Nabu-Gruppe Aspach erhält Naturschutzpreis

Für die jahrelange Arbeit an mehreren Kleingewässern in und um Aspach und den dadurch gelungenen Amphibienschutz hat die Nabu-Ortsgruppe den Naturschutzpreis des Landes Baden-Württemberg erhalten. Das Motto lautete „Neu geschaffen: Naturschätze von Menschenhand“.

Viel Zeit und Arbeit haben die Ehrenamtlichen in die Gewässerpflege gesteckt. Dafür wurden sie nun ausgezeichnet. Foto: Nabu-Ortsgruppe Aspach

Viel Zeit und Arbeit haben die Ehrenamtlichen in die Gewässerpflege gesteckt. Dafür wurden sie nun ausgezeichnet. Foto: Nabu-Ortsgruppe Aspach

Von Kristin Doberer

ASPACH. Fast 1000 Arbeitsstunden haben Ehrenamtliche der Nabu-Ortsgruppe Aspach in den vergangenen 13 Jahren in die Anlage und Pflege eines Netzwerkes von Kleingewässern für Amphibien gesteckt. Fünf Gewässer in dem Gebiet um Aspach wurden angelegt und jahrelang intensiv gepflegt. Für ihre Arbeit wurde die Ortsgruppe nun mit dem Landesnaturschutzpreis ausgezeichnet.

Das Projekt, mit dem sich die Nabu-Gruppe beworben hat, läuft eigentlich schon seit 1983. Seit 2008 wird es aber besonders intensiv vorangetrieben – das bedeutet viel Arbeit für die freiwilligen Helfer. Ab Mitte Februar sind die Aktiven des Nabu Aspach jedes Jahr wieder als Krötenretter unterwegs und sorgen für sicheres Geleit über die Straße. Darüber hinaus kümmern sie sich fast ganzjährig um den Lebensraum der gefährdeten Amphibien. So pflegt und betreut der Nabu mittlerweile fünf Teiche und Tümpel im Gemeindegebiet, nämlich den ehemaligen Feuerlöschteich in Völkleshofen, die Laichgewässer im Heiligental, den Forstbachteich in Rietenau, die Schneckenbergteiche und die Röhrbachteiche.

Viel Arbeit: Gehölze entfernen, Mäharbeiten durchführen, aufwendig Revitalisieren.

Die Pflege ist mit viel Arbeit verbunden, zwischen fünf und 15 Ehrenamtliche sind bei den Aktionen dabei: Damit diese Gewässer nicht zu sehr beschatten, werden Gehölze im Uferbereich außerhalb der Vegetationsperiode – also im Winter oder Frühjahr – regelmäßig entfernt, im Herbst findet dann die einjährige Mahd des Uferbereiches und der angrenzenden Flächen statt. Außerdem müssen in gewissen Abständen aufwendige Revitalisierungsmaßnahmen erfolgen, bei denen die Nabu-Gruppe die Unterstützung der Gemeinde Aspach gewinnen konnte. Solche Maßnahmen wurden zum Beispiel im Jahr 2018 an zwei Gewässern vorgenommen. Die fünf betreuten Kleingewässer stellen wichtige Laichgewässer in der Gemeinde Aspach dar. Es handelt sich um die einzigen stehenden Gewässer in der freien Landschaft, die nicht als Fischteiche bewirtschaftet werden.

„Dank der regelmäßigen Pflegearbeiten hat sich ein lebenspendender Biotopverbund entwickelt, der nicht nur Springfrosch, Grasfrosch und Teichmolch, sondern auch zahlreichen weiteren Bewohnern von Feuchtgebieten zugute kommt“, schreibt Vorsitzender Jochen Schäufele in der Bewerbung. Zu den Arbeiten an den Kleingewässern überwacht die Ortsgruppe außerdem die Population der verschiedenen Amphibienarten, kümmert sich um Öffentlichkeitsarbeit und tauscht sich eng mit der Gemeinde Aspach aus. Sowohl diese organisatorischen Arbeiten als auch die Pflege der Gewässer finden ausschließlich in der Freizeit der Mitglieder statt. Der Naturschutzpreis wurde in diesem Jahr online verliehen.

„Wir Menschen bringen mit unserer Lebens- und Arbeitsweise zahlreiche Arten und ihre Lebensräume immer stärker in Bedrängnis“, mahnte Umweltminister Franz Untersteller auch als Vorsitzende der Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg. „Die Preisträger zeigen mit ihrem vorbildlichen Einsatz, wie jeder von uns die biologische Vielfalt im Land schützen und stärken kann.“ Das Motto der mit insgesamt 20000 Euro dotierten Auszeichnung lautete deshalb in diesem Jahr: „Neu geschaffen: Naturschätze von Menschenhand“.

Das sei, so Schäufele genau passend für das Projekt der Ortsgruppe in Aspach gewesen. Deshalb habe man sich gerade in diesem Jahr um den Preis beworben, auch wenn das Projekt schon sehr viel länger läuft. Mit dem Preis gehen 2250 Euro an die Ortsgruppe in Aspach. Wofür das eingesetzt werden soll, ist noch nicht ganz klar.

„Wir müssen erst schauen, wie die Kassenlage aussieht“, erklärt Schäufele. Denn durch die Pandemie fielen im vergangenen Jahr wichtige Einnahmequellen, wie der Weihnachtsmarkt weg. „Aber vermutlich werden wir das in neue Gerätschaften, zum Beispiel eine Motorsäge, investieren.“

Dabei ging es der Gruppe eigentlich gar nicht um das Preisgeld, vielmehr um die Bestätigung, die mit dem Landesnaturschutzpreis verbunden ist. „Wir waren begeistert, dass wir zu den Preisträgern gehören. Das ist eine Anerkennung für das, was wir leisten, und eine Anerkennung dafür, dass viele Ehrenamtliche seit vielen Jahren unterwegs sind“, sagt Schäufele. Das sei auch eine Motivation, bei der Pflege der Kleingewässer genau so weiter zu machen.

Auch der Vorstand des Nabu Badenwürttemberg würdigte die Auszeichnung der Ortsgruppe: „Über viele Jahre wurden in ehrenamtlicher Naturschutzarbeit einzigartige Lebensräume erschaffen und erhalten“, sagte der NABU-Landesvorsitzende Johannes Enssle bei der digitalen Preisverleihung.

Landesnaturschutzpreis

Seit dem Jahr 1982 vergibt die Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg alle zwei Jahre den Landesnaturschutzpreis, um den sich auch Verbände mit ihren Projekten bewerben können. Er zeichnet richtungsweisende Leistungen auf dem Gebiet der Erhaltung der natürlichen Umwelt aus.

Zehn Preisträger werden ausgezeichnet. Das Gesamtpreisgeld beläuft sich auf 20000 Euro.

Die Nabu-Gruppe Aspach war der einzige Preisträger aus dem Rems-Murr-Kreis. Die anderen Preisträger waren: Familie Fröhlich aus dem Landkreis Rastatt, eine Grundschule im Alb-Donau-Kreis, Hof Sonnenwald im Kreis Freudenstadt, der Bürgerverein Eltingen aud dem Böblinger Kreis, zwei weitere Nabu-Projekte der Gruppen aus Hambrücken und Lörrach, der Förderverein Umwelt Zentrum in Stockach und die Wilhelma-Parkpflege in Stuttgart.

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Erstellt:
11. Februar 2021, 06:00 Uhr

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