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Narrenparade von Regen verschont

Der Umzug unter Federführung des Sulzbacher Carnevalsvereins lockte die Besucher wieder in Scharen aus dem Umland an

Auch wenn der Fasching auf der Vertreibung der Wintergeister basiert und die Wettervorhersage eine Kaltfront voraussagt: Am Einsatz der Sulzbacher Karnevalisten und ihrer Gäste hat es jedenfalls nicht gemangelt, wenn die Temperaturen wieder in den Keller rutschen sollten. Im Gegenteil: Das Narrentreiben am Fasnetsdienstag rund um den Sulzbacher Marktplatz war mitunter sogar schweißtreibend für die Akteure des Umzugs in ihren Kostümen.

Birgit Kollak (vorne, mit Fahne) trug am Dienstag die Standarte des Sulzbacher Carnevalsvereins. Im Cabrio unterwegs war wieder Sulzbachs Bürgermeister Dieter Zahn. Fotos: J. Fiedler

© Jörg Fiedler

Birgit Kollak (vorne, mit Fahne) trug am Dienstag die Standarte des Sulzbacher Carnevalsvereins. Im Cabrio unterwegs war wieder Sulzbachs Bürgermeister Dieter Zahn. Fotos: J. Fiedler

Von Bernhard Romanowski

SULZBACH AN DER MURR. Der Blick zum Himmel ließ am Dienstag erst einmal nichts Gutes ahnen, doch im Gegensatz zum letzten Mal wurde der Umzug des Sulzbacher Carnevalsvereins diesmal vom Regen verschont. Allein diese Tatsache hob die Stimmung schon ungemein – nicht nur bei Maria Schetter-Fluor und Suse Greiner-Pflaum, die das Geschehen wieder von der Anhängerempore herab kenntnisreich und unterhaltsam moderierten.

Gemeinsam mit Birgit Kollak, die diesmal die Standarte des Vereins trug, bilden die beiden das federführende Trio in Sachen Fasching in Sulzbach. Alle drei Damen freuten sich diesmal besonders, so viele Guggenmusiker im nunmehr 53. Umzug mit seinen insgesamt 37 Gruppen vertreten zu sehen. Und nicht nur dort: Die zehn Gugga-Gruppen hatten zugesagt, anschließend noch im Saal und im Narrendorf ihre Melodien zum Besten zu geben, sodass auch dort beste Unterhaltung garantiert war.

Auch die Besucher am Wegesrand, darunter wieder viele Familien mit Kindern, waren bester Dinge – allein schon durch die Aussicht, möglichst viel von dem leckeren Wurfmaterial der Narren ergattern zu können. Als es vor Zuschauern am Rand des Zugwegs nur so wuselte, signalisierten mehrere Kanonenschüsse, dass sich der närrische Lindwurm in Bewegung setzt. Signalfarben war denn auch dessen Spitze: Denn vorneweg fährt traditionsgemäß ein Fahrzeug der freiwilligen Feuerwehr, hernach folgt das Infanterieregiment Alt-Württemberg Nr. 121 mit seiner Kanone, die immer wieder losböllerte – nichts für schreckhafte Naturen.

Nicht minder furchteinflößend, besonders für die kleinen Gäste, sind die diversen Schreckgestalten, die im Umzug dabei sind. Da wimmelte es nur so vor Hexen, Teufeln und unheimlichen Waldschraten, die aber letztlich doch alle ganz umgänglich waren und oft großzügig Süßigkeiten verteilten. Auch Tanzgarden und zahlreiche weitere Abordnungen der diversen Narrenzünfte gaben sich die Ehre in Sulzbach.

Auch automobile Blickfänge wurden wieder geboten: So fuhr Manfred Vogt von den Oldtimerfreunden Murrhardt zum zweiten Mal mit, und zwar in seinem Mercedes Ponton Pritschenwagen aus dem Jahr 1959. Das gute Stück ist eine Einzelanfertigung. „Der ist nicht im Museum, sondern nur hier bei uns zu sehen“, ließen die Moderatorinnen die Besucher wissen. Mit „Heute Schrott – morgen flott“ hatten die beiden Damen auch gleich noch einen schmissigen Mottonamen für das edle Gefährt parat.

Der Umzug war auch wieder eine amüsante Lehrstunde in schwäbischer Mundart, allein was die Namen der teilnehmenden Gruppen angeht: Gruppen wie die Waldstetter Lachabatscher aus dem Ostalbkreis, die Flecka Gwädda mit ihrer Symbolfigur, dem Bauern, aus Kornwestheim, die Nausstragger aus Wäschenbeuren mit ihrer Guggamusik, die unter anderem mit einer fetzigen Adaption des Rocksongs „Highway to Hell“ von AC/DC durch den Ort zogen, und die Großheppacher Bloggoischdr sorgten nicht nur bei Nichtschwaben gelegentlich für Achselzucken, was die genaue Aussprache angeht. Indessen konnte man auch was lernen: Zum Beispiel, dass die dialektale Bezeichnung für Leonberg offenkundig Lewenberch lautet. Von dort war jedenfalls auch wieder eine närrische Abordnung nach Sulzbach gekommen.

Was lange oder zumindest etwas länger währt, wird endlich gut, hätte am Dienstag auch das Motto der Narrenzunft Alpirsbach sein können: Nach zwei Jahren der Willensbekundung waren nun tatsächlich die Narren aus dem Schwarzwald mit ihrer Zunftmeisterin Bettina Rock in Sulzbach angereist. Immerhin 143,5 Kilometer hatten sie mit ihrem Fanfarenzug zurückgelegt und ließen ihren Narrenmarsch über ihre Traditionsfigur, das Bettelmännlein, vernehmen: „Bei ons sengt Alt und Jong vom Bettelmännla-Sprung. Mit Brezzla ond mit Gschell sprengt’s om des Feuer schnell. Drom tanzet, sengt ond lacht, denn heut isch Fasenacht.“

Faschingsumzug in Sulzbach an der Murr

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© Jörg Fiedler

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Auch die Bobbesche Waggis der Ziegelhäuser KG gaben sich in Sulzbach die Ehre.

© Jörg Fiedler

Auch die Bobbesche Waggis der Ziegelhäuser KG gaben sich in Sulzbach die Ehre.

Bloß nicht den Zugstart verpassen: Eine Sulzbacher Stäffeleshexe im Laufschritt.

© Jörg Fiedler

Bloß nicht den Zugstart verpassen: Eine Sulzbacher Stäffeleshexe im Laufschritt.

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Erstellt:
26. Februar 2020, 06:00 Uhr

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