Raumfahrtbranche hofft auf mehr Unterstützung der Politik

dpa/lsw Stuttgart. Die Raumfahrtindustrie im Südwesten wünscht sich von der Politik mehr Unterstützung, um die Bedeutung des Standorts Baden-Württemberg für die Branche öffentlich sichtbar zu machen. Zu oft werde bei dem Thema nur an Bremen und Bayern gedacht, sagte der Vorstandsvorsitzende des Forums Luft- und Raumfahrt Baden-Württemberg, Rolf-Jürgen Ahlers, der Deutschen Presse-Agentur.

Rolf-Jürgen Ahlers, Vorsitzender des Forum Luft- und Raumfahrt Baden-Württemberg (LRBW). Foto: Marijan Murat/dpa/Archivbild

Rolf-Jürgen Ahlers, Vorsitzender des Forum Luft- und Raumfahrt Baden-Württemberg (LRBW). Foto: Marijan Murat/dpa/Archivbild

Dabei arbeiteten 40 Prozent der Beschäftigten in der deutschen Raumfahrt in Baden-Württemberg. Bis zu 60 Prozent der in Deutschland ausgebildeten Raumfahrtingenieure kämen von einer Südwest-Hochschule. Forschung und Entwicklungen aus Baden-Württemberg seien etwa bei Satelliten, Wetterbeobachtung, dem Vermeiden von Kollisionen mit Weltraumschrott und sogenanntem Precision Farming gefragt, einem Verfahren zu zielgerichteter Landwirtschaft. „Jeder Antrieb, der in Europa an den Start geht, wird in Lampoldshausen getestet“, sagte Ahlers. „Das ist ein Pfund, mit dem wir wuchern können.“

Unter CDU-Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut habe sich die Lage im Vergleich zu ihrem Vorgänger Nils Schmid (SPD) deutlich verbessert, sagte Ahlers. Leuchtturmprojekte wie die Testfelder für autonomes Fliegen in Lahr und Mengen seien entstanden. Aber auch mit dem Kultusministerium gebe es etwa bei dem Schüler-Ideenwettbewerb „Von Baden-Württemberg ins All“ eine gute Zusammenarbeit. Das von den Grünen geführte Umweltministerium sei beim Thema Wasserstoff als Antriebsenergie Ansprechpartner, das Landwirtschaftsministerium bei Precision Farming. „Es tut sich wieder was im Ländle“, so Ahlers.

Daher mache sich die Branche auch wenig Sorgen vor der Landtagswahl, sagte er. Die Bedeutung der Raumfahrt für Baden-Württemberg hätten alle Parteien erkannt. Die Frage sei, inwiefern die nach der Wahl handelnden Personen die Branche aktiv unterstützen. Bayern habe ein Raumfahrtprogramm Bavaria One aufgelegt, Hamburg sei Modellregion für Drohnenverkehr. „Da werden Duftmarken gesetzt - auch in Bezug auf die europäische Raumfahrt“, sagte Ahlers. „Warum nicht auch hier?“

„Man sollte mal nach außen deutlich machen, was wir hier in dem Bereich tun“, sagte Ahlers. Damit ziehe man andere Leistungsbringer an. Rund 10 000 Mitarbeitern in der Raumfahrt stünden 6500 bis 7000 in der Luftfahrt gegenüber. Das sei mit der Automobilbranche im Südwesten natürlich nicht vergleichbar. Aber einer Schätzung zufolge bewirke jeder investierte Euro in der Luft- und Raumfahrt das Doppelte bis Dreifache durch Serviceanbieter und Dienstleister.

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Erstellt:
10. Dezember 2020, 06:59 Uhr

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