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Mehr Licht am Murrufer

Backnanger Gemeinderat berät über Fraktionsanträge – Parkgebühren können bald auch mit dem Handy bezahlt werden

Die Backnanger Stadträte haben viele Ideen. In diesem Jahr sind es sogar so viele, dass eine Sitzung für all die Anträge nicht reichte. Deshalb befasste sich das Gremium nun ein weiteres Mal mit Vorschlägen und Anregungen aus den Fraktionen. Hier die wichtigsten Entscheidungen im Überblick.

Mehr Licht am Murrufer

Von Kornelius Fritz

Beleuchtung am Murrufer: Für mehr Licht auf dem Fußweg unterhalb des Burgbergs hatte sich Einzelstadtrat Wolfgang Schwalbe eingesetzt. Zwar gibt es dort bereits Straßenlaternen, laut Stadtbauamtsleiter Hans Bruss handelt es sich aber um „alte Funzeln“. Auch im Rathaus sieht man deshalb Handlungsbedarf, zumal die Gegend laut Ordnungsamtsleiterin Gisela Blumer für viele Backnanger ein „Angstraum“ ist. Die Straßenlampen sollen nun durch moderne und lichtstärkere Leuchten ersetzt werden. „Damit verbessern wir die Sicherheit und das Sicherheitsgefühl“, sagte OB Frank Nopper. Nur die Bürgerforum-Stadträte Alfred Bauer und Eric Bachert stimmten dagegen. Bachert kritisierte die zunehmende „Lichtverschmutzung“: „Es hat auch eine gewisse Art von Schönheit, wenn nicht alles so hell ausgeleuchtet ist.“

Outdoor-Fitnessanlage: Auch den Vorschlag von Einzelstadträtin Dorothee Winter, Fitnessgeräte im Freien aufzustellen, will die Verwaltung aufgreifen. Sie schlägt dafür den Murruferweg zwischen Bleichwiese und Freibad vor, sobald das Teilstück an der Oberen Walke fertiggestellt ist. „Der Murruferweg würde damit aufgewertet und noch attraktiver für ein breites Nutzerfeld“, heißt es in der Sitzungsvorlage. Was für Geräte dort aufgestellt werden sollen, steht noch nicht fest. Bürgerforum-Stadtrat Karl Scheib äußerte Zweifel, ob ein solches Konzept noch zeitgemäß ist. Er glaubt, dass stationäre Angebote wie die Calisthenics-Anlagen im Plattenwald und in Maubach heute eher gefragt sind.

Laichmulden für Amphibien: Um die ökologische Vielfalt zu steigern, fordert die Grünen-Fraktion, dass die Stadt sogenannte Laichmulden anlegen soll, in denen Frösche oder Kröten ihre Eier legen können. In zwei Anträgen schlug die Fraktion dafür Standorte am Krähenbach und am Klöpferbach vor. Die Verwaltung teile diese Ziele, versicherte Tobias Großmann, Leiter des Stadtplanungsamtes. Allerdings hat sie andere Flächen im Blick als die Grünen. Im Krähenbachtal seien schon andere ökologische Ausgleichsmaßnahmen geplant, die vorgeschlagene Fläche am Klöpferbach sei nicht im Besitz der Stadt. „Wir wollen uns deshalb auf die ökologische Aufwertung der Flächen im städtischen Besitz konzentrieren“, sagte Großmann. Geplant sei unter anderem die Wiedervernässung von Wiesen. Außerdem soll das bestehende Feuchtbiotop am Schlammsee besser gepflegt werden.

Springbrunnen in der Murr: Auch dieser Vorschlag stammt von den Grünen, wobei es ihnen nicht um eine neue Attraktion geht, wie Fraktionschef Willy Härtner erläuterte. Vielmehr wolle man mit einem Springbrunnen den Sauerstoffgehalt im Wasser erhöhen, denn die Murr sei hinter dem Wehr an der Bleichwiese „quasi zum See geworden“. Dies führe dazu, dass der Fluss ökologisch verarmt. Härtner verspricht sich zudem einen Kühlungseffekt an heißen Sommertagen. Die Stadt könnte einen solchen Springbrunnen allerdings nur mit Genehmigung des Landratsamtes bauen. Und dort stößt der Vorschlag auf Ablehnung. Ein solcher Eingriff werde sich negativ auf die Ökologie auswirken, weil mit dem Wasser auch Kleinstlebewesen angesaugt würden, heißt es zur Begründung. Außerdem könnte sich bei einem Hochwasser Treibgut in der Anlage verfangen.

