Minister: Felchen im Bodensee brauchen nicht mehr Phosphat

dpa/lsw Langenargen. Angesichts der immer seltener werdenden Felchen im Bodensee will Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller den Fischen nicht mehr Phosphat als Futtergrundlage geben. Es sei nicht mit der Forderung von Fischern getan, mehr Phosphat ins Wasser zu geben, damit es den Felchen wieder gut gehe, sagte der Grünen-Politiker am Dienstag an Bord eines Forschungsschiffes auf dem Bodensee. Ein höherer Gehalt des Stoffs erschwere unter anderem die Sauerstoffversorgung der unteren Wasserschichten im See.

Der Schriftzug des Instituts für Seenforschung (ISF) ist am Forschungsschiff Kormoran des ISF zu sehen. Foto: Tobias Kleinschmidt/Archiv

Der Schriftzug des Instituts für Seenforschung (ISF) ist am Forschungsschiff Kormoran des ISF zu sehen. Foto: Tobias Kleinschmidt/Archiv

Phosphat dient als Nährstoff für Algen, von denen sich wiederum kleinste Wassertiere, das sogenannte Zooplankton ernährt, wie Thorsten Rennebarth, Biologe am Institut für Seenforschung, erklärte. Dieses wiederum dient Felchen als Nahrungsgrundlage.

Die Berufsfischer am Bodensee fangen seit Jahren immer weniger Fische. Als Ursache gelten weniger Nährstoffe im Wasser, Stichlinge, die den Felchen Futter wegfressen und der Wasservogel Kormoran, der tonnenweise Fisch aus dem Bodensee frisst. Felchen sind als Speisefische bei den Bodenseefischern besonders beliebt.

Zusammen mit Wissenschaftlern des Instituts für Seenforschung war Untersteller mit dem Schiff „Kormoran“ von Langenargen aus auf den Bodensee gefahren, um die Forscher bei Messungen zu begleiten. Die Wissenschaftler untersuchen die Auswirkungen des Klimawandels auf den Bodensee.

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Erstellt:
30. Juli 2019, 20:24 Uhr

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