Timo Werners Traumstart in der MLS
Was hat der Ex-Leipziger noch drauf? Das war die große Frage beim Wechsel zu den San José Earthquakes.
Von dpa
Los Angeles - Timo Werner hat wieder Spaß am Fußball – und in der MLS mit seinem neuen Team einen Bilderbuchstart hingelegt. Nach frustrierenden Monaten zwischen Bank und Tribüne bei RB Leipzig nahm der Ex-Nationalspieler bei den San José Earthquakes sofort eine tragende Rolle ein. Nun erzielte er beim 4:1 gegen Los Angeles FC sein erstes Saisontor.
Nach fünf Einsätzen kommt der Stuttgarter, der auch für den VfB spielte, auf die starke Ausbeute von vier Scorerpunkten – bei bislang nur einer Partie über die vollen 90 Minuten und einer kurzen Verletzungspause in den vergangenen beiden Wochen. „Wir haben jetzt gegen die besten Mannschaften alle gewonnen. Und ja, im Großen und Ganzen ist es bisher echt ein sehr, sehr schönes Leben, das sehr viel Spaß macht“, sagte der 30-Jährige nach dem Sieg in Los Angeles. „Das macht dann doppelt Spaß, wenn man auch ein gutes Tor schießt.“
Werner traf in der 56. Minute nach feinem Solo zum 2:0. Schon drei Minuten zuvor war er in guter Position im Strafraum aufgetaucht, hatte aber mannschaftsdienlich auf einen eigenen Abschluss verzichtet – Ousseni Bouda verwertete den Querpass zur Führung. „Er ist ein außergewöhnlicher Spieler und wir werden noch viel Spaß haben mit ihm“, sagte Trainer Bruce Arena nach dem Sieg gegen ein Team, das zuvor wettbewerbsübergreifend zu Hause ungeschlagen war und auf ein Torverhältnis von 17:1 kam.
Der ehemalige Nationaltrainer der USA ist im zweiten Jahr Coach bei San José und hatte maßgeblichen Anteil daran, Werner im Januar von einer Unterschrift und dem Umzug auf einen anderen Kontinent zu überzeugen. Arena habe ihm den Wechsel „sehr, sehr schmackhaft gemacht“, berichtete Werner. Ein weiterer wichtiger Grund: „Das gute Wetter. Ich glaube, das ist das Wichtigste gewesen am Anfang.“
Auf was genau er sich einlässt, war Werner bei der Entscheidung für die Earthquakes gar nicht ganz klar – die Geburt seines ersten Kindes stand bevor, auf einen Besuch in Kalifornien verzichtete der Champions-League-Sieger mit dem FC Chelsea deshalb im Vorfeld. „Es war ja schon ein bisschen ein Weg ins Blaue“, beschrieb Werner die Situation.
Am 28. Februar gab er dann schließlich sein Debüt: Gegen Atlanta United sammelte er die ersten 29 Minuten MLS-Erfahrung und tauchte sofort mit einem Assist in der Statistik auf. Gegen Philadelphia Union waren es dann 45 Minuten – und die zweite Torvorlage im zweiten Spiel. Dass es nun im fünften Einsatz das erste eigene Tor gab, freute Werner sehr. „Generell war es einfach wichtig für mich, dann auch ein Tor zu schießen“, sagte er. Nach dem Raketenaufstieg als junger Fußballer vom VfB Stuttgart über RB Leipzig in die Nationalelf und zum FC Chelsea war Werners Karriere in den vergangenen Jahren ins Stocken geraten. Nun befindet er sich im Aufwind.
