Sexuelle Belästigung bei Polizei: Anlaufstelle diskutiert

dpa/lsw Stuttgart. Nach den Vorwürfen sexueller Belästigung innerhalb der Polizei hat Landespolizeipräsidentin Stefanie Hinz die Einrichtung einer Anlaufstelle für Betroffene ins Gespräch gebracht. Hinz sagte der „Schwäbischen Zeitung“ (Donnerstag): „In diesem Sinne habe ich vorgeschlagen, die Stelle einer Vertrauensanwältin oder eines Vertrauensanwaltes für diesen Bereich zu schaffen, wie es ihn auch für den Bereich Korruption gibt.“ Dies sei eine neutrale und unabhängige Vertrauensperson.

Ein Schild mit der Aufschrift "Polizei" hängt an einem Polizeipräsidium. Foto: Roland Weihrauch/dpa/Symbolbild

Ein Schild mit der Aufschrift "Polizei" hängt an einem Polizeipräsidium. Foto: Roland Weihrauch/dpa/Symbolbild

Hintergrund des Vorschlags sind Vorwürfe von Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung einer Mitarbeiterin des Landespolizeipräsidiums. Ein hochrangiger Beamter soll seine Machtstellung ausgenutzt haben. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt in dem Fall. Gegen den Mann wurde ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Er wurde vorläufig vom Dienst suspendiert.

Hinz sagte, durch die anwaltliche Schweigepflicht wäre Vertraulichkeit garantiert. Ein Vertrauensanwalt könnte Betroffene aus der Anonymität herausholen, sie dabei zu 100 Prozent schützen und als Mittelsmann oder -frau für Ermittler agieren. „Das könnte nochmal ein Baustein sein, um das Angebot, das schon da ist, sinnvoll zu ergänzen. Und es wäre auch ein klares Zeichen in die Organisation: Wir tun alles, um die Werte, für die wir stehen, auch zu leben.“

© dpa-infocom, dpa:220120-99-781013/3

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Erstellt:
20. Januar 2022, 10:40 Uhr

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