Nahost-Krieg

Ölpreis erneut um 5 % gestiegen - Was passiert ist

Der Ölpreis ist erneut gestiegen und lieg aktuell kurz vor seinem Hoch seit Kriegsbeginn. Der Auslöser: Ein Post von Donald Trump.

Der Ölpreis ist erneut um 5 Prozent gestiegen. Erfahren Sie hier, was dahinter steckt.

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Der Ölpreis ist erneut um 5 Prozent gestiegen. Erfahren Sie hier, was dahinter steckt.

Von Matthias Kemter

Am Dienstag hat der Ölpreis erneut einen deutlichen Anstieg verzeichnet und liegt nun bei knapp über 111 US-Dollar pro Barrel (Brent), dem zweithöchsten Stand seit Kriegsbeginn. Die Märkte reagieren damit auf die eskalierenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran, die durch scharfe Drohungen von US-Präsident Donald Trump erneut angeheizt wurden.

Rohstoffmärkte reagieren auf Trump-Drohungen

Die jüngsten Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegen den Iran haben die Märkte erneut stark beeinflusst. Trump hatte dem Iran ein Ultimatum gestellt, die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Handelsrouten für Öl, wieder zu öffnen. Andernfalls drohte er mit Angriffen auf die zivile Infrastruktur des Landes. "Wenn sie bis Dienstagabend nichts unternehmen, bleiben kein Kraftwerk und keine Brücke stehen", sagte Trump dem Wall Street Journal. Nachdruck verlieh der US-Präsident seiner Drohung mit einem wüsten Post auf seiner Plattform Truth Social: "Öffnet die verf..... Straße, ihr verrückten Bastarde, oder ihr werdet in der Hölle leben - Wartet nur ab! Gelobt sei Allah.". Die Frist scheint damit nun zum dritten Mal verschoben worden zu sein und könnte somit auch die "finale" Frist sein. Deadline ist 20 Uhr Washingtoner Zeit bzw. 2 Uhr in der Nacht zum Mittwoch deutscher Zeit.

Die Straße von Hormus ist für den globalen Ölhandel von zentraler Bedeutung, da etwa 20 Prozent des weltweiten Ölhandels über diese Meerenge abgewickelt werden. Seit Beginn des Irankriegs Ende Februar ist der Seeverkehr durch die Meerenge jedoch weitgehend zum Erliegen gekommen. Die Blockade hat die Versorgungssicherheit erheblich beeinträchtigt und die Preise in die Höhe getrieben.

Reaktionen der Opec+

Auch die Opec+-Staaten haben auf die angespannte Lage reagiert. Obwohl die acht Kernstaaten des Kartells, darunter Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate, eine leichte Erhöhung der Ölförderung angekündigt haben, bleibt der Effekt auf die Märkte begrenzt. Experten sehen die Maßnahme eher als symbolischen Schritt, da die Produktionssteigerung von 206.000 Barrel pro Tag die durch den Konflikt verursachten Engpässe nicht ausgleichen kann. Gleichzeitig zeigt sich die OPEC+ besorgt und betont, dass die Wiederherstellung beschädigter Energieinfrastrukturen kostspielig und zeitaufwendig sei.

Auswirkungen auf die Verbraucher

Die steigenden Ölpreise haben auch direkte Auswirkungen auf die Verbraucher. In Deutschland haben die Kraftstoffpreise neue Rekordhöhen erreicht. Diesel kostete zuletzt 2,48 Euro pro Liter, während Super E10 bei 2,23 Euro lag. Die Preissteigerungen sind eine direkte Folge der Unsicherheiten auf den globalen Märkten.

Fazit

Die Kombination aus geopolitischen Spannungen, der Blockade der Straße von Hormus und der begrenzten Reaktion der Opec+ hat den Ölpreis auf ein neues Hoch getrieben. Solange die Unsicherheiten anhalten, ist mit weiteren Preisschwankungen zu rechnen.

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Erstellt:
7. April 2026, 10:10 Uhr

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