Kira Geiss setzt sich weiter für ihre Generation ein

Rund 15000 junge Frauen haben sich 2023 um den Titel Miss Germany beworben. Bekommen hat ihn Kira Geiss. Die 21-Jährige aus Magdeburg war bis zu der Wahl Schülerin an der Evangelischen Missionsschule in Unterweissach. Mittlerweile hält sie Vorträge und gibt Workshops.

Am 4. März 2023 ist Kira Geiss (Mitte, mit Schärpe) im Europapark Rust zur Miss Germany 2023 gewählt worden. Archivfoto: Imago/Star-Media

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Am 4. März 2023 ist Kira Geiss (Mitte, mit Schärpe) im Europapark Rust zur Miss Germany 2023 gewählt worden. Archivfoto: Imago/Star-Media

Von Melanie Maier

Weissach im Tal. „Von der Missionsschule zur Misswahl“: Unter diesem Titel in der Printausgabe hat die BKZ vor mehr als einem Jahr, im Januar 2023, den ersten Artikel über Kira Geiss veröffentlicht. Gerade einmal zwei Monate später stand fest: Die ehemalige Schülerin der Evangelischen Missionsschule in Unterweissach ist die neue Miss Germany. Sie hat sich gegen rund 15000 Mitbewerberinnen durchsetzen können.

Auf Instagram zeigt sich Kira Geiss von ganz verschiedenen Seiten. Ein Foto von der Miss-Germany-Wahl 2024 darf natürlich nicht fehlen. Screenshots: BKZ

© Melanie Maier

Auf Instagram zeigt sich Kira Geiss von ganz verschiedenen Seiten. Ein Foto von der Miss-Germany-Wahl 2024 darf natürlich nicht fehlen. Screenshots: BKZ

Mittlerweile ist bereits die neue Miss Germany gekürt worden, die 39-jährige Apameh Schönauer. Sie möchte mit ihrem Titel dazu beitragen, dass die Frauen, die im Iran für mehr Freiheitsrechte kämpfen, nicht in Vergessenheit geraten. Zudem will sie für mehr Gleichberechtigung für Frauen mit Migrationshintergrund in Deutschland einstehen. Eine solche Mission zu haben, ist für den Wettbewerb inzwischen grundlegend. Das Konzept hat sich 2019 verändert: weg von der reinen Schönheitswahl, hin zur Plattform für Frauen mit dem Wunsch, gesellschaftlich etwas zu verändern.

An die Missionsschule in Unterweissach wird sie wohl nicht zurückkehren

Das war auch der Grund für Kira Geiss, überhaupt an der Wahl zur Miss Germany teilzunehmen. Doch wie sieht der Alltag der 21-Jährigen heute eigentlich aus? Und was hat sich durch den Wettbewerb für sie verändert? Der Vertrag mit Miss Germany läuft noch ein weiteres Jahr. Außerdem habe sie einige weitere längerfristige Verpflichtungen eingehen können, berichtet Kira Geiss. „Aus diesem Grund verändert sich arbeitstechnisch nichts für mich und ich werde genau gleich weitermachen wie vergangenes Jahr.“ Die Missionsschule in Unterweissach, wo sie eine Ausbildung zur Diakonin begonnen hatte, werde sie vorerst nicht wieder besuchen, sagt die gebürtige Ravensburgerin. Stattdessen werde sie weiterhin als Jugendbeauftragte des Gnadauer Verbands unterwegs sein. Der evangelische Gnadauer Gemeinschaftsverband ist die Dachorganisation der landeskirchlichen Gemeinschaftsbewegung in Deutschland, in Österreich und in den Niederlanden. Für ihn wird Kira Geiss, die derzeit in Magdeburg lebt, beispielsweise Vorträge halten und Workshops geben. Darüber hinaus hat sie sich vorgenommen, noch mehr in der Politik und Jugendarbeit aktiv zu sein und häufiger über das neue Konzept von Miss Germany zu sprechen: „Ich möchte Menschen ans Herz legen, Frauen in ihrer Stimme und Kompetenz wahrzunehmen.“

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Ihre eigene Teilnahme an dem Wettbewerb bereut sie nicht. „Ich durfte im vergangenen Jahr unglaublich wachsen und bin mehr als dankbar für das Leben, das ich heute führen darf“, betont sie. „Es ist ein Privileg, so leben und arbeiten zu dürfen. Ich genieße es, auf großen und kleinen Bühnen zu stehen, jungen Menschen zu begegnen, in Schulen zu arbeiten und mit spannenden Persönlichkeiten Panels zu teilen.“ Abgesehen davon liebe sie es, dass keiner ihrer Tage dem anderen gleiche.

Zu ihren Höhepunkten gehört die Kooperation mit Ministerin Lisa Paus

Ihr ursprüngliches Ziel, eine deutschlandweite Jugendplattform zu gründen, hat Kira Geiss zwar nicht erreicht. „Das war zu groß gedacht“, räumt sie ein. Dafür habe sie ihrer Generation, der sogenannten Generation Z, immer wieder Gehör verschaffen können. Zu den Höhepunkten ihres Jahrs als Miss Germany zählt sie etwa die Zusammenarbeit mit der Drogeriemarktkette dm, die sie im Rahmen einer Zukunftswoche einlud, über die Zukunft der jungen Generation zu diskutieren, sowie eine Kooperation mit Familienministerin Lisa Paus (Grüne). „Von ihr wurde ich nach einem ersten Treffen eingeladen, Mitglied in ihrem ‚Bündnis der jungen Generation‘ zu werden“, sagt Kira Geiss. „Daneben habe ich zum Beispiel auch Vorträge und Keynotes bei Kongressen und in Unternehmen gehalten und bei Festivals, Freizeiten und in Schulen mit vielen jungen Menschen zusammengearbeitet.“ Auch im Deutschen Bundestag und im österreichischen Parlament durfte sie sprechen.

Kira Geiss arbeitet beim Gnadauer Verband zum Beispiel mit Oliver Ahlfeld zusammen. Screenshots: BKZ

© Melanie Maier

Kira Geiss arbeitet beim Gnadauer Verband zum Beispiel mit Oliver Ahlfeld zusammen. Screenshots: BKZ

Wichtig waren ihr dabei Fragen wie: „Wie gelingt ein generationenübergreifendes Arbeiten am nachhaltigsten?“ oder „Wie sieht der richtige Umgang mit Social Media aus?“ Inzwischen liegt ihr Fokus auf dem Thema Arbeitsmarkt. Aktuell arbeite sie mit einem großen Partner an einer Art Berufe-Dating-App, die junge Menschen bei der Suche nach einem Ausbildungsberuf unterstützen und den Schritt in die Arbeitswelt erleichtern soll. Dafür möchte sie auch die 25000 Euro Preisgeld des Miss-Germany-Wettbewerbs aufwenden. Weitere Projekte seien in Planung, erklärt Kira Geiss, darüber dürfe sie aber noch nichts verraten.

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Erstellt:
17. April 2024, 06:00 Uhr

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