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Post möchte Zustellstützpunkt verlagern

Neubau im Backnanger Industriegebiet Lerchenäcker geplant – d& b Audiotechnik will erweitern – Dibag tritt als Investor auf

Die Deutsche Post will ihren Zustellstützpunkt in Backnang vom jetzigen Standort, Spinnerei 53, in das Industriegebiet Lerchenäcker verlagern. Dort soll von der Dibag Industriebau AG ein neuer Zustellstützpunkt erstellt und von der Post angemietet werden. Im Backnanger Zustellstützpunkt beschäftigt die Deutsche Post etwa 70 Mitarbeiter.

Gelände und Gebäude Spinnerei 53 sind für die Belange der Post nicht optimal. Nach einem Teilabriss und einem Teilneubau soll d & b Audiotechnik an dieser Stelle wachsen können. Foto: A. Becher

© Pressefotografie Alexander Beche

Gelände und Gebäude Spinnerei 53 sind für die Belange der Post nicht optimal. Nach einem Teilabriss und einem Teilneubau soll d & b Audiotechnik an dieser Stelle wachsen können. Foto: A. Becher

Von Matthias Nothstein

BACKNANG. Die Post hat Interesse an einem moderneren Gebäude. In einem solchen wären schlankere Prozesse möglich, so heißt es in der Sprache der modernen Betriebswirtschaft. Das Gebäude, in dem der Zustellstützpunkt derzeit untergebracht ist, hat viele Nachteile, schließlich war es ursprünglich auch nicht für die Post-Zwecke konzipiert. Unter anderem nervt die Nutzer zum Beispiel das Gefälle auf dem Areal. Auch die Verkehrsverbindung an diesem Ende der Stadt ist nicht optimal. All diese Nachteile sind jetzt der Grund, weshalb die Post ihren Stützpunkt vom Standort Spinnerei ins Industriegebiet Lerchenäcker in den Backnanger Norden verlagern will.

In aller Regel legt die Deutsche Post laut Pressesprecher Gerold Beck folgende Anforderungen an: Die Ansiedelung erfolgt meist am Stadtrand mit guter Verkehrsanbindung und guter Andienbarkeit. Der Standort muss über genügend Fahrzeug-Stellplätze und eine Produktionsfläche auf einer Ebene im Erdgeschoss sowie über eine ausreichende Stromversorgung für den Betrieb von Elektrofahrzeugen (Street-Scooter) verfügen. Eine Ansiedelung in Innenstädten wird laut Beck in der Regel von der Post eher nicht angestrebt, „da es meist keinen Kundenverkehr bei unseren Zustellstützpunkten gibt“.

Am bisherigen Standort war die Post nur zur Miete untergebracht, Vermieter war die Dibag Industriebau AG. Und auch künftig möchte die Post die Betriebsräume nur anmieten. Und da Dibag den gelben Riesen als Geschäftspartner nicht verlieren möchte, kümmert sie sich um Ersatz. „Die Post war schließlich 15 Jahre lang ein toller Mieter und hat immer noch einen laufenden Mietvertrag“, heißt es aus Dibag-Kreisen. Auf der anderen Seite wird aber auch betont, „noch ist nichts spruchreif, es wurden noch keine Verträge unterzeichnet“.

Backnanger Gemeinderat hat Grundstücksverkauf abgesegnet

Das mag zwar stimmen, aber die Geschäftspartner scheinen sich einig zu sein. So hat der Backnanger Gemeinderat bereits sein Plazet zum Grundstücksverkauf gegeben, im November soll der Verkauf notariell besiegelt werden

Dibag würde mit der Investition nicht nur die Post zufriedenstellen, sondern könnte nach dem Ende des Zustellstützpunkts in der Spinnerei auch der Firma d & b Audiotechnik Erweiterungsmöglichkeiten zur Verfügung stellen. d&b Audiotechnik nutzt bereits einen Teil des Gebäudes.

Aber das Unternehmen wächst stetig und hat ständig Flächenbedarf. So werden derzeit beispielsweise die Räume im Erdgeschoss des Gebäudes Eugen-Adolff-Straße 122 bezogen. Jene Räume, die zu Jahresbeginn nach dem Auszug des Fitnessstudios Jo.M frei wurden. In der Summe etwa 1000 Quadratmeter.

Siegfried Janocha, Erster Bürgermeister der Stadt Backnang, ist vom Grundsatz her nicht ganz glücklich mit dem Umstand, dass einer der begehrten Bauplätze im Gewerbegebiet Lerchenäcker III ausgerechnet für einen Zustellstützpunkt genutzt wird, handelt es sich doch nicht um produzierendes Gewerbe. Für dieses sollten die Flächen eigentlich reserviert sein. Janocha kann jedoch mit der Entscheidung leben, weil auf der anderen Seite auch im Zustellstützpunkt relativ viele Menschen arbeiten, die Rede ist von 65 bis 70 Mitarbeitern. Und was noch viel mehr zählt: Durch den Umzug hat die d & b Audiotechnik GmbH die Möglichkeit, sich zu erweitern, „und das ist gut“, so Janocha.

Postboten stellen ihre Touren vor Ort zusammen Info Im Zustellstützpunkt bereiten die Postboten ihre Zustelltouren vor. Der größte Teil der Briefe, die frühmorgens vom Briefzentrum in Waiblingen angeliefert werden, ist schon nach der Gangfolge der Zusteller sortiert, geringe Mengen müssen im Zustellstützpunkt noch von Hand in die Reihenfolge gebracht werden, in der die Postboten nachher die Straße entlang gehen oder fahren. Auch die Päckchen und Pakete, die morgens vom Paketzentrum in Köngen kommen, müssen erst entsprechend den Touren in die Zustellfahrzeuge geladen werden, bevor die Postboten in ihre Bezirke aufbrechen. Die meisten Postboten, die in den neuen Zustellstützpunkt umziehen, bringen Briefe und Pakete, es handelt sich also um eine sogenannte Verbundzustellung. Der dritte Abschnitt des Industrie- und Gewerbegebiets Lerchenäcker ist zehn Hektar groß und wurde in den vergangenen Monaten erschlossen. Von dieser Fläche sind 1,3 Hektar bislang vergeben, wobei ein Grundstück bereits verkauft wurde, bei fünf weiteren Flächen wurde der Verkauf beschlossen, aber notariell noch nicht besiegelt. Grundsätzlich zeigt sich Backnangs Erster Bürgermeister Siegfried Janocha davon überzeugt, dass alle Grundstück in den nächsten zwei Jahren an den Mann gebracht werden können, „es gibt eine ganze Menge an Interessenten“. Dazu zähle jedoch nicht Murrelektronik, das Unternehmen möchte in Oppenweiler bleiben und dort Erweiterungsmöglichkeiten nutzen. Der neue Zustellstützpunkt soll im interkommunalen Industrie- und Gewerbegebiet an der Ecke der Manfred-von-Ardenne-Allee und der Günter-Wuckel-Straße entstehen. Letztere Straße ist die Verbindung vom (künftig) zweiten Anschluss des Gewerbegebiets Lerchenäcker an die Bundesstraße 14 auf Höhe der Sulzbacher Straße. Die Straße existiert bereits, der Anschluss lässt jedoch noch auf sich warten. Das Grundstück ist 80 Ar groß und kostet 1,15 Millionen Euro. Der Zustellstützpunkt hat nichts mit der Postfiliale zu tun, diese bleibt unverändert im Backnanger Biegel.

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Erstellt:
17. September 2018, 06:00 Uhr

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