Tübinger „Cyber Valley“: Tummelplatz für noch mehr Forscher

dpa/lsw Tübingen. Der Wissenschaftsstandort „Cyber Valley“ in Tübingen wird weiter gestärkt mit Stipendien für internationale Top-Forscher, mehr Rechnerkapazität und einer praktischen Programmierausbildung für Informatikstudenten. Das „AI Breakthrough Hub“ genannte und von Bund, Land und privater Hand initiierte Programm wurde am Donnerstag von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (beide Grüne), Kanzlerin Angela Merkel und Bundeswissenschaftsministerin Anja Karliczek (beide CDU) vorgestellt.

Ein Schild im sogenannten Cyber-Valley. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Ein Schild im sogenannten Cyber-Valley. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Das Land hat nach Auskunft von Kretschmann bisher 140 Millionen Euro in das „Cyber Valley“ gesteckt. Die Hector Stiftung kündigte nun an, die Berufung von KI-Spitzenwissenschaftlern im „Cyber Valley“ mit bis zu 100 Millionen Euro fördern zu wollen. „Wir wollen die nächste Stufe zünden“, sagte Kretschmann. Künstliche Intelligenz solle im Dienst des Menschen und nicht im Dienst des Staates oder von Monopol-Konzernen stehen. Merkel sicherte weitere finanzielle Mittel. „Winfried, ich werde mich darum kümmern, dass das nicht so lange dauert“, sagte Merkel. Kretschmann antwortet: „Danke, Angela.“

Das „Cyber Valley“ in der 90 000-Einwohner-Stadt zwischen Schönbuch und Schwäbischer Alb beschäftigt sich seit 2016 mit Künstlicher Intelligenz (KI). Es handelt sich um einen Forschungsverbund, der unter anderem vom Land Baden-Württemberg gefördert wird. An der Finanzierung beteiligen sich auch Partner aus der Wirtschaft, darunter Amazon, Daimler und Bosch. Der Verbund, an dem die Universitäten Stuttgart und Tübingen sowie das Max-Planck-Institut beteiligt sind, soll die Forschung und Entwicklung intelligenter Systeme vorantreiben, sie international sichtbarer machen und so die besten Forscher in den Südwesten locken.

Der Forschungsverbund versteht sich als Tummelplatz für Nachwuchshoffnungen und internationale Wissenschaftler-Elite. Auch damit will das Land dem „Brain Drain“ entgegenwirken - der Abwanderung Hochqualifizierter.

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Erstellt:
17. Dezember 2020, 15:13 Uhr

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