Vier Sterne für „Lauras Stern“

Die im Backnanger Kino Universum stationierte Jugendfilmjury hat ihren zweiten Film bewertet. Insgesamt kam er gut an.

In der Gruppe wird über den Film ausführlich diskutiert. Dann erarbeiten die Kinder gemeinsam eine Inhaltsangabe und eine Bewertung. Foto: privat

In der Gruppe wird über den Film ausführlich diskutiert. Dann erarbeiten die Kinder gemeinsam eine Inhaltsangabe und eine Bewertung. Foto: privat

BACKNANG. Die Kinder- und Jugendfilmjury nimmt Fahrt auf und hat bereits die zweite Filmsichtung im Kino Universum Backnang absolviert. Die zehn Kinder zwischen zehn und 13 Jahren, die für die Jury in Baden-Württemberg von der Film und Medienbewertung Wiesbaden (FBW) ausgesucht wurden, treffen sich etwa alle sechs Wochen, um sich die neuesten Filme anzusehen und selbstständig eine Bewertung zu verfassen.

Die Kinder, die aus Backnang und der Umgebung stammen, sehen die Filme bereits vor dem offiziellen Filmstart sehr aufmerksam und interessiert an, müssen sie doch danach zunächst ganz für sich allein ihre „Sterne“ vergeben. Fünf davon wären die maximale Anzahl. Jedes Kind erläutert im Nachgang, weshalb es diese Sternanzahl vergeben hat, wie es den Film für sich selbst und die Zielgruppe empfand und welche Stellen besonders gut oder auch weniger gefallen haben. Erst nach dieser ganz persönlichen Einschätzung jedes einzelnen Kindes setzen sie sich in Gruppen zusammen und diskutieren lebhaft über Inhaltsangabe und Jurykritik.

Nur Filme, die am Ende in der Filmbewertung mindestens drei Sterne erhalten, erhalten auch die begehrte Empfehlung der Filmjury. Und diese Empfehlung hat auch der Film der letzten Sitzung erhalten. Vier von fünf Sternen gingen an „Lauras Stern“, der erstmals als Realverfilmung auf die Leinwand kommt. Filmstart war am 9. Dezember, der Film läuft auch im Backnanger Kino Universum. Auch müssen sich die Kinder auf eine gemeinsame Inhaltsangabe und Kritik einigen und hier ringen sie wirklich um jedes einzelne Wort, das am Ende in der Bewertung stehen soll. Die Wichtigkeit dieser Aufgabe ist ihnen bewusst und sie gehen nicht nur mit den Filmen, sondern auch mit sich selbst sehr kritisch und konzentriert um. Die Inhaltsangabe zu Lauras Stern lautet: „Laura ist mit ihrer Familie vom Land in die Großstadt gezogen. Sie und ihr kleiner Bruder Tommy vermissen ihr altes Zuhause, was sich aber schnell ändert, als Laura einen Stern findet, dem eine Zacke fehlt. Denn sobald Laura durch das Verarzten der Zacke das Vertrauen des Sternes gewonnen hat, erleben die beiden zusammen magische Abenteuer.“

Gemeinsam werden auch Sterne für die Kriterien spannend (3), fantasievoll (4), traurig (2), lustig (2) und berührend (3) vergeben. „Die Literaturverfilmung Lauras Stern ist ein spannender und emotionaler Familienfilm, der uns allen sehr gut gefallen hat, auch wenn es einen Charakter und ein paar fragwürdige Szenen gab, die wir nicht ganz nachvollziehen konnten. Wir fühlen uns von dem Film ernstgenommen, weil er nicht so übertrieben ist wie andere Kinderfilme.“ Und auch auf die schauspielerische Leistung gehen die Kinder ein: „Die jungen Hauptdarsteller fanden wir enorm gut, weil die richtigen Emotionen immer natürlich rüber kamen. Aus dem Film haben wir gelernt, dass man auch mal loslassen und seine eigenen Bedürfnisse zurückstellen muss, wenn es dem anderen dadurch besser geht. Wir empfehlen den Film ab 3 Jahren.“

Inzwischen gibt es solche Jurys in verschiedenen Bundesländern. Hintergrund ist, dass es zwar Bewertungen mit den Prädikaten wertvoll und besonders wertvoll für Filme gibt, diese jedoch immer von Erwachsenen verfasst wurden. Viel aussagekräftiger für Kinder, Jugendliche und deren Familien sind jedoch die Einschätzungen der Zielgruppe selbst. Unsere Zeitung unterstützt das Projekt als Medienpartner. dob/pm

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Erstellt:
18. Dezember 2021, 11:30 Uhr

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