Verfahren um Zulagenaffäre: Schnelles Ende möglich

dpa/lsw Stuttgart. Der Strafprozess um die Zulagenaffäre an der Verwaltungshochschule Ludwigsburg vor dem Stuttgarter Landgericht geht am heutigen Freitag in die entscheidende Phase. Als Zeugin soll Claudia Stöckle gehört werden, die im Jahr 2011 zur Nachfolgerin des nun wegen besonders schwererer gemeinschaftlicher Untreue angeklagten früheren Rektors der Verwaltungshochschule gewählt wurde.

Eine goldfarbene Justitia-Figur steht vor Aktenbergen, die sich auf einem Tisch stapeln. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Eine goldfarbene Justitia-Figur steht vor Aktenbergen, die sich auf einem Tisch stapeln. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Das Landgericht hat gegen ihn eine Freiheitsstrafe von zehn Monaten auf Bewährung vorgeschlagen. Er soll laut Anklage unmittelbar vor seinem Ausscheiden aus dem Amt Ende 2011 13 Professoren mit rechtswidrigen Zulagen bedacht haben. Dieses Strafmaß entspricht laut einem Sprecher des Landgerichts einer vorläufigen Verständigung (Az. 5 KLs 120 Js 6253/15) zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigern. Das Verfahren gegen den damaligen Kanzler - ebenfalls wegen Untreue - könnte mit einer Geldauflage eingestellt werden.

Stöckle hatte die rechtswidrige Zulagenpraxis und weitere Mängel an der Hochschule aufgedeckt. Sie wurde aber von Hochschulgremien und dem Wissenschaftsministerium 2015 aus dem Amt geschasst. Eine Klage dagegen scheiterte erst kürzlich vor dem Verwaltungsgerichtshof.

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Erstellt:
2. Oktober 2020, 03:48 Uhr

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