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Stihl profitiert vom Trend zu teuren Geräten

dpa/lsw Waiblingen. Corona sorgt auch beim Motorsägenhersteller Stihl für Unsicherheit, das Traditionsunternehmen gibt sich aber optimistisch. Die Kunden kauften zuletzt zwar nicht mehr Geräte, gaben aber mehr Geld aus.

Eine akkubetriebene Motorsäge von Stihl. Foto: Marijan Murat/dpa/Archivbild

Eine akkubetriebene Motorsäge von Stihl. Foto: Marijan Murat/dpa/Archivbild

Der Motorsägen- und Gartengerätehersteller Stihl profitiert von einer wachsenden Nachfrage nach seinen teureren Produkten. Die Coronavirus-Krise bremst aber auch das Unternehmen aus Waiblingen bei Stuttgart in diesem Jahr aus - wenngleich die Lage trotz aller Unwägbarkeiten „beherrschbar“ sei, wie Vorstandschef Bertram Kandziora am Dienstag sagte. „Mittel- und langfristig bleiben wir optimistisch“, betonte er.

Obwohl der Absatz nicht zulegte und Stihl in etwa so viele Geräte verkaufte wie 2018, legte der Umsatz im vergangenen Jahr um vier Prozent auf 3,93 Milliarden Euro zu. Vertriebsvorstand Norbert Pick führte das auf Verschiebungen im Produktmix hin zu den höherwertigen Geräten zurück. Allerdings spielten auch Währungseffekte eine Rolle. Ohne die für Stihl positiven Auswirkungen der Wechselkurse hätte das Wachstum nur bei 2,7 Prozent gelegen.

Gut lief es 2019 vor allem in Europa und Asien und dort insbesondere in Indien. Nordamerika, viele Jahre lang eigentlich Wachstumstreiber für Stihl, blieb dagegen hinter dem Vorjahr zurück. „Diese Entwicklung ist vor allem auf die Kälte und Nässe zu Beginn der Gartensaison zurückzuführen“, sagte Kandziora. In Deutschland ging der Absatz zwar zurück. Weil die Kunden aber auch hier mehr teurere Geräte kauften, ging der Umsatz zumindest noch leicht nach oben.

Zum Ergebnis macht das Unternehmen generell keine konkreten Angaben. Es habe aber ebenfalls auf Vorjahresniveau gelegen, sagte Kandziora.

Für das laufende Jahr rechnet Stihl angesichts der Coronavirus-Krise mit sinkenden Absatzzahlen. Konkret abzusehen seien die Auswirkungen allerdings noch nicht, hieß es. Das Jahr habe eigentlich sehr gut angefangen, sagte Kandziora, jedoch habe der März dann schon einen erheblichen Dämpfer gebracht. Nun komme es vor allem auf den April und den Mai an. Weil rund um die Welt viele Händler geschlossen waren oder noch sind, blieben derzeit die für diese Jahreszeit üblichen Nachbestellungen aus. Selbst wenn sie nun wieder öffneten, hätten die Händler noch genug Ware auf Lager, hieß es.

Die Lage sei allerdings nicht so dramatisch wie in anderen Teilen der Industrie. Kurzarbeit sei daher derzeit auch nicht angesagt, betonte Kandziora - auch wenn sich das natürlich je nach Entwicklung auch schnell ändern könne. Auch andere Unterstützung vom Staat brauche Stihl nicht. „Wir haben nicht vor, hier in Deutschland staatliche Hilfen in Anspruch zu nehmen“, sagte Kandziora.

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Erstellt:
28. April 2020, 12:28 Uhr

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