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Sicherer Hafen für von Zwangsverheiratung betroffene Frauen

dpa/lsw Stuttgart.

Eine im Südwesten einzigartige Notunterkunft soll von Zwangsverheiratung bedrohten oder betroffenen junge Frauen eine erste Zuflucht gewähren. Das Angebot der Evangelischen Gesellschaft (eva) namens „Nadia“ richtet sich ab dem 1. Juli an 14- bis 27-Jährige aus allen Teilen Deutschlands. Bundesweit gebe es bisher nur an fünf Orten anonyme Notaufnahmeplätze, teilten die Evangelische Gesellschaft und das Sozialministerium am Montag in Stuttgart mit. Neben einer sicheren Unterkunft bietet „Nadia“ jungen Migrantinnen zusätzliche Beratung und weitere Unterstützung. Für die erwachsenen Frauen zahlt das Sozialministerium den Platz, für Minderjährige die jeweils zuständigen Jugendämter. Die Verweildauer in der Wohngruppe mit sechs Plätzen ist auf zwölf Wochen begrenzt. Die Dunkelzimmer bei dem Phänomen ist hoch. Anhaltspunkte geben die Zahlen der Stuttgarter Fachberatungsstelle „Yasemin“ der eva. Sie verzeichnete 2018 insgesamt 194 Beratungsfälle, davon waren 75 Menschen unmittelbar von einer Zwangsverheiratung bedroht. Im Jahr 2019 waren es 201 Beratungsfälle, darunter 62 direkt von Zwangsverheiratung Bedrohte. Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha (Grüne) betonte laut der Mitteilung: „Zwangsverheiratungen sind eine schwerwiegende Verletzung grundlegender Menschenrechte und verhindern die Integration in eine freie Gesellschaft.“

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Erstellt:
25. Mai 2020, 18:30 Uhr

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