Stefan Braun will OB in Backnang werden

Seit über 30 Jahren lebt der 56-Jährige in Backnang. Der Jurist bezeichnet sich als unabhängigen Verwaltungsprofi.

Stefan Braun. Foto: privat

Stefan Braun. Foto: privat

Von Florian Muhl

BACKNANG. Gestern hat der promovierte Jurist Stefan Braun bei der Stadt Backnang seine Bewerbung für das Amt des Oberbürgermeisters abgegeben. Der 56-Jährige ist bereits der siebte Bewerber, der seine Kandidatur für die OB-Wahl am 14. März öffentlich angekündigt hat. Eine Frau hat ihren Hut bislang noch nicht in den Ring geworfen.

Braun ist zwar Mitglied der FDP, legt aber großen Wert auf die Feststellung, dass er ein unabhängiger Kandidat sei. Er werde beim Wahlkampf von niemandem unterstützt, weder von einer Partei noch von Personen. Bei den Liberalen sei er auch selbst nie aktiv gewesen. Mit seiner Familie lebt Braun seit über 30 Jahren in Backnang und die Stadt liegt ihm am Herzen. Er habe das Gefühl, dass seit der Kreisreform noch immer ein Riss durch den Kreis gehe. „Das Krankenhaus hat man uns genommen, dafür haben wir eine Kreis-Mülldeponie“, sagt er. Und: „Backnang muss sich von seiner Bedeutung besser im Kreis und im Land positionieren.“ Da reiche es nicht, die Stadt als „Murr-Metropole“ zu bezeichnen.

Braun ist 1964 in Loßburg bei Freudenstadt im Schwarzwald geboren und aufgewachsen. Seit 1992 ist er mit seiner Frau Heidrun verheiratet. Beide haben zwei Kinder, Laura (25) und Lukas (20). Alle fühlen sich als echte Backnanger, sagt er. Und alle sind in Backnanger Vereinen engagiert. Seine Frau und die beiden Kinder spielen im Städtischen Blasorchester Backnang. Braun selbst war viele Jahre lang als Schlagzeuger Mitglied in einem Musikverein und hat früher auch gelegentlich als Gastmusiker im Städtischen Blasorchester Backnang ausgeholfen. Er interessiert sich zudem für Literatur und Sport. „Wir wandern gerne und fahren viel Rad mit unseren E-Bikes“, sagt der Familienvater.

Nach Abitur und Zivildienst in Freudenstadt sowie Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Tübingen hat Braun sein Rechtsreferendariat in den Landgerichtsbezirken Rottweil und Stuttgart absolviert. Als die Tochter Laura geboren wurde, hat er sie für zweieinhalb Jahre betreut und währenddessen auch seine Promotion geschrieben und abgeschlossen.

„Meine berufliche Tätigkeit habe ich als Justiziar beim damaligen Landesamt für Straßenwesen, Stuttgart, im Geschäftsbereich des damaligen Umweltministeriums Baden-Württemberg begonnen“, sagt Braun. Danach war er Personalreferent beim damaligen Landesamt für Flurneuordnung und Landentwicklung in Kornwestheim. Seit über 20 Jahren ist er beim Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg (MLR) tätig, viele Jahre als Personal- und Tarifreferent sowie Genderbeauftragter, seit 2014 als Referatsleiter des allgemeinen Rechtsreferats des MLR. Er ist dort Korruptionsschutzbeauftragter und war behördlicher Datenschutzbeauftragter; zudem ist er Vorsitzender des Personalrats.

Ehrenamtlich und nebenberuflich war Braun Dozent am Ausbildungszentrum der Straßenbauverwaltung und Prüfer an der Fachhochschule Villingen-Schwenningen – Hochschule für Polizei sowie Mitglied des Prüfungsausschusses bei der Staatsprüfung für den höheren landwirtschaftlichen Dienst und das höhere Lehramt an Fachschulen für Landwirtschaft. Überdies war der Jurist 18 Jahre lang ehrenamtlicher Richter in der Arbeitsgerichtsbarkeit, zuletzt am Landesarbeitsgericht. „Derzeit bin ich noch Beisitzer des Disziplinarsenats beim Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg in Mannheim“, sagt Braun, der seit seiner Promotion regelmäßig Aufsätze in juristischen Fachzeitschriften publiziert.

Zum Artikel

Erstellt:
30. Januar 2021, 06:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Lesen Sie jetzt!
Der Impftruck ist ein imposanter 33-Tonner mit Allradantrieb und moderner Ausstattung. Zum Pressetermin anwesend waren Landratsamtdezernent Gerd Holzwarth, Jörg Behrens (Medizinische Leitung Kreisimpfzentrum), Landrat Richard Sigel, Kilian Rapp vom Robert-Bosch-Krankenhaus sowie Sven Knödler, Heiko Fischer, Holger Hagmeier und Johannes Gerblich vom DRK. Foto: G. Habermann
Top

Stadt & Kreis

Die Impfung kommt in die Gemeinden

Vom 2. März an werden die mobilen Teams des zentralen Impfzentrums des Robert-Bosch-Krankenhauses mit einem Impftruck in die Städte und Gemeinden des Rems-Murr-Kreises fahren. In Backnang soll der Truck voraussichtlich am 8. und 9. März stehen.

Stadt & Kreis

„Ich habe noch vieles vor“

Bürgermeisterwahl Auenwald: Karl Ostfalk blickt auf 30 Jahre Erfahrung in Gemeindeverwaltungen und in Gemeinderäten zurück. Der 62-Jährige fühlt sich jung und dynamisch genug, um eine dritte Amtsperiode voll durchzuziehen. Ideen habe er noch genug.