Ministerium erarbeitet Pressekodex für die Polizei

dpa/lsw Stuttgart. Wie sollte über Suizide berichtet werden, um nicht Nachahmungstäter zu animieren? Wird die Nationalität des Täters genannt oder schürt man damit Diskriminierung? Vor solche Fragen stehen nicht nur Journalisten, sondern auch Polizisten, wenn sie Polizeimeldungen verfassen. Das baden-württembergische Innenministerium will nun zumindest für den Südwesten einheitliche landesweite Standards schaffen - und veröffentlicht einen Pressekodex für die Polizei. Damit soll die Pressearbeit der Polizei transparenter und nachvollziehbarer gemacht werden, betonte Innenminister Thomas Strobl (CDU) am Mittwoch in Stuttgart.

Der Schriftzug „Polizei“ ist vor einem Polizeirevier zu sehen. Foto: Boris Roessler/dpa/Symbolbild

Der Schriftzug „Polizei“ ist vor einem Polizeirevier zu sehen. Foto: Boris Roessler/dpa/Symbolbild

So sei etwa Zurückhaltung bei der Berichterstattung über Selbsttötungen und deren Versuch geboten, heißt es in dem Regelwerk. Die Staatsangehörigkeit von Tatverdächtigen soll zudem nur veröffentlicht werden, falls „im Einzelfall ein sachlich begründetes öffentliches Interesse hieran besteht, oder auf Nachfrage der Medien“.

© dpa-infocom, dpa:210421-99-295093/2

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Erstellt:
21. April 2021, 15:03 Uhr

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