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Mit Glaubenskraft für das Gemeinwesen

Als langjähriges Mitglied des Gemeinderats und nach 35 Jahren als erster Stellvertreter des Bürgermeisters in Allmersbach im Tal wird Armin Heigoldt fortan lokalpolitisch etwas kürzer treten. Wir werfen einen Blick auf das Engagement des Apothekers.

Armin Heigoldt hat sich um das Gemeinwesen seiner Heimatgemeinde Allmersbach im Tal sehr verdient gemacht. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Armin Heigoldt hat sich um das Gemeinwesen seiner Heimatgemeinde Allmersbach im Tal sehr verdient gemacht. Foto: A. Becher

Von Uta Rohrmann

ALLMERSBACH IM TAL. „Ich habe eigentlich nichts Besonderes geleistet“, winkt Armin Heigoldt bescheiden ab. Vor fast 40 Jahren, am 8. September 1980, gründete der inzwischen 75-Jährige eine Apotheke in der Allmersbacher Ortsmitte, dort, wo früher das Gasthaus Lamm war. Seither lebt er mit seiner Familie in Allmersbach im Tal, setzt sich für den Ort und seine Menschen ein.

Sein Weg in die Kommunalpolitik habe bei einem Kindergartenfest begonnen, erinnert er sich. Unter den Eltern sei eine Diskussion über lokalpolitische Themen entstanden, zu der er sich auch geäußert habe. Dann wurde er gefragt, ob er bereit sei, sich für den Gemeinderat aufstellen zu lassen. Dass er 1984 auch gleich gewählt wurde, führt er darauf zurück, dass er durch seinen Beruf im Ort sehr bekannt gewesen sei. Dass es im Allmersbacher Gemeinderat ausschließlich freie Wählervereinigungen und keine Parteipolitik gebe, findet der ehemalige Listensprecher der UWV-Fraktion sinnvoll. Denn im kommunalen Bereich gehe es um Sachentscheidungen, die ideologiefrei sein müssten, so seine Ansicht.

Dankbar sieht Heigoldt, dass die beiden Teilorte inzwischen zusammengewachsen sind.

Als Gewerbetreibender lag es für Heigoldt nahe, sich für eine gute Infrastruktur und Entwicklung vor allem der Ortsmitte einzusetzen. „Unter dem jetzigen Bürgermeister hat sich da einiges getan“, sagt der Apotheker. „Ein Grundstück in der Ortsmitte zu erwerben, war vor 40 Jahren nicht möglich.“

Allerdings sei da immer noch Luft nach oben. Gerade im Ortskern gebe es unbebaute Grundstücke und nicht mehr genutzte Altbauwohnungen und somit Potenzial für Mehrfamilienhäuser und sozialen Wohnungsbau. Dankbar sieht Heigoldt, dass die beiden Teilorte inzwischen zusammengewachsen sind – auch das sei in seiner Anfangszeit noch ganz anders gewesen: „Ein Großteil der Allmersbacher Bevölkerung wohnt heute auf Heutensbacher Markung.“ Auch die Vereinsförderung sei ihm immer wichtig gewesen, berichtet der Vater von drei Söhnen, die gerne Tennis und Fußball spielten. Und auf eines ist er dann doch ein bisschen stolz: Dass der Sporterlebnispark entstanden ist, war mit auch sein Verdienst, deutet der langjährige erste Stellvertreter von Bürgermeister Ralf Wörner an, der siebenmal zum Gemeinderat gewählt und mehrmals Stimmenkönig wurde. „Da gab es harte Diskussionen“, erinnert er sich.

Kraft und Motivation für seinen vielfältigen Alltag bezieht Armin Heigoldt aus dem christlichen Glauben. Seit Langem leitet er alle 14 Tage einen Bibelgesprächskreis im evangelischen Gemeindehaus mit bis zu zwölf Teilnehmern. Auch im Backnanger Bezirksleitungskreis der Apis Evangelischer Gemeinschaftsverband Württemberg, einem freien Werk innerhalb der Landeskirche, ist Heigoldt nach wie vor aktiv. Er organisiert, berät, betet oder bindet sich auch mal eine Schürze um, um Würstchen für das Kinderfrühstück zu braten.

Zudem ist Heigoldt Mitglied im internationalen Gideonbund, der sich für die Verbreitung von Bibeln einsetzt, beispielsweise in öffentlichen Einrichtungen wie Hotels, Krankenhäusern oder Gefängnissen. In der Apotheke, die er 2012 an seinen Sohn Ulrich abgegeben hat, in der er aber nach wie vor gefragte Vertretungskraft ist, galt für ihn immer ein christliches Berufsethos: „Das ist nicht nur ein Job. Wir möchten uns auch um die Patienten kümmern, wahrnehmen, wenn jemand Hilfe braucht, Zeit für Gespräche haben.“ Nach 35 Jahren Gemeinderat, für die ihn Bürgermeister Ralf Wörner mit der Ehrenbürgernadel in Gold auszeichnete, sah Armin Heigoldt die Zeit zum Aufhören gekommen. Nach wie vor verfolgt er mit großem Interesse, was sich lokalpolitisch tut.

Und nach wie vor gibt es ständig etwas für ihn zu tun. Nicht zuletzt haben er und seine Frau mittlerweile neun Enkel im Alter zwischen einem und 14 Jahren – jeder der drei Söhne hat ebenfalls drei Kinder. „Da sind wir abwechselnd als Großeltern im Einsatz“, schmunzelt Heigoldt. Wohl der Schülerin, die in Zeiten von Homeschooling einen Opa hat, der bei verzwickten Physik- und Chemieaufgaben helfen kann.

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Erstellt:
30. Juni 2020, 16:00 Uhr

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