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Neuer Anlauf für Weltraum-System Icarus zur Tierbeobachtung

dpa/lsw Konstanz/Moskau. Nach technischen Problemen mit dem deutsch-russischen Projekt Icarus zur Erfassung von Tierwanderungen soll das weltraumgestützte System nun bald auf den Weg gebracht werden. Am 1. Dezember solle ein neuer Transportflug den dafür nötigen Computer zur Internationalen Raumstation ISS bringen. Das sagte der Projektleiter Martin Wikelski vom Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie in Konstanz der Deutschen Pressen-Agentur. Mit Icarus wollen Wissenschaftler Tierbewegungen - etwa von Vögeln - verfolgen und so mehr über das Leben der verschiedenen Arten auf der Erde herausfinden.

Die Forscher rüsten dafür verschiedene Tierarten mit Mini-Sendern aus, die ihre Messdaten - zum Lebensumfeld und zur Gesundheit - an eine Antenne auf der ISS schicken. Nach Darstellung von Wikelski ist das deutlich ergiebiger und billiger als die Tiere wie bisher zum Beispiel mit Mobilfunkgeräten und SIM-Karten auszustatten. Ein Team von Vogelkundlern in Sibirien sorgte zuletzt international für Schlagzeilen, weil an Steppenadlern angebrachte Sender aus verschiedenen Ländern SMS abgesetzt und so horrende Roaming-Gebühren verursacht hatten. Die Forscher waren entsetzt wegen der Kosten.

Aktuell liefen mit russischen Forschern beim Raumfahrtunternehmen SpaceTech aus Immenstaad am Bodensee die letzten Vorbereitungen, sagte Wikelski. Die Firma ist an Icarus beteiligt und hat unter anderem die Antenne für das Projekt entwickelt und gebaut. Eigentlich hätte der Computer auf der Raumstation ISS in rund 400 Kilometern über der Erde schon im Juli angeschaltet werden sollen. Wegen Problemen mit einem Kondensat musste der Computer allerdings wieder auf die Erde zurück. Das Bauteil ist inzwischen ausgewechselt.

An Icarus (International Cooperation for Animal Research Using Space) sind unter anderem auch die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) beteiligt. Nach Abschluss einer Testphase soll das System voraussichtlich im kommenden Jahr den Wissenschaftler voll zur Verfügung stehen.

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Erstellt:
29. Oktober 2019, 10:11 Uhr

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