anderem der beruflichen Qualifikation, aber auch Gesundheit und Alter spielen eine Rolle. Der Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit bleibt in den nächsten Jahren eine unserer großen Herausforderungen“, sagt Käferle. „Diese Personengruppe verfügt oftmals nicht über die geforderten beruflichen Qualifikationen. Daher wird der Qualifizierung große Bedeutung zukommen, um die Entwicklung der Langzeitarbeitslosigkeit zu beenden beziehungsweise gar nicht entstehen zu lassen.“

Nach Rechtskreisen betrachtet, erhalten derzeit 44,1 Prozent aller arbeitslos Gemeldeten Leistungen von der Agentur für Arbeit (3819 Personen), 55,9 Prozent werden vom Jobcenter betreut (4839 Personen). „Das Verhältnis hat sich in den letzten zwölf Monaten gedreht. Viele Menschen, die letztes Jahr im Zuge des Lockdowns arbeitslos wurden, haben mittlerweile wieder eine Beschäftigung gefunden“, so Käferle. Auch landesweit blieb die Arbeitslosenquote im Vergleich zum Vormonat unverändert und liegt mit 3,4 Prozent um 0,2 Prozentpunkte günstiger als die im Landkreis.

Im Dezember wurden dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter 722 neue Arbeitsstellen aus dem Rems-Murr-Kreis gemeldet, 157 (17,9 Prozent) weniger als im November. Seit Jahresbeginn gingen dem Arbeitgeber-Service 9304 Stellen zu, gut ein Drittel mehr als im Vorjahr (plus 2409). „Nach dem doch drastischen Rückgang der Stellenmeldungen im letzten Jahr können wir hier von einer Trendwende sprechen, aber die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften ist noch nicht wieder auf dem Niveau von 2018 oder 2019. Vor zwei Jahren hatten wir über 12000 Meldungen, 2019 noch über 10200“, beschreibt Käferle die Situation. Im Bestand sind aktuell noch 3368 Stellen, etwa 1500 mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Alle Stellenangebote sind zu finden unter www.jobboerse.arbeitsagentur.de. pm

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Erstellt:
5. Januar 2022, 11:30 Uhr

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