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Minister auf Gartenschau-Tour

Landwirtschaftsminister Peter Hauk lässt sich einzelne Höhepunkte des Großprojekts zeigen

In Schorndorf, Plüderhausen, Lorch und Kernen haben sich Lokal- und Landespolitiker gemeinsam einige Höhepunkte der Remstal-Gartenschau angesehen. Landwirtschaftsminister Peter Hauk lobte die Vertreter für ihren Mut, das Großprojekt in Angriff genommen zu haben.

Gartenschau-Geschäftsführer Thorsten Englert, Landwirtschaftsminister Peter Hauk und Schorndorfs Oberbürgermeister Matthias Klopfer unterwegs im Schorndorfer Schlosspark. Im Hintergrund ist der neue Kinderspielplatz zu sehen. Foto: L. Krug

Gartenschau-Geschäftsführer Thorsten Englert, Landwirtschaftsminister Peter Hauk und Schorndorfs Oberbürgermeister Matthias Klopfer unterwegs im Schorndorfer Schlosspark. Im Hintergrund ist der neue Kinderspielplatz zu sehen. Foto: L. Krug

Von Lea Krug

WAIBLINGEN. Am Schorndorfer Rathaus verteilt Oberbürgermeister Matthias Klopfer an seine Kollegen einheitliche Krawatten in mint-grün. Alles soll stimmen, schließlich zeigt man dem Landwirtschaftsminister nicht alle Tage die schönsten Seiten des Remstals. Auch der Minister trägt eine passende Krawatte zur Gartenschau: Er hat sich für ein geblümtes Modell entschieden.

Kurz vor der Eröffnung wird an einigen Ecken noch gearbeitet

Als Oberbürgermeister Schorndorfs und Aufsichtsratsvorsitzender der Gartenschau GmbH übernimmt Matthias Klopfer die Führung der prominenten Gruppe. Mit schnellen Schritten geht es durch das Jagdschloss weiter zum Schorndorfer Schlosspark, wo Klopfer begeistert von der Blumenhalle, den Spielplätzen und der „Daimler-Installation“ spricht. Er lobt die Arbeit der Gärtner und Floristen. Auch wegen des erwarteten Frostes müsse man sich keine Sorgen machen, die Mitarbeiter würden ein Vlies besorgen und es beizeiten über die Beete legen.

Während die Gruppe im Grünen herumspaziert, sind dort noch einige Mitarbeiter der Stadt mit der Begrünung und dem Aufbau beschäftigt. Mit einem Bagger fährt ein Gärtner eine große Palme durch den Park. So kurz vor der Eröffnung steht zwar das meiste bereits, doch an einigen Ecken und Enden wird noch fleißig gearbeitet. Die Runde, bestehend aus Vertretern der Kommunal-, Regional- und Landespolitik, macht sich auf den Weg zum „Genuss-Bus“, ein Reisebus des Busunternehmens Dannenmann, der während der Gartenschau sechs verschiedene Touren mit Weinverkostung anbietet. Die Fahrten starten jeweils am Bahnhof in Weinstadt-Endersbach, von wo aus der Bus drei Weingüter in drei Orten anfährt.

Der Bus fährt zum Hochzeitsturm nach Plüderhausen. Er ist einer von 16 Stationen des zur Gartenschau initiierten Architekturprojekts. Die Idee zum Hochzeitsturm entwickelte Uwe Schröder. Seit Mitte der 90er-Jahre pflanzen Brautpaare auf einer sogenannten „Hochzeitswiese“ einen Obstbaum, erklärt Bürgermeister Andreas Schaffer. Was als alter Brauch von der Gemeinde wiederbelebt wurde, dient heute der Pflege der Streuobstwiesen. In dem Turm können Hochzeiten gefeiert werden, bereits sechs Paare planen, sich dort das Ja-Wort zu geben.

„Schon jetzt ist der Turm das Fotomotiv Nummer eins in Plüderhausen“, freut sich Schaffer, der sichtlich stolz ist, der Gruppe den weißen Bau präsentieren zu dürfen. In den Turm geht man von einer Seite getrennt hinein und kommt gemeinsam auf der anderen raus, erklärt der Bürgermeister den Anwesenden. Er verschweigt jedoch auch nicht, dass der Turm deutlich teurer wurde als ursprünglich geplant: Statt 70000 Euro kostete er schließlich 130000 Euro.

Weiter in Lorch fährt die Gruppe zum geografischen Remsmittelpunkt. Bürgermeister Karl Bühler zeigt den an der Rems errichteten modern gestalteten Rastplatz mit Sitzgelegenheiten, der an einem Radweg gelegen ist. Der Wasserlauf wurde an dieser Stelle renaturiert und mit Störsteinen versehen. „Wir haben hier Laichplätze für Fische geschaffen“, erklärt Lorchs Bürgermeister.

Nachdem alle wieder in den Bus gestiegen sind, geht die Fahrt schließlich weiter nach Kernen. Im Bus ergreift auch Schorndorfs Dekanin Juliane Baur das Wort und wirbt für die ökumenischen Veranstaltungen, die im Rahmen der Gartenschau stattfinden, wie etwa ein Motorradgottesdienst. Sie sieht die Gartenschau als Chance für die christlichen Gemeinden und erklärt: „Kirche ist da, wo die Menschen sind.“

Zum Schluss der Fahrt geht es noch nach Kernen, zunächst in den neu gestalteten Schlosspark, der zu einem Veranstaltungsbereich umfunktioniert wurde. Ein Herzstück sei dort ein inklusiver Spielplatz, aber auch eine Ruhezone lädt dort zum Entspannen ein, wirbt der Bürgermeister Stefan Altenberger. „Unser Schlosspark soll ein Ort für alle Altersgruppen werden, für Menschen mit und ohne Behinderung“, sagt er.

Minister Hauk gratuliert den Beteiligten zu ihrem Mut

Vor dem neuen Gelände zieht auch Minister Hauk sein Fazit. Er ist begeistert von den verschiedenen Projekten und erklärt: „Ich gratuliere den Verantwortlichen aller Remstalkommunen zu ihrem Mut, ein solches Großprojekt in Angriff genommen zu haben.“ Er sieht den größten Mehrwert der Landesgartenschau in der städtebaulichen Entwicklung. Das Land habe die 16 beteiligten Kommunen bei der Förderung bevorzugt behandelt, sagt er. Für Maßnahmen, die im engeren Kontext der Remstal-Gartenschau stehen, bewilligte das Land insgesamt Gelder in Höhe von rund 22 Millionen Euro.

Das Tolle an der Gartenschau sei, dass man auch nur einen kleinen Ausflug dorthin unternehmen könne und man nicht gleich einen ganzen Tag einplanen muss, findet der Minister. Auch deshalb sieht er keine Konkurrenz zur Bundesgartenschau in Heilbronn.

In seiner Rede vor Ort spricht Hauk auch über die entstandene interkommunale Gemeinschaft. „Es ist schön, dass hier in den letzten Monaten etwas gewachsen ist, was zusammengehört.“

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Erstellt:
4. Mai 2019, 06:00 Uhr

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