Spezialausgabe zum Dschungelcamp
RTL wehrt sich gegen Antisemitismus-Vorwurf nach „Stefan Raab Show“
Stefan Raab erlaubt sich in seiner Show einen Witz über den Sänger Gil Ofarim, der dessen jüdische Herkunft thematisiert. Inzwischen hat RTL den Beitrag aus dem Netz entfernt.
© Jens Büttner/dpa /IMAGO
Moderator Stefan Raab (links) und Musiker Gil Ofarim (rechts).
Von dpa
Der Fernsehsender RTL wehrt sich gegen Kritik nach einem Einspieler über den Sänger Gil Ofarim (43) in der „Stefan Raab Show“. „Wir nehmen die Kritik an dem Einspieler über Gil Ofarim in der „Stefan Raab Show“-Spezialausgabe vom 27. Januar sehr ernst und ordnen ihn klar ein“, teilte der Sender der dpa auf Nachfrage mit. Der Beitrag setze sich mit der Person Gil Ofarim und seinem öffentlichen Auftreten im Kontext der bekannten Betrugsvorwürfe auseinander, „insbesondere mit der von ihm selbst erhobenen und später widerlegten Behauptung eines antisemitischen Vorfalls“.
Im Jahr 2021 machte Ofarim deutschlandweit Schlagzeilen, als er sich bei Instagram als Opfer von antisemitischen Äußerungen eines Hotelmitarbeiters darstellte. Später stellten sich diese Vorwürfe als falsch heraus; Ofarim musste seine Darstellung zurücknehmen.
Die Sendung war eine Spezial-Ausgabe von Stefan Raabs Show, die im Nachgang zum Dschungelcamp gezeigt wurde. In dem Einspieler soll dem jüdischen Sänger Ofarim ein „Betrüger-Gen“ unterstellt worden sein, wie zunächst die „Jüdische Allgemeine“ berichtete. Dies brachte dem Sender den Vorwurf des Antisemitismus ein.
RTL nimmt Beitrag offline
Hierzu hieß es von dem Kölner Sender: „RTL weist jede Form von Antisemitismus entschieden zurück. Zugleich sehen wir ein, dass der Einspieler zu Missverständnissen führen konnte. Vor diesem Hintergrund nehmen wir den Beitrag offline und werden künftige Inhalte noch sensibler daraufhin prüfen, welche Deutungen sie ermöglichen.“ Tatsächlich war die Sendung, die am 27. Januar ausgestrahlt worden sein soll, auf RTL+ nicht mehr abrufbar.
