Stuttgarter Autohersteller

Milliardeninvestitionen bis 2030 – Mercedes will US-Markt ausbauen

Mercedes plant, in den kommenden Jahren mehr als sieben Milliarden US-Dollar in US-Aktivitäten fließen zu lassen. Ein Großteil ist für den Standort vorgesehen, an dem SUVs entstehen.

Im Mercedes-Werk Tuscaloosa wird unter anderem der GLE produziert.

© Mercedes-Benz AG

Im Mercedes-Werk Tuscaloosa wird unter anderem der GLE produziert.

Von Rouven Spindler

Bis 2030 will Mercedes-Benz mehr als sieben Milliarden US-Dollar (rund 6,08 Milliarden Euro) in US-Aktivitäten investieren – und vier davon in sein seit 1997 betriebenes Werk bei Tuscaloosa. Das verkündete der Stuttgarter Autohersteller kürzlich im Zuge der Weltpremiere seiner neuen SUV-Modelle GLS und GLE.

Mercedes strebt nach eigenen Angaben an, seinen zweitgrößten Markt in den kommenden Jahren mit den weiteren Investitionen weiter auszubauen. Der Konzern, der dort Standorte in 13 Bundesstaaten hat, begründet diesen Plan mit seiner „breiten Präsenz in den USA, die für die weltweiten Aktivitäten von entscheidender Bedeutung ist“. Auf dem US-Markt habe er 2025 etwas mehr als 300.000 Pkw und 40.000 Vans abgesetzt.

Mercedes-Benz will seinen US-Markt weiter ausbauen

Wie Jason Hoff, Nordamerika-Chef von Mercedes, dem „Handelsblatt“ zufolge gegenüber Reportern sagte, sollen die zusätzlichen Mittel in „neue Produkte, neue Infrastruktur und die großartigen Mitarbeiter von Mercedes“ fließen. Näher habe er sich nicht geäußert. Mercedes habe über die vergangenen zehn Jahren hin weg in den USA im Schnitt eine Milliarde Dollar jährlich investiert, zitiert die Wirtschaftszeitung weiter.

Der Autobauer befindet sich in einer schwierigen Situation und musste 2025 einen erheblichen Gewinneinbruch hinnehmen. Dieser hing unter anderem mit den Einfuhrzöllen der USA auf Autos zusammen. In Kontext mit diesen Zöllen hatte Mercedes bereits angekündigt, Teile der Produktion des stark nachgefragten GLC in die USA zu verlagern.

Mercedes-Chef Ola Källenius und Produktionsvorstand Michael Schiebe sprachen bei der Weltpremiere die Entscheidung an, die US-Version dieses Mittelklasse-SUV dort zu montieren. Einen konkreten Zeitpunkt, ab wann im Werk Tuscaloosa auch GLC-Modelle vom Band rollen sollen, nannten die Vorstände dabei nicht.

Mercedes-Werk in Alabama erhält Milliarden

Mehr als die Hälfte der verkündeten Summe soll jedenfalls in den Standort fließen. „Bis 2030 investieren wir mehr als vier Milliarden Dollar, um sicherzustellen, dass dieses Werk auch für die nächste Generation eine wichtige strategische Säule des globalen Produktionsnetzwerks von Mercedes-Benz bleibt“, wird Schiebe vom Unternehmen zitiert.

An dem Standort im Bundesstaat Alabama werden Fahrzeuge für den lokalen US-Markt sowie für den weltweiten Export produziert. 60 Prozent der Jahresproduktion exportiert das Werk laut Mercedes derzeit.

Der GLE und der GLS, das GLE Coupé, die vollelektrischen SUV-Fahrzeuge EQS und EQE sowie die AMG- und Maybach-Varianten dieser Modelle entstehen im Werk Tuscaloosa. An dem Standort arbeiten nach Angaben von Mercedes rund 5800 Mitarbeiter. Die jüngste Weltpremiere fand im Rahmen der Feierlichkeiten zum fünfmillionsten SUV statt, der inzwischen in dem Werk gefertigt wurde.

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Erstellt:
5. April 2026, 15:18 Uhr

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