Mögliche Aneignung Grönlands

UN-Experten werfen Trump „Logik der kolonialen Herrschaft“ vor

Trump will seine Macht auf Grönland ausdehnen. Aus Sicht von Sachverständigen der Vereinten Nationen ist das ein Gebaren aus vergangen geglaubten Zeiten - mit gefährlichen Folgen.

Mehrere UN-Experten haben Aussagen von US-Präsident Donald Trump zu Grönland kritisiert (Archivfoto).

© AFP/MANDEL NGAN

Mehrere UN-Experten haben Aussagen von US-Präsident Donald Trump zu Grönland kritisiert (Archivfoto).

Von red/KNA

Mehrere Sonderberichterstatter und Experten der Vereinten Nationen haben Andeutungen von US-Präsident Donald Trump über eine mögliche Aneignung Grönlands kritisiert. Solche Einlassungen erinnerten an "eine Logik der kolonialen Herrschaft, die die internationale Gemeinschaft seit langem ablehnt", erklärten die Sachverständigen am Mittwoch in Genf. Schon die Drohung mit Gewalt verstoße gegen die Charta der Vereinten Nationen.

Die Experten warnten vor einem "Muster militärischer Aggression seitens der USA". Sie verwiesen auf US-Angriffe auf souveräne Staaten, zahlreiche außergerichtliche Tötungen, die Instrumentalisierung von Zöllen und eine vielfältige Zwangsdiplomatie. "Wenn solche Handlungen toleriert werden, würde dies die Gesetzlosigkeit in den internationalen Beziehungen normalisieren und die globale Ordnung fatal und irreversibel untergraben", erklärten sie.

Jeder einseitige Versuch, den territorialen oder aktuellen verfassungsrechtlichen Status Grönlands als autonomes Gebiet des Königreichs Dänemark zu ändern, würde nicht nur gegen das Völkerrecht verstoßen, sondern auch die Stabilität in der Arktis untergraben. Generell würde dies "die Achtung umfassenderer multilateraler Normen und die friedliche Beilegung von Streitigkeiten schwächen", warnten die sieben Sachverständigen.

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Erstellt:
14. Januar 2026, 19:04 Uhr

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