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Studie: Lehrer Schlüsselfiguren für türkeistämmige Schüler

dpa/lsw Stuttgart. Drei Millionen Menschen in Deutschland haben eine Geschichte, die sie mit der Türkei verbindet. Vor allem junge türkeistämmige Menschen müssen auch in Baden-Württemberg lernen, mit Konflikten umzugehen. Ein Fachtag hat über diese Auseinandersetzungen beraten.

Eine Lehrerin erklärt in einer Grundschule eine Matheaufgabe. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Eine Lehrerin erklärt in einer Grundschule eine Matheaufgabe. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Religion, Politik, die Familie und die Vorurteile - junge Menschen mit Vorfahren oder Verwandten aus der Türkei sitzen nicht selten zwischen allen Stühlen, weil sie in Deutschland leben und Wurzeln in der Türkei besitzen. Schlüsselfiguren im Umgang mit diesen Konflikten sind nach Ansicht der Türkischen Gemeinde Baden-Württemberg (TGBW) die Lehrer der Jugendlichen. „Sie müssen mit ihnen Gespräche auf Augenhöhe führen und sie fördern“, sagt der TGBW-Vorsitzende Gökay Sofuoğlu. Auf einem Fachtag in Stuttgart tauschten Pädagogen am Donnerstag Erfahrungen im Umgang mit dem Thema aus.

Durch Interviews hatten Experten zuvor versucht herauszufinden, welchen Einfluss die gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen in der Türkei auf die in Baden-Württemberg lebenden türkeistämmigen Jugendlichen haben. Ziel der nicht repräsentativen Studie sei es gewesen, das Risiko einer möglichen Radikalisierung der Jugendlichen besser begreifen zu können. Dadurch könnten auch Pädagogen besser reagieren, sagte ein Mitarbeiter der Sinus Markt-und Sozialforschung.

Beeinflusst werden die Jugendlichen und jungen Menschen demnach nicht nur von den Vorstellungen vorheriger Generationen und der politischen Situation im „Herkunftsland“. Viele von ihnen müssten sich in den jungen Jahren auch mit dem Gefühl auseinandersetzen, diskriminiert zu werden. Sie seien politisch interessiert und wollten nicht als Deutsche oder Türken wahrgenommen werden, sondern sowohl Deutsche als auch Türken sein.

Als türkeistämmig werden in Deutschland lebende Menschen bezeichnet, die entweder selbst Staatsbürger der Türkei sind oder waren, oder deren Vorfahren aus der Türkei stammen oder kamen. Nach Angaben der Bundeszentrale für politische Bildung lebten im Jahr 2018 etwa drei Millionen Menschen in Deutschland, die ihre familiären oder religiösen Wurzeln in der Türkei haben.

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Erstellt:
12. Dezember 2019, 12:40 Uhr

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