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Stadt betreut künftig die Schulen in Technikfragen

Backnang übernimmt die Zuständigkeit auf dem Gebiet der Digitalisierung – Neues Gebäude und sechs neue Mitarbeiter nötig

Foto: Andrey Popov/stock.adobe.com

© Andrey Popov - stock.adobe.com

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Von Matthias Nothstein


BACKNANG. Bislang war es so, dass jede Schule sich selbst um ihre informations- und kommunikationstechnische Ausstattung gekümmert hat. In früheren Zeiten, als die Digitalisierung noch nicht allgegenwärtig war, funktionierte dies auch, weil engagierte und interessierte Lehrer sich mit viel Herzblut des Themas angenommen hatten. Aber seit mehreren Jahren schon gibt es fast überall an den Schulen riesige Defizite. Heinz Harter, der geschäftsführende Schulleiter der Backnanger Schulen, erklärte daher jüngst in der Sitzung des Verwaltungs- und Finanzausschusses: „Aufgrund der Komplexität der Aufgaben ist ein Paradigmenwechsel erforderlich.“ Die Änderungen sind auch deshalb dringend nötig, weil vor über zwei Jahren bereits in Baden-Württemberg neue Bildungspläne in Kraft getreten sind, in denen Medienbildung erstmals Bestandteil des Lehrplans aller Schulen ist.

Gemeinsam mit Harter und in Abstimmung mit allen Schulleitern hat die Stadt nun ein Konzept für die Digitalisierung der Backnanger Schulen erarbeitet. Danach sollen alle Schulen bis spätestens 2024 von den Experten der Stadt auf dem Gebiet der Informations- und Kommunikationstechnik (IuK) betreut werden. Damit wird die Zuständigkeit für die technische Einrichtung, den Betrieb, die Wartung, den Support, und die Ausstattung sukzessive übertragen. Alle Schulen sollen auf Grundlage aktueller Standards und Vorschriften strukturiert verkabelt werden. Ziel ist es, jede Schule mit eigenen städtischen Glasfaserleitungen an die kommunalen Rechenzentren anzuschließen.

Die Auswirkungen für die Stadt sind immens. Im IuK-Bereich werden sechs zusätzliche Fachinformatiker notwendig. Die Stadt hat im Februar bereits das Gebäude Postgasse 5 für 550000 Euro erworben. Bislang war die Abteilung im benachbarten Gebäude Postgasse 8 untergebracht, das aber nach der Aufstockung des Personals nicht mehr ausreicht. Der Umzug der Abteilung auf die andere Straßenseite hat den Charme, dass die Kosten für die Verlegung des Hauptknotenpunktes des Glasfasernetzes der Stadtverwaltung relativ günstig sind. Trotzdem summieren sich die Ausgaben für die Sanierung und Ausstattung des Gebäudes Postgasse 5 auf weitere 3,2 Millionen Euro. Aufgrund der Umnutzung und Veräußerung einiger Gebäude reduziert sich der Aufwand für die Stadt jedoch auf 1,17 Millionen Euro. So summiert sich etwa der Gegenwert der frei werdenden Gebäude Postgasse 8 und Am Rathaus 2 auf 790000 Euro. Und durch den Umzug zum Beispiel des Zentraleinkaufs in das neue Gebäude werden im Bauhof Flächen frei. Dort kann auf die eigentlich geplante Erweiterung der Garagen verzichtet werden. Einsparung: 160000 Euro. Mit dem Umbau und der Sanierung des Gebäudes Postgasse 8 soll nächstes Jahr begonnen werden.

Die Ausschussmitglieder stimmten der Konzeption einstimmig zu. Besonders die Lehrer Willy Härtner (Grüne) und Armin Dobler (SPD) konnten aus eigener Erfahrung von den aktuellen Missständen berichten. Härtner: „Wir benötigen dringend professionelle Unterstützung. Ich erlebe täglich im Kollegium ein Geeiere und Gestammele, das ist furchtbar. Die Lehrkräfte machen sich ein Stück weit auch lächerlich, weil die Schüler es oft besser wissen.“ Zudem sorge die Entlastung bei den Lehrern für neue Freiräume. Dem stimmte Dobler zu: „Viele Jahre war es so, dass sich einzelne Lehrer um die Hard- und Software gekümmert haben.“ Offiziell wurden sie um ein, zwei Stunden beim Deputat entlastet. Dafür arbeiteten sie oft in ihrer Freizeit, abends und sonntags, damit die Technik funktioniert. „Das geht schon lange nicht mehr, dafür sind es viel zu viele Geräte.“ Härtners Schlussappell: „Wenn man nicht von den digitalen Medien beherrscht werden möchte, ist es wichtig, man beherrscht sie.“

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Erstellt:
16. Dezember 2019, 06:00 Uhr

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