Steuerkraft lässt kreisweit nach

Im Landesdurchschnitt steigen die Steuerkraftsummen um rund ein Prozent in der Region Stuttgart. Beim Rems-Murr-Kreis hingegen sinken diese um rund ein Prozent, wie Finanzdezernent Peter Schäfer jüngst den Kreistagsmitgliedern erläuterte.

Die drei ersten Plätze im Steuer-Ranking des Rems-Murr-Kreises belegen Winterbach, Backnang und Waiblingen . Grafik: BKZ

Die drei ersten Plätze im Steuer-Ranking des Rems-Murr-Kreises belegen Winterbach, Backnang und Waiblingen . Grafik: BKZ

Von Bernhard Romanowski

WAIBLINGEN. Wie finanzkräftig sind die Kommunen des Rems-Murr-Kreises mit Blick auf das kommende Jahr? Diese Frage stellt man sich alljährlich in der Waiblinger Kreisverwaltung, genauer gesagt in der Kämmerei des Kreises. „Die Steuerkraftsummen 2021 auf Basis des Rechnungsergebnisses 2019 entwickeln sich in etwa auf dem Niveau des Vorjahres“, so die sehr amtsdeutsche Erläuterung dazu aus der Fachabteilung.

Im Landesdurchschnitt steigen die Steuerkraftsummen um rund ein Prozent in der Region Stuttgart. Beim Rems-Murr-Kreis hingegen sinken diese um rund ein Prozent, wie Finanzdezernent Peter Schäfer jüngst den Kreistagsmitgliedern erläuterte.

Die Steuerkraft je Einwohner im Zuständigkeitsbereich der Waiblinger Kreisverwaltung liegt bei 1540 Euro – und damit 53 Euro unter dem Landesdurchschnitt, so Schäfer. Im Vergleich mit den Nachbarlandkreisen der Region Stuttgart liege die Steuerkraft pro Einwohner im Rems-Murr-Kreis sogar 62 Euro unter dem Durchschnitt. Schäfer: „In Baden-Württemberg belegt er in puncto Steuerkraft den 20. Rang – 2020 war es noch Rang 16.“

Und wie sieht es im Einzelnen in den kreisangehörigen acht Städten und 23 Gemeinden aus? Die meisten Einwohner hat mit 55604 Bürgern die Kreisstadt Waiblingen. Aber hat sie deshalb auch die höchste Steuerkraft im Jahr 2021? Mit insgesamt 9340020 Euro ist Waiblingen stark, aber nicht stark genug für Platz eins. In der Reihenfolge der steuerstärksten Kommunen belegt vielmehr Winterbach den ersten Rang.

Dort ist eine Steuerkraft in Höhe von 13404277 Euro zu verzeichnen. Das ist ganz deutlich mehr als in Waiblingen. Dabei hat Winterbach auch deutlich weniger Einwohner als Waiblingen.

Die Steuerkraft pro Einwohner ist hierbei der entscheidende Wert, und darin zeigt sich die Stärke Winterbachs: 1768 Euro sind hier als Steuerkraft pro Einwohner zu verzeichnen. Waiblingen landet aber immer noch auf einem guten dritten Platz. 1680 Euro bringt jeder Waiblinger statistisch mit Blick auf das Jahr 2021 steuertechnisch auf.

Auf Platz zwei der steuerkräftigsten Kommunen im Kreis findet sich indessen die Stadt Backnang. 37348 Einwohner sorgen hier für eine Steuerkraft in Höhe von 63032108 Euro. Das sind 1688 Euro pro Kopf. Platz vier belegt Winnenden. Auf Platz fünf rangiert Oppenweiler mit seinen 4369 Einwohnern und einer Steuerkraft von insgesamt 7103861 Euro. Das macht 1626 Euro pro Einwohner.

Mit Blick auf das Verbreitungsgebiet unserer Zeitung folgt Sulzbach an der Murr, wo 5378 Einwohner eine Pro-KopfSteuerkraft von 1547 Euro zukommt, was insgesamt eine Steuerkraftsumme von 8322351 Euro ausmacht. Auf Platz zwölf folgt Aspach, danach kommen Auenwald auf Platz 16 und Burgstetten auf Platz 19. Murrhardt belegt Platz 21, Althütte Platz 23, gefolgt von Weissach im Tal auf 24 und Kirchberg an der Murr auf 25.

Platz 27 erreicht Großerlach, auf Platz 29 rangiert Spiegelberg, gefolgt von Allmersbach im Tal. Das Schlusslicht mit einer Gesamtsteuerkraftsumme in Höhe von 7081069 Euro bildet Alfdorf, wo 7136 Einwohner eine Pro-Kopf-Steuerkraft von 992 Euro aufbringen.

„Für das Jahr 2021 geht die Steuerschätzung derzeit davon aus, dass sich die wirtschaftliche Lage entsprechend erholen und bereits wieder fast auf das Niveau des Jahres 2019 ansteigen wird“, erläutert der Finanzdezernent Schäfer.

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Erstellt:
30. Oktober 2020, 13:00 Uhr

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