Parkplätze am Stadtfriedhof: Nachdem das frühere WC-Gebäude beim Stadtfriedhof abgerissen worden ist, beantragte Stadtrat Wolfgang Schwalbe, dass auf der frei gewordenen Fläche weitere Parkplätze angelegt werden. Das sei geplant, erklärte Stadtbauamtsleiter Hans Bruss – allerdings nicht sofort. Zunächst will die Stadt die Kreuzung am sogenannten Kawag-Kreisel umbauen. In dieser Zeit brauche man die Freifläche für die Baustelleneinrichtung. Anschließend sollen am Stadtfriedhof neue Parkplätze entstehen. Wann es so weit sein wird? Bruss schätzt 2022 oder 2023.

Bestellung von Gutachern: Bei Bau- und Verkehrsprojekten ist die Stadt auf die Unterstützung externer Gutachter angewiesen. Die Grünen-Fraktion beantragte nun, dass diese künftig vom Gemeinderat bestätigt werden sollen. Fraktionschef Härtner sagte zur Begründung, es gebe Stimmen, dass die Stadt bei ökologischen Gutachten immer denselben Sachverständigen beauftrage. Zwischen den Zeilen klang dabei der Verdacht durch, dass dessen Gutachten meist im Sinne der Verwaltung ausfallen. Diesen Vorwurf wollte Baudezernent Stefan Setzer nicht auf sich sitzen lassen: „Wir beauftragen keine Gefälligkeitsgutachten“. OB Frank Nopper versprach dennoch, man werde künftig auf einen regelmäßigen Wechsel achten: „Kein Gutachter sollte eine Monopolposition haben.“

Parkgebühren elektronisch zahlen: Parkgebühren auf öffentlichen Parkplätzen soll man in Backnang künftig nicht nur mit Münzen und Scheinen, sondern auch mit dem Handy bezahlen können. Das hatte Stadträtin Dorothee Winter beantragt, die Stadtverwaltung unterstützt diese Idee. Man habe bereits entsprechende Angebote eingeholt, sagte Stadtbauamtsleiter Hans Bruss. Die Umrüstung der Automaten wird insgesamt voraussichtlich rund 60000 Euro kosten. BfB-Fraktionschef Alfred Bauer würde sich diese Investition lieber sparen: „Jeder hat doch ein paar Groschen in der Tasche.“

Wohnraumvermittlung: Der aktuelle Wohnungsmangel ist Hintergrund zweier Anträge von Grünen und Christlicher Initiative Backnang (CIB). Die Grünen regten ein Modell wie in Leinfelden-Echterdingen an: Dort mietet die Stadt Wohnungen von privaten Hausbesitzern und vermittelt sie weiter an Zuwanderer. Die CIB forderte OB Nopper auf, einen Brief an alle Backnanger Haus- und Wohnungseigentümer zu schreiben mit der Bitte, leer stehende Wohnungen an Flüchtlinge und andere Bedürftige zu vermieten. Beide Vorschläge würden das Problem aus Sicht von Frank Nopper aber nicht lösen. Er habe nicht den Eindruck, dass es in Backnang im großen Stil Leerstände gebe, sagte der OB. Von einem Brief an die Hausbesitzer hält er deshalb nichts. Und die Stadt will auch keine Privatwohnungen anmieten, sondern sich auf die Rolle des Vermittlers beschränken. Bereits seit Januar gibt es eine kommunale Wohnraumvermittlung: Mit deren Hilfe haben laut Erstem Bürgermeister Siegfried Janocha bereits 16 Geflüchtete und drei einheimische Obdachlose eine neue Wohnung gefunden.

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Beleuchtet, aber nicht hell genug: Auf dem Fußweg am Burgberg werden die Straßenlaternen ersetzt.Foto: A. Becher

© Pressefotografie Alexander Beche

Beleuchtet, aber nicht hell genug: Auf dem Fußweg am Burgberg werden die Straßenlaternen ersetzt.Foto: A. Becher

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Erstellt:
18. September 2018, 06:00 Uhr

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