Feldberg als Tabuzone
„Schnapsidee“: Naturschützer lehnen Windräder auf dem Feldberg ab
Der Bürgermeister von Feldberg will im Schwarzwald auf dem höchsten Berg des Landes Windräder bauen. Der Landesnaturschutzverband läuft dagegen Sturm.
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Einen Turm gibt es bereits auf dem Feldberg.
Von Eberhard Wein
Der Landesnaturschutzverband (LNV) hält nichts von Windrädern auf dem Feldberg. Es handele sich um eine Schnapsidee, sagte Gerhard Bronner, der Vorsitzender des Dachverbandes von 37 Naturschutzvereinen in Baden-Württemberg ist. Es sei zu begrüßen, wenn die regenerative Energiegewinnung und damit auch die Windenergie im Land ausgebaut werde. „Aber der Feldberg ist wirklich der allerletzte Ort im Land, der hierfür geeignet ist“, stellte Bronner klar.
Der Bürgermeister der Gemeinde Feldberg, Johannes Albrecht (parteilos), hatte den Bau von Anlagen auf dem 1493 Meter hohen Berg ins Spiel gebracht. „Zwei bis drei Windräder auf dem Feldberg können 18 Anlagen in der Fläche obsolet machen“, sagte Albrecht. Zudem sei der Berg durch Wintersport, einen Turm und einen Antennenmast bereits belastet. Mit dem Windstrom könnte auch eine moderne Beschneiungsanlage am Feldberg versorgt werden.
Der südbadische Windkraftpionier Andreas Markowsky verwies darauf, dass in den Höhenlagen des Schwarzwalds teils bessere Windverhältnisse als an der Nordsee herrschten. Ein Windrad auf dem höchsten Berg des Landes sei zudem ein „starkes Zeichen für die Energiewende“.
Wird das Auerhuhn verscheucht?
Der LNV pocht hingegen darauf, dass der Feldberg als Naturschutzgebiet der höchsten Kategorie für bauliche Eingriffe „absolut tabu“ bleibe. Eine Vielzahl von seltenen Vogelarten lebe dort, von denen das Auerhuhn nur die bekannteste sei. Nachgewiesenermaßen übten Windkraftanlagen eine „Scheuchwirkung“ auf Auerhühner aus.
In allen Planungen werde der Feldberg als Tabuzone für Windkraft klassifiziert. Es gebe landesweit hunderte von potentiellen Windkraftstandorten, bei denen keine oder geringe Konflikte mit geschützten Arten zu erwarten seien. „Baut dort Windkraftanlagen und lasst das ökologische Tafelsilber des Landes, die Naturschutzgebiete, in Ruhe!“, appellierte Bronner an die Politik.
Beeinträchtigung der Landmarke Feldberg befürchtet
Er verwies auch darauf, dass der Feldberg eine einzigartige Landmarke sei. „Die Erhaltung eines ansprechenden, nicht technisch überprägten Landschaftsbildes ist neben dem Schutz der Biodiversität ein gesetzlicher Auftrag des Naturschutzgesetzes.“, sagte Bronner. In der zehnstufigen Klassifizierung des Landschaftsbildes liegt das Feldberggebiet in den höchsten Klassen. Lediglich das Umfeld des Feldberger Hofes mit den dortigen Wintersporteinrichtungen sei davon ausgenommen.
