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Oppenweiler will auf Gas setzen

Pläne für eine Holzheizanlage werden endgültig beiseitegelegt – Gemeinderat stimmt für Erstvergabe einer Gaskonzession – Nachträgliche Anschlüsse möglich

Erstmals soll für die Gemeinde Oppenweiler eine Konzession für ein Gasnetz vergeben werden. Die Hoffnung besteht, dass es dafür Interessenten gibt, die ein Gasnetz im Ort aufbauen, welches dann auch für andere Betreiber offen ist. Die Pläne für eine Holzheizanlage wurden hingegen ad acta gelegt.

Für die Installation eines Gasnetzes für die Gemeinde Oppenweiler werden nun Interessenten gesucht. Foto: Fotolia

© fefufoto - stock.adobe.com

Für die Installation eines Gasnetzes für die Gemeinde Oppenweiler werden nun Interessenten gesucht. Foto: Fotolia

Von Lorena Greppo

OPPENWEILER. Im Juli 2015 hatte der Gemeinderat beschlossen, ein integriertes Quartierskonzept mit dem Ziel zu erstellen, eine Nahwärmeversorgung im Hauptort Oppenweiler zu errichten. Im November 2016 wurde die Konzeption beschlossen, der genaue Standort der vorgesehenen Holzheizung beim Freibad war jedoch noch nicht abschließend festgelegt. Vonseiten der Verwaltung wurden bereits diverse vertiefende Untersuchungen veranlasst und Vorverträge mit verschiedenen Grundstückseigentümern und Gebäudeverwaltungen geschlossen. Dann kam im Frühjahr 2017 die Wende – der Gemeinderat stoppte des Projekt Nahwärme. Als Bernhard Bühler sein Amt als Bürgermeister der Gemeinde angetreten hat, war das der Stand des Projekts: gestoppt, aber nicht beendet. „Wir haben das Konzept noch einmal vertieft überprüft“, erzählt er. Auch und vor allem auf die Wirtschaftlichkeit.

Betriebsrisiko einer Holzheizanlage ist der Gemeinde zu hoch

Zwar wurden die Voruntersuchungen gut gefördert, der Betrieb wäre das jedoch nicht mehr gewesen. „Und in dem Moment, wo es Probleme gibt, ist die Gemeinde dafür zuständig“, erklärt Bühler. Zudem gebe es bei solchen Heizanlagen oftmals Probleme mit den Anwohnern, die etwa unter der Ruß- und Ascheentwicklung leiden. Zudem hätte für das Verlegen der Wärmeleitungen der halbe Ortskern aufgebaggert werden müssen. „Wir haben es deshalb für sinnvoll erachtet, auf kleinere Nahwärmenetze umzusteigen.“ Dabei sei die Kraft-Wärme-Kopplung in den Fokus gerückt.

Die Holzheizanlage ist damit vom Tisch, alle Aktivitäten im Hinblick darauf werden eingestellt. „Es ist mir wichtig, dass dies nun eindeutig klar geworden ist: Das Konzept wird ad acta gelegt“, äußert sich Bühler unmissverständlich. Für die Voruntersuchungen habe es eine relativ hohe Förderung gegeben. „Arg viel an Kosten dürfte nicht an der Gemeinde hängen geblieben sein“, erklärt der Bürgermeister. Nun also soll die energetische Sanierung der Gemeinde mit Gas vonstattengehen. In einem oder mehreren gasbetriebenen Blockheizkraftwerken soll in erster Linie Strom produziert werden. Die Abwärme des Verbrennungsvorgangs soll jedoch für Heizungszwecke eingesetzt werden. „Auch dafür gibt es gute Förderquoten“, sagt Bühler.

Zuerst galt es in der Gemeinderatssitzung, die Form des Gases für den Betrieb zu beschließen. Bei Flüssiggas müsse man über Tanks nachdenken, erklärte Bühler. Bei Erdgas hingegen sei ein Anschluss an die Stadtwerke Backnang (SWBK) möglich – die von der Gemeindeverwaltung bevorzugte Variante. Das Erdgasnetz der SWBK soll in naher Zukunft bis zum Staigacker ausgebaut werden. Von dort wäre es dann möglich, eine Leitung bis nach Oppenweiler weiterzuverlegen. Würde ein einzelner, sogenannter singulärer Anschluss eingerichtet, könnten mit dieser Leitung nicht mehrere Anlagen der Kommune versorgt werden. „Da müsste für einen Anschluss der halbe Ort durchgraben werden und es gäbe keine Möglichkeit für andere Interessenten, sich anzuschließen“, erläuterte Bühler in der Sitzung. Verwaltung als auch Gemeinderat sprachen sich deshalb für die Vergabe einer Konzession für ein Gasnetz im Ort aus. Dass es beim Vergabeverfahren einiges zu beachten gibt, erklärte Ingenieur Uwe Rosenberger von der Condit-Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Er soll die Gemeinde im Verfahren begleiten. Zuerst gebe es eine Bekanntmachung im Bundesanzeiger. „Es wäre wünschenswert, dass es daraufhin viele Interessensbekundungen gibt“, so Rosenberger. Denn so entstehe ein Wettbewerb. Komme dieser zustande, müssten vonseiten der Gemeinde klare Vergabekriterien ausgegeben werden. Aus den Richtlinien müsse hervorgehen, worauf in Oppenweiler besonderen Wert gelegt werde und wie die Kriterien bei der Auswahl des Betreibers gewertet würden. Denn, so Rosenberger: „Es kann sein, dass nach dem Vergabeverfahren der Unterlegene klagt.“ Gleichzeitig machte Bürgermeister Bühler klar: „Diese Aufgabe bedeutet einen großen Aufwand. Die Bewerber werden nicht Schlange stehen.“

Kosten für die Installation des Gasnetzes trägt der Betreiber

Da die Entscheidung keine kleine war, hatten die Gemeinderäte folglich noch einige Fragen an Uwe Rosenberger. Die FGL-Fraktionsvorsitzende Gudrun Rauh wollte beispielsweise wissen, wie viel der Kosten für die Installation des Gasnetzes – etwa für die Anschlüsse oder in puncto Straßenbau – an der Gemeinde hängen bleibe. „Das macht alles der Betreiber, der in der Vergabe den Zuschlag bekommt“, erklärte Rosenberger. Der FWV-Fraktionsvorsitzende Erhard Friz wollte wissen, ob denn schon ein Standort für ein Blockheizkraftwerk angedacht sei. In der Bekanntmachung des Vergabeverfahrens müsse das noch nicht drinstehen, erklärte Rosenberger. Dafür könnten mögliche Bewerber Vorschläge liefern. Thomas Wieland (FGL) fragte nach der Laufzeit eines Vertrags mit einem Betreiber. Dieser gehe nicht über 20 Jahre hinaus, lautete die Antwort des Ingenieurs. Da aber in Oppenweiler das Netz erst neu aufgebaut werden müsse, würde man wohl nicht umhinkommen, 20 Jahre anzubieten. „Sollte es mehrere Interessenten geben, könnte man auch eine kürzere Laufzeit als ein Kriterium ausgeben“, sagte Rosenberger. Erst einmal werde aber nur ein Interessensbekundungsverfahren eingeleitet. Alles andere werde entschieden, wenn sich mögliche Betreiber melden. Dafür stimmte der Gemeinderat dann auch geschlossen.

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Erstellt:
4. Oktober 2018, 06:00 Uhr

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