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Talstraße ist noch einen Monat Baustelle

Die komplizierten Arbeiten an einer der wichtigsten Verbindungsstraßen in Backnang neigen sich zügig dem Ende entgegen

Die halbseitige Sperrung der Talstraße in Backnang kann voraussichtlich noch Ende dieses Monats aufgehoben werden. Bauamtsleiter Hans Bruss zumindest ist zuversichtlich, dass die komplexen Arbeiten zum Hochwasserschutz nun zügig beendet werden. Mitte dieser Woche wird der Verkehr auf die bereits sanierte Fahrbahnseite verlegt.

Das Fundament der Dammbalken quer über die Talstraße ist deutlich zu erkennen. Bei einem Hochwasser kann der Bereich Richtung Aspacher Brücke abgetrennt und geschützt werden. Foto: A. Becher

© Pressefotografie Alexander Beche

Das Fundament der Dammbalken quer über die Talstraße ist deutlich zu erkennen. Bei einem Hochwasser kann der Bereich Richtung Aspacher Brücke abgetrennt und geschützt werden. Foto: A. Becher

Von Matthias Nothstein

BACKNANG. Die Baustelle in der Talstraße ist ziemlich nervig. Alle Verkehrsteilnehmer, die aus Richtung Aspach kommen und üblicherweise auf diese Verbindung in Richtung Bleichwiesekreisel angewiesen sind, müssen seit Monaten mit der Kirche ums Dorf fahren. Jetzt jedoch ist ein Ende der Verkehrsbehinderung absehbar. Auf der Murrseite der Talstraße sind die Asphaltarbeiten weit gediehen. Die Randstreifen zum Gehweg wurden bereits gesetzt und die Tragschicht auf der Fahrbahn eingebracht. Bis zur Fahrbahnmitte ist auch das Fundament für die künftigen Dammbalken schon fertig.

Die Aufgabe dieser mobilen Dammbalken, die im Falle eines Hochwassers quer über die Fahrbahn eingefügt werden können, wird es sein, die Wassermassen vom Bereich Aspacher Brücke fernzuhalten. Umgekehrt darf sich das Hochwasser zwischen dem Biegelwehr und der Dammbalkensperre ausbreiten – auch auf der gesamten restlichen Talstraße und der benachbarten Grünfläche.

Sobald der Verkehr auf die murrnahe Straßenseite verlegt ist, wird das Dammbalkenfundament im restlichen Straßenabschnitt vollendet. Ferner wird in den nächsten Wochen ein Hochwasserschutz von dieser mobilen Hochwassersperre bis zum ehemaligen griechischen Zentrum gebaut. Wenn alles gut geht, wird Ende November der Endbelag vom Biegelwehr bis zur Dammbalkensperre aufgebracht, unter Umständen auch schon bis zum Aspacher Kreisel. Für diese Arbeiten ist dann nochmals eine Vollsperrung des Abschnitts für ein Wochenende notwendig. Welches Wochenende dies sein wird, steht heute noch nicht fest.

Die Betonarbeiten am neuen Tiefufer samt den dazu notwendigen Treppen zur Murr hinab sind indes bereits fertig. Fast zumindest. Hans Bruss listet auf, was noch erledigt werden muss. Zum Beispiel sind noch Flussbauarbeiten nötig, also die Gestaltung des Flussbetts und des Übergangs zum Tiefufer mit Steinen sowie die Mündung des Mühlkanals.

Graffitischutz soll den Sprayern die Lust an ihrem Tun verleiden

Besonders ärgerlich ist für Bruss, dass Sprayer schon während der Bauarbeiten die Wände verunstaltet haben. Nun kündigt er an, dass eine Firma einen speziellen Graffitischutz aufbringen wird. Dank dieses Schutzes verläuft die Farbe. Das heißt, dem Sprayer gelingt es nicht, die von ihm gewünschten Motive zu sprühen. Bruss: „Wir haben die Hoffnung, dass die Graffitikünstler diese Wände deshalb verschonen.“ Dies wäre für die Verantwortlichen besonders deshalb ein großer Gewinn, weil die Entfernung der Farbe auf dem großporigen und mit Wellenlinien verzierten Beton sehr schwierig ist. Die künftigen Sitzbänke für das Tiefufer werden im Frühjahr aufgestellt. Die Bänke werden so gefertigt und montiert, dass sie im Falle eines Hochwassers problemlos überflutet und danach wieder gereinigt werden können.

Das bevorstehende Ende der halbseitigen Sperrung der Talstraße sorgt auch bei Stefan Setzer für Erleichterung. Der Backnanger Baudezernent verweist darauf, dass die Sperrung dieser immens wichtigen Verbindung starke Auswirkungen auf den gesamten innerstädtischen Verkehr hatte, „insofern bin ich glücklich, wenn bald wieder etwas Normalität eintreten wird“. Setzer ist ferner froh darüber, dass es gelungen ist, den Zeitplan einzuhalten. Umso mehr, weil die Baustelle alles andere als einfach gewesen sei und immer wieder neue Überraschungen zutage gebracht habe.

Info
Gesamtprojekt dauert noch bis Mitte 2020

Direkt im Anschluss an die Fertigstellung der Arbeiten in der Talstraße geht es mit den Bauarbeiten in der Aspacher Straße und am neuen Aspacher Kreisel weiter. Bauamtsleiter Hans Bruss hofft, dass dies noch in diesem Jahr gelingt.

Das künftige Brückenhäuschen an der Ecke Gerberstraße/Aspacher Brücke ist ebenfalls schon in Arbeit. Federführend bei der Planung und Ausschreibung ist das Bruchsaler Büro BHM um Professor Sigurd K. Henne. Auch die Schlosserarbeiten für die künftigen Brückenköpfe sind derzeit in Arbeit.

Die anschließenden Arbeiten an der Gerberstraße runden die Sanierungen in diesem Gebiet ab. Ziel ist es, bis Mitte nächsten Jahres zum Ende zu kommen. Hans Bruss ist auch zuversichtlich, da in der Gerberstraße die Kanäle und Leitungen schon auf Vordermann gebracht worden sind. Auch die Schächte sind in früheren Zeiten schon saniert worden. Da diese Tiefbauarbeiten also nicht mehr anstehen und der restlich Aufwand sich im Rahmen hält, könnte dieser Bauabschnitt laut Expertenmeinung schnell durchgezogen werden.

Die Sanierungskosten im gesamten Bereich Eduard-Breuninger-Straße, Kaltes Wasser, Talstraße, Aspacher Straße, Aspacher Kreisel und Gerberstraße belaufen sich auf ungefähr 5 Millionen Euro. Darin nicht berücksichtigt sind die Kosten für die Aspacher Brücke, die nochmals in Höhe von 2,4 Millionen Euro zu Buche schlagen.

Das Biegelwehr wird künftig durch eine sogenannte raue Rampe ersetzt. Die Arbeiten dürfen aus naturschutzrechtlichen Gründen ausschließlich zwischen den Monaten Juli und Oktober durchgeführt werden. Sie sind daher für das Jahr 2020 terminiert, dann soll auch das Pumpwerk beim Mühlkanal errichtet werden.

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Erstellt:
8. Oktober 2019, 06:00 Uhr

